Winznau
Die Firma Biondamasken kreiert neu Spuckschutzmasken statt Fasnachtsmasken

Da die Fasnacht 2021 ausfällt, kann Bio Bionda seine Fasnachtsmasken nicht verkaufen. Nun hat er eine Alternative kreiert: Spuckschutzmasken.

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Bio Bionda mit einer selbst genähten Spuckschutzmaske in seiner Werkstatt.

Bio Bionda mit einer selbst genähten Spuckschutzmaske in seiner Werkstatt.

Bruno Kissling

Seit 26 Jahren betreibt Bio Bionda die Firma Biondamasken in Winznau. Dort stellt er normalerweise jedes Jahr rund 1500 Fasnachtsmasken, Larven und «Grende» her für über 50 Cliquen. Als im Frühling die Coronakrise über die Schweiz einbrach, musste er seine Produktion schon zurückfahren und seine Mitarbeitenden für Kurzarbeit anmelden. Nun trifft ihn zusätzlich noch den Ausfall der Fasnacht 2021. Die Fähigkeiten eines Maskenbauers, Larvenbastlers und «Grende»-Bauers sind vorerst nicht mehr gefragt.

Für Bionda wurde es deswegen Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Anstatt Fasnachtsmasken zu basteln, für die gerade keine Nachfrage besteht, kreieren er und seine Frau eben solche, die im Moment sehr gefragt sind. Seine Spuckschutzmasken entsprechen der «HeiQ»-Technologie und bestehen aus antibakteriellem Stoff. Auf der Vorderseite zeigen sie karikaturistisch gemalte Münder in unterschiedlicher Ausführung. Die Münder malt Bionda jeweils mit Airbrush auf die Masken.

Um Masken nähen zu können, musste der Maskenbauer nicht gross neue Werkzeuge beschaffen. Eine Airbrush-Pistole hatte er bereits, eine Industrienähmaschine, um Perücken oder übergrosse Hüte zu nähen, auch. Der Umgang mit Nadel und Faden ist also nichts Neues für ihn. Trotzdem bedauert er, dass er in nächster Zeit wohl nicht so oft mit Kleister und Leim arbeiten wird. «Wir machen die Spuckschutzmasken, um uns über Wasser zu halten», erzählt er. Das sei aber nur eine Übergangslösung, er würde lieber so bald wie möglich wieder mit Fasnachtsmasken beginnen. Vor allem auch, weil er sicherstellen möchte, dass seine Mitarbeitenden weiterhin bei ihm bleiben und sich in der Zwischenzeit nicht nach neuen Jobs umsehen, um ihr Einkommen zu sichern.

Normalerweise unterstützen fünf Angestellte den Betrieb im Teilzeitpensum. Für den Moment musste sie Bionda aber alle wieder für Kurzarbeit anmelden, da er sie kaum beschäftigen kann. «Maskenbauer ist kein Lehrberuf.Es wäre deswegen schwierig, neues, geeignetes Personal zu finden.»

Die Lage sei schwierig, aber er käme über die Runden. Nicht zuletzt auch wegen der Liquiditätshilfen des Bundes und der Kurzarbeit. Diese bezeichnet der Maskenbauer jedoch als Rettungsring, an dessen Seil niemand zieht. Er stelle sich vor, die Coronakrise sei ein reissender Fluss. Zwar habe er durch die finanzielle Hilfe des Bundes oder des Kantons einen Rettungsring zugeworfen bekommen und könne sich damit über Wasser halten, das Ufer könne er aber trotzdem nicht erreichen, weil das Seil des Rings niemand festhält, der daran ziehen könnte.

Es frustriert ihn ein wenig, dass die Schweiz aus dem Lockdown im Frühling nichts gelernt hat. «Es hat sich dort gezeigt, wie nachhaltig es ist, regional einzukaufen und lokales Gewerbe zu unterstützen», sagt er überzeugt. Nicht nur im Bereich Lebensmittel, sondern auch bei anderen Dingen für den täglichen Gebrauch – wie zum Beispiel Gesichtsmasken. Es schmerzt ihn deswegen ein wenig, wenn er Aufträge für Masken verliert, weil sich Käuferinnen und Käufer für Billigprodukte aus dem Ausland entscheiden.

Doch trotz allem: Beschweren möchte sich Bionda nicht. «Das Leben ist eben kein Ponyhof», meint er versöhnlich. Seine Spuckschutzmasken stossen zudem bei verschiedenen Firmen und Fasnachtscliquen auf Anklang. Für das Skigebiet «Hoch-Ybrig» durfte er sogar 100 Masken produzieren.