Hochwasser
Die Lage im Niederamt spitzt sich zu: «Hoffentlich regnet es nicht mehr»

Entlang der Aare wird mobil gemacht. Schutzkonzepte werden hochgefahren, die lokalen Feuerwehren sind im Einsatz und der Stand der Aare wird genau überwacht.

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zvg RFSN

Philipp Graber ist Stabschef vom regionalen Führungsstab Niederamt (RFSN). Am Telefon auf die momentane Hochwassersituation angesprochen, sagt er: «Aktuell ist es so, dass uns der Kanton gegen 14:15 Uhr alarmiert hat. Im Moment gilt noch die Stufe 1.»

Bruno Kissling

Erste Vorsichtsmassnahmen bestehen darin, in Obergösgen, Niedergösgen und Gretzenbach bei der Aare Dammbalken einzubauen, damit allfälliges Hochwasser nicht in Quartiere treten kann.

Philipp Graber (Archiv)

Philipp Graber (Archiv)

Remo Fröhlicher

«Auch bei der Badi Schönenwerd laufen erste Vorbereitungen», so Graber. Dort werde aber lediglich Material bereitgestellt. «Dieses käme bei Stufe 2 zum Einsatz.»

Im Moment wurden vom Führungsstab alle zehn Gemeinden, die im Niederamt an die Aare grenzen, informiert. Sieben Feuerwehren sind im Einsatz, und die Gemeinden sind angehalten, die Wege entlang der Aare für Passanten zu sperren.

Permanente Überwachung des Wasserpegels

«Im Moment können wir nicht einschätzen wie sich die Lage entwickeln wird», sagt Graber. «Wir wissen ziemlich genau, wie viel Wasser die Aare von Biel her kommend führt.» Doch spielen hier lokale Niederschlagsmengen eine wichtige Rolle. «Diese können wir kaum abschätzen.»

Gefragt, was das weitere Vorgehen des Führungsstabes ist, sagt Graber: «Wir werden die Aare nun permanent, also auch in der Nacht, überwachen.» Dies gelte, bis sich der Wasserstand wieder zu normalisieren beginne. Und Graber ergänzt: «Hoffentlich regnet es nicht mehr.»

zvg RFSN
Die Badi Schönenwerd ist am Dienstagnachmittag abgeschottet.

Die Badi Schönenwerd ist am Dienstagnachmittag abgeschottet.

Bruno Kissling

Der Regionale Führungsstab kommt zum Einsatz bei Katastrophen und Notlagen. Er ist Bestandteil der Bevölkerungsschutzregion Niederamt. Der Bevölkerungsschutzregion sind folgende Gemeinden angeschlossen: Däniken, Eppenberg-Wöschnau, Gretzenbach, Lostorf, Niedergösgen, Obergösgen, Rohr, Schönenwerd, Stüsslingen, Walterswil und Winznau.

Das sagt Gabriel Zenklusen, Chef beim kantonalen Amt für Umwelt, auf Anfrage: «Wir beobachten die Situation sehr genau und stehen mit dem Kanton Bern im Austausch.» Noch habe der Bielersee etwas Kapazität, dieser werde über Nacht noch etwas abgelassen, um neue Kapazitäten zu schaffen. Im Moment beruhige sich die Lage eher wieder. «Die überregionale Regulierung funktioniert soweit», so Zenklusen. Bei der Murgenthaler Messstelle seien die bewältigbaren 850 Kubikmeter pro Sekunde noch nicht überschritten. Auch die Zuflüsse im Kanton wie die Emme, die Dünnern oder die Wigger stuft Zenklusen nicht als kritisch ein: «Im Moment beruhigen sich auch diese.» Noch könne man aber nicht abschätzen, was die nächsten Tage bringen würden.

In Olten sei bekanntermassen das Aarebistrot an erster Stelle gefährdet. Doch auch da beruhigt Zenklusen: «Erste Massnahmen wurden dort nun umgesetzt.» Er rechnet nicht mit einem weiteren Anstieg in den nächsten Stunden, im Gegenteil: «Wir haben nun erste Vorbereitungen getroffen, so dass auch im Niederamt bestehende Lücken für Durchgänge schnell geschlossen werden könnten. Insgesamt ist die Lage im Moment unter Kontrolle.» Man habe jetzt gemacht, was man könne, der Austausch mit dem kantonalen Hochwasser-Piquet und den Wehrdiensten funktioniere gut.

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