Jetzt gilt es ernst im Dorfzentrum von Erlinsbach SO. Das Gebäude am Dorfplatz 2 wird abgerissen. An dessen Stelle kommt ein Neubau, der Platz für eine Arztpraxis und Wohnungen bieten wird.

Vergangene Woche ging es mit den Abrissarbeiten los. Das Erdgeschoss ist bereits leergeräumt, nun ist das Obergeschoss an der Reihe. Mit einem kleinen Bagger wird der Innenausbau herausgerissen, grosse rote Mulden stehen auf dem Dorfplatz bereit, um das Material aufzufangen. Danach wird es der Gebäudehülle an den Kragen gehen. In rund einem Monat soll das ganze Gebäude fort sein.

«Müssen vorsichtig vorgehen»

Das Gebäude Dorfplatz 2 ist Teil einer Häuserzeile. Deshalb müsse man besonders vorsichtig vorgehen, erklärt der Erlinsbacher Verwaltungsleiter Beat Baumann. So müssen die Liegenschaften rechts und links gesichert werden. Das Problem dabei: Das Gebäude sei «ein Gebastel», wie es Baumann ausdrückt. In den 60er-Jahren wurde das ehemalige Bauernhaus in einen Laden umgebaut. Und auch in den Folgejahren wurde das Gebäude immer wieder erweitert, immer wieder wurde etwas verändert.

Erschwerend komme hinzu, dass man «vor 60 Jahren halt anders gebaut hat als heute», wie es Baumann ausdrückt. «Deshalb müssen wir besonders sensibel vorgehen.» Und deshalb habe man auch schon zahlreiche Bohrungen vorgenommen, damit überhaupt einschätzbar sei, was da bei den Abrissarbeiten alles auf einen zukommt.

Eröffnung 2020

Ist das Gebäude erst einmal weg, soll es direkt mit dem Neubau losgehen. Da ein Keller bereits vorhanden ist, fallen zumindest die Aushubarbeiten weg. Aber auch am Untergeschoss wird einiges gemacht werden. So kommt zum Beispiel ein alter Warenlift weg, und auch die gesamte Kellerdecke wird herausgerissen werden.

Ende August soll der Rohbau fertig sein, so die Planung. Dann soll es schnellstmöglich mit dem Innenausbau weitergehen. Geplant ist, die Arztpraxis auf Anfang 2020 zu eröffnen. Die Wohnungen darüber werden dann etwas später vermietet werden.

Eine Zangengeburt

Das ganze Projekt hatte bis hierhin einige Hürden zu überwinden. An einer Urnenabstimmung hatte die Gemeinde ursprünglich einen Kredit von 1,5 Millionen bewilligt. Am ursprünglichen Projekt wurden aber einige Änderungen vorgenommen, sodass zwei Nachtragskredite in der Höhe von je einer Million bewilligt werden mussten. Dies sorgte für einige Kritik. Als «Salami-Taktik» wurde das Vorgehen betitelt. Man würde den Kredit in Portionen aufstocken, um eine weitere Urnenabstimmung vorzubeugen, so der Vorwurf. Die gesamten Baukosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Franken.

Im fertigen Gebäude soll eine Arztpraxis entstehen. Die beiden Ärztinnen Claudia Peter und Maja Friess, die momentan in der gleichnamigen Aargauer Gemeinde praktizieren, werden einziehen. Weiter wird es im Neubau Platz für einen Raum für Ergotherapie geben, für ein Büro eines Notars und für insgesamt fünf Wohnungen.