Das Lärmschutzprojekt des kantonalen Amts für Verkehr und Tiefbau (AVT) soll dem Lärm in Walterswil entgegenwirken. Dank Belagssanierungen und mit dem Ersetzen von Fenstern bei einer Liegenschaft an der Rothackerstrasse könnten die Lärmemissionen verringert werden. Die Einführung von Tempo 30 auf der Kantonsstrasse, die durch das Dorf führt, sieht das Projekt nicht vor.

Das wurde vonseiten der Gemeinde am Informationsabend vom 21. Februar stark bemängelt. Walterswil will nämlich im Rahmen der Ortsplanungsrevision eine Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer einführen. Dies soll massgeblich zur Lärmreduktion beitragen.

«Gemeinderat hat Einsprache eingereicht»

An der Informationsveranstaltung machte die Gemeinde den Einwohnern klar, dass sie Einsprache erheben werde. Dies ist nun auch geschehen, wie Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm auf Anfrage bestätigt.

«Der Gemeinderat hat Einsprache eingereicht.» Zudem stellte der Rat den Walterswilern eine Vorlage für ein Schreiben an den Kanton zu Verfügung.

27 Einsprachen sind eingegangen

Insgesamt sind 27 Einsprachen gegen das Lärmschutzprojekt in Walterswil eingegangen. «Das entspricht einer grossen Anzahl», sagt Rolf Müller, Leiter für Lärm- und Schallschutz beim AVT, gegenüber dieser Zeitung.

Noch seien die Einwände nicht im Detail studiert worden. Müller kann aber bereits jetzt sagen, dass «es bei den meisten um die Einführung von Tempo 30 auf der Kantonsstrasse geht».

«Tempo 30 ist in aller Munde»

Damit zwingen die Gemeinde Walterswil und die weiteren Einsprecher den Kanton zur Diskussion über eine Grundsatzfrage: «Wie sollen wir mit dem Wunsch nach Tempo 30 auf Kantonsstrassen umgehen? Damit müssen wir uns jetzt auseinandersetzen», so Müller.

Dieses Thema werde den Kanton noch einige Zeit lang beschäftigen. Denn auch in anderen Gemeinden im Kanton Solothurn würden 30er-Zonen diskutiert. Müller: «Das Thema ist in aller Munde.»

Bis zum Entscheid werde es mehrere Monate dauern

Gerade deshalb könne es mit der Antwort auf die Grundsatzfrage noch etwas dauern: «Wir haben noch nicht festgelegt, wie das Vorgehen konkret aussieht. Es wird aber bestimmt mehrere Monate dauern, bis ein Entscheid vorliegt. Denn nun ist auch die Politik gefragt», erklärt der Lärmschutzexperte.

Die Walterswiler Gemeindepräsidentin freut sich über die grosse Anzahl Einsprachen: «Das zeigt, dass man uns vom Gemeinderat am Informationsabend zugehört hat. Seither haben wir noch etliche Rückmeldungen erhalten und Fragen gestellt bekommen. Das wiederum zeigt das Interesse der Walterswiler», sagt Wilhelm. Sie finde es gut, dass die Einwohner «die Gelegenheit genutzt haben, einzugreifen in die Umsetzung des Projekts».

Dass der Kanton nun gar Monate für einen Entscheid benötige, findet Wilhelm schade. Aber: «Wir brauchen jetzt gute Lösungen, sodass unsere Lebensqualität als Anwohner von Kantonsstrassen gesteigert werden kann. Darum müssen wir diese Zeit investieren.»