Trimbach
Heimelige Wohnanlage gewünscht: Auf dem Wernliareal sollen nicht nur Pendler wohnen

Noch sind keine Pläne zur Überbauung auf dem Wernliareal in Trimbach vorhanden. Ideen haben die Gemeinde Trimbach und die Besitzer aber bereits.

Jocelyn Daloz
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Noch ist unklar, wie die neue Überbauung auf dem Wernli-Areal dereinst aussehen soll.

Noch ist unklar, wie die neue Überbauung auf dem Wernli-Areal dereinst aussehen soll.

Bruno Kissling

Auf dem Wernliareal soll eine heimelige Wohnanlage entstehen, nicht eine Trabantenstadt. Das wünscht sich auf jeden Fall Gemeindepräsident Martin Bühler. Seit der Backwarenhersteller Hug angekündigt hat, dass sie die Produktion der Wernli-Guetzlis in Trimbach einstellt, laufen Spekulationen heiss darüber, was nun die Fabrikanlage ersetzen wird. Bis jetzt ist nur klar, dass im Sommer 2021 die letzten Guetzlis produziert werden.

Klar ist auch, dass das Areal eigentlich gar nicht «Wernli» heisst. «Im Volksmunde hat sich dieser Namen so etabliert», erklärt Bühler. Der Ort hat sich mit der Zeit stark mit der Präsenz der Biscuitfabrik identifiziert, das seit 1905 in Trimbach produziert. «Eigentlich nennt man es aber «Breiti».» Das werden die neuen Besitzer auch so durchziehen: Das Areal gehört nun dem Architekt Marc Thommen und dem Bauunternehmen Marco Dätwyler Gruppe.

Die neuen Besitzer haben ein Architekturwettbewerb lanciert. Drei Architekturfirmen aus Bern, Brugg und Olten haben Projekte eingegeben. Ende Oktober soll ein unabhängiges Gremium das beste Projekt auswählen. «Dabei arbeiten wir mit der Gemeinde zusammen», sagt Marc Thommen. Die Gemeinde begleitet die Diskussionen, hat aber keine Stimme. «Wir können unsere Meinung abgeben», bestätigt Martin Bühler.

Menge an Wohnraum noch unklar

Unbestritten ist ebenfalls, dass mehr Wohnraum entstehen soll. Wie viele Gewerbe- und Büroflächen dazu kommen, ist allerdings noch völlig offen. «Wir befinden uns zur Zeit noch auf einer sehr hohen Flugebene», sagt Architekt Thommen. Die genaue Nutzung des Areals soll in den nächsten Monaten präzisiert werden. «Es braucht ein gutes Konzept, denn Gewerbeflächen und Büroräume haben momentan einen schwierigen Stand. Sehen Sie nur schon, wie der Leerbestand in der grösseren Stadt Olten aussieht», sagt Gemeindepräsident Martin Bühler. Im Gespräch erklärt er seine Wünsche für das Areal: Er hofft auf urbane Leute, die auch in Trimbach wohnen wollen. «Am besten wären Leute, die nicht bloss zwischen Solothurn und Zürich pendeln, sondern auch Menschen, die sich hier verwurzeln wollen.» Alle Beteiligte wünschen sich Bauten, die sich ins Landschaftsbild einfügen und architektonisch ansprechend sind. Auch sollen ökologische Aspekte mit einbezogen werden.

Standortverlegung mit Folgen

Die Firma «Wernli» wurde 2008 vom Luzerner Unternehmen «Hug» übernommen, dem auch die Marke «Dar-Vida» gehört. Das Aufgeben des Standortes in Trimbach und die Verlegung nach Malters begründete das Familienunternehmen mit Spargründen und dem Vorhaben, «Synergien zu nutzen». Auch wurde von der Geschäftsleitung hervorgehoben, dass auf dem Areal bei Trimbach an den Grenzen stosse: Da es umgeben von Wald und Wohngebiet ist, konnte sich die Firma nicht ausdehnen. Dabei kam die Ankündigung der Verlegung vor drei Jahren überraschend für die regionalen Behörden: Damals hatte niemand im Raum Olten vorausgesehen, dass der Standort der Biscuitproduktion aufgegeben werden könnte. Vom Entscheid betroffen waren 136 Personen (126 Vollzeitstellen). In Malters setzt «Hug» auch auf eine zunehmende Automatisierung und Modernisierung der Produktion, was zur Streichung von 15 Arbeitsstellen führen dürfte.

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