Grenchenberglauf
Ein Lauf in die neue, alte Freiheit: Rund 340 beteiligen sich am Running-Event

Der Grenchenberglauf bleibt auch nach der Zwangspause sehr beliebt. 89 Frauen und 205 Männer bestritten den Lauf am Sonntag erfolgreich.

Hans Peter Schläfli
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Walking mitgerechnet, haben sich über 340 Läuferinnen und Läufer beteiligt.

Walking mitgerechnet, haben sich über 340 Läuferinnen und Läufer beteiligt.

Hans Peter Schläfli

Sie hatten weder Zeit noch Gelegenheit, das wunderbare Alpenpanorama zu geniessen, das sich am Sonntagvormittag dem Auge vom Jurasüdfuss her eröffnete. Die 89 Frauen und 205 Männer, die am Sonntag den Grenchenberglauf erfolgreich bestritten, mussten immer auf den Boden schauen, damit sie jeden Schritt kontrollieren können und ja keinen Misstritt machen.

«Aber eigentlich gehört es ein wenig dazu, dass man den Schweiss der anderen spürt und dass man auch einmal die Schulter einsetzt, um an einer engen Stelle die bessere Position zu erobern»,

sagte der Biberister Roger Gerber vor dem Start.

Der 50-Jährige macht seit Jahren an vielen Läufen in der Region mit. Die Lösung, diesmal gestaffelt in Gruppen mit jeweils 50 Personen zu starten, fand Gerber einen guten Kompromiss. «Ich kenne jeden zweiten Teilnehmer in meiner Gruppe und es ist wunderbar, dass uns der Grenchenberglauf die Gelegenheit bietet, dass wir uns wieder einmal treffen können.»

Hans Peter Schläfli

Dann ging es los, auf den 11,7 Kilometer langen Weg über Stock und Stein, mit einer Höhendifferenz von fast 900 Metern hinauf auf den Untergrenchenberg. Bereits auf dem Ober Fuchsboden war Roman Kessler aus Rubigen weit voraus und im Ziel war sein Vorsprung innerhalb der ersten Startgruppe beträchtlich.

«Es fühlt sich gut an, wieder einmal mit anderen Läufern unterwegs zu sein, aber es ist schwierig, die richtige Taktik zu finden, weil man ja nie weiss, wie stark die Läufer der anderen Startgruppe unterwegs sein werden»,

sagte er gleich nach seinem Rennen.

Beim Tüfelsschulcht-Berglauf, als noch jeder ganz für sich alleine unterwegs war, hatte Kessler den fünften Platz erreicht, damit wäre er auch diesmal zufrieden. «Ich hoffe, unter den besten Zehn zu sein», sagte Kessler. Diesmal wurde es sogar der dritte Platz hinter Sieger Clement Durance aus Oberscherli und Christian Leu aus Orvin.

Unbedingt: eine kurze Erfrischung für zwischendurch.

Unbedingt: eine kurze Erfrischung für zwischendurch.

Hans Peter Schläfli

Hoffentlich bald wieder Massenstarts möglich

Als erste Frau erreichte die Zuchwilerin Gertrud Wiedemann das Ziel auf dem Untergrenchenberg.

«Es ist super, ich fühle mich wie eine Siegerin, auch wenn der Vergleich etwas fehlt und ich nicht sicher bin, welchen Schlussrang ich dann tatsächlich belegen werde»,

sagte Wiedemann. «Ich denke, Petra Eggenschwiler wird sicher schneller sein als ich. Für mich wäre der dritte Rang bereits ein schöner Erfolg, aber das Wichtigste ist, dass ich mit meiner persönlichen Leistung zufrieden bin.»

Ihre Prognose sollte sich punktgenau erfüllen: Hinter der Siegerin Petra Eggenschwiler aus Oberdorf und Seraina Ummel aus Suhr wurde Gertrud Wiedmann ausgezeichnete dritte.

Um Abstand zu schaffen wurde in 50er-Gruppen gestartet. Danach verteilten sich die Laufenden.

Um Abstand zu schaffen wurde in 50er-Gruppen gestartet. Danach verteilten sich die Laufenden.

Hans Peter Schläfli

2019 lernte Peter Thomi als Assistent von Peter Schär, wie es geht. Somit hätte es am Sonntag schon der zweite Grenchenberglauf sein sollen, bei dem Thomi als Präsident des Organisationskomitees die Strippen zieht, aber letztes Jahr wurde aus bekannten Gründen nichts daraus. «Ich bin sehr froh, dass die Free Runners nun wieder Trainingsläufe durchführen dürfen und dass das Leben in Grenchen wieder zur Normalität zurückfindet», sagte Thomi im Startgelände.

Rund 900 Höhenmeter wurden überwunden.

Rund 900 Höhenmeter wurden überwunden.

Hans Peter Schläfli

«Ich freue mich besonders, dass die Zahl der Anmeldungen unsere Erwartungen etwa um 25 Prozent übertroffen hat. Das zeigt, wie beliebt unser Grenchenberglauf ist.» Die Walker mitgezählt gab es 344 Teilnehmende. Bewährt hat sich auf jeden Fall der Start auf der Simplonstrasse hinter dem Nordbahnhof. Leicht erreichbar mit dem öffentlichen Verkehr hat es hier genügend Platz für alle und niemand wird gestört. Und so bleibt zu hoffen, dass nächstes Jahr wieder wie früher ein Massenstart erfolgen darf, meint Roger Gerber:

«Das Zusammensitzen nach den Rennen, gemeinsam etwas zu essen und zu trinken, das gehört eben auch zu einem solchen Lauf und ich hoffe schwer, dass wir das nächstes Jahr wieder dürfen.»

Alle Resultate im Überblick finden sich hier.