Trimbach
Clown Sascha: «Ich habe es auch zu Hause gerne lustig»

Der Trimbacher Sascha Strauss ist in der ganzen Deutschschweiz als Event-DJ, Clown und Ballonkünstler unterwegs.

Rahel Bühler
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Bruno Kissling

«Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.» Das Zitat von Hermann Hesse ziert die Eingangstür des Mehrfamilienhauses in einem Trimbacher Einfamilienhausquartier. Die Tür wird von einem Mann geöffnet, der mit seinen Unterhaltungsangeboten immer wieder für zauberhafte Momente sorgen will: Sascha Strauss ist Entertainer und als Event-DJ, Clown, Ballonkünstler und Stelzen-Mann in der ganzen Deutschschweiz unterwegs.

Der 49-Jährige blickt auf eine lange Karriere zurück: Seit mehr als 25 Jahren ist er im Geschäft. Angefangen hat seine Laufbahn mit einem Kinderzirkus im sankt-gallischen Gossau, wo Strauss aufgewachsen ist. «Ich bin eigentlich gelernter Koch. In die Unterhaltungsszene bin ich nach und nach irgendwie hineingerutscht», erinnert er sich. In der Vergangenheit legte er als DJ in Clubs auf oder war als Betreuer und Techniker mit verschiedenen schweizweit bekannten Künstlern unterwegs, mit deren Namen er sich allerdings nicht brüsten will.

50000 Lieder im Gepäck

Heute konzentriert er sich auf zwei Standbeine: Als Event-DJ mit dem Künstlernamen DJ Seron ist er oft an Firmenanlässen unterwegs. Aktuell stehen Weihnachtsessen auf dem Programm. Sein Musikrepertoire reicht von Oldies über Schlager- und Partyhits bis zu aktuellen Hitparaden-Songs. «Ich lege das auf, was auch im Radio gespielt wird, also primär Mainstream», sagt der Trimbacher, der 50 000 Titel im Gepäck hat. Wenn es möglich ist, geht er auch spontan auf Songwünsche ein. «Die Lieder einfach so streamen oder downloaden darf ich aus rechtlichen Gründen nicht. Ich kaufe alle Stücke bei lizenzierten Anbietern wie zum Beispiel iTunes», erläutert der Entertainer. Er wird auch für Hochzeiten engagiert.

Sein zweites Standbein ist der Clown Sascha. Mit dieser Kunstfigur tritt er nicht nur an Firmenanlässen, sondern auch an Stadtfesten oder Dorfmärkten auf. Wenn er als Ballonkünstler vor Ort ist, ist er jeweils an einem fixen Standort anzutreffen. «Ich verwende meist vier bis fünf Ballone für eine Figur», erklärt Strauss. Er vollbringe denn nicht nur einfache, sondern vor allem komplexere Figuren: etwa ein Affe mit einer Banane, eine Krone oder ein Pinguin. «Für einen Skorpion brauche ich gut 45 Minuten. Deswegen bastle ich dieses Tier bei öffentlichen Anlässen nicht», erörtert der Clown. Manchmal müsse er auch einen Wunsch ausschlagen, wenn er nicht umgesetzt werden kann.

Als Walking Act oder Stelzen-Mann steht Strauss auf ein Meter hohen Stelzen und läuft durch die Menge, verteilt Flyer oder unterhält die Leute. In diesem Sommer schnallte er sich einmal einen Wasserbehälter um den Rücken, um die Besucher einer Veranstaltung mit Wasser abzukühlen. «Ja, ich bin einmal herunter gefallen, aber ich bin glücklicherweise weich gelandet, sodass nichts passiert ist», berichtet der 49-Jährige schmunzelnd. Als Stelzen-Mann spreche er auch gerne Leute an und nehme manche ein bisschen auf die Schippe. «Vorher beobachte ich die Person aber etwas, damit ich abschätzen kann, ob sie die Stichelei verkraften würde», räumt Strauss ein und ergänzt, dass die Sprüche meistens gut ankämen.

Ist der Clown auch privat lustig?

Bei allem, was Sascha Strauss unternimmt, ist es stets sein oberstes Ziel, sein Publikum zu unterhalten. Dabei muss er auch darauf achten, nicht ins Dümmliche abzudriften. «Der Grat zwischen lustig und lächerlich ist manchmal sehr schmal», ist sich der Entertainer bewusst. Wie er dies unterscheiden und verhindern könne, käme ganz auf die Situation an: «Ich glaube, das schaffe ich auch damit, dass ich nicht abgehoben bin.»

Wie viele Auftritte er hat, ist unterschiedlich, es käme auf die Saison an. Genaue Zahlen möchte Strauss nicht in der Zeitung lesen, nur so viel verrät er: «Ich bin häufig gebucht.» Auch über seine Preise möchte der Alleinunterhalter nicht sprechen: «Ich bin bezahlbar, es gibt andere Entertainer, die sind viel teurer.» Obwohl er unter der Woche noch einem Job mit 50-Prozent-Pensum nachgeht, kann er sein Leben mit seinen Auftritten finanzieren.

Die Vorstellung, wonach Clowns auch privat lustig sind, bewahrheitet sich im Falle von Strauss: «Ich habe es zu Hause gerne lustig. Aber ich kann auch bremsen.» Genau wie sein vielseitiger Beruf ist Strauss auch privat vielfältig interessiert. Zu seinen Hobbys gehören Joggen und Biken. In seiner Tätigkeit zaubert er seinem Publikum ein Lächeln ins Gesicht. Als Highlight seiner bisherigen Karriere bezeichnet er die Zusammenarbeit mit verschiedenen Schweizer Künstler. Das zaubert dem Clown ein Lächeln ins Gesicht.

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