Gretzenbach
Bauarbeiten für Pumpwerk laufen – noch ist der Brunnen aber verschlossen

Das Grundwasserpumpwerk Aarenfeld soll bis im Herbst fertiggestellt sein. Die ersten Pumpversuche fanden bereits statt. Und versprechen gute Resultate.

Silvana Schreier
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Das untere Geschoss des Grundwasserpumpwerks Aarenfeld ist fertiggestellt.
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Ende 2019 soll die Anlage neben dem Kernkraftwerk Gösgen in Betrieb genommen werden.
«Die umfangreichen Messungen und Färbeversuche während des Pumpversuchs im vergangenen Jahr zeigten hervorragende Ergebnisse», sagt Jörg Amsler, Präsident der Wasserversorgung Unteres Niederamt.
Pumpwerk Aarenfeld Gretzenbach Juli 2019
30 Meter tief ist der Brunnen, der vergangenes Jahr gebohrt wurde. Das Bohrloch weist einen Durchmesser von 2 Metern auf.
Der Spatenstich für die Bauarbeiten fand vor einem Jahr statt.

Das untere Geschoss des Grundwasserpumpwerks Aarenfeld ist fertiggestellt.

OT/Bruno Kissling

Bis zu 10'000 Liter flossen pro Minute durch die Leitungen. Innert 33 Tagen konnten 370'000 Kubikmeter Wasser heraufgepumpt werden. Diese Arbeit wurde von zwei Pumpen geleistet, die das Wasser aus dem Grundwasserspiegel an die Oberfläche befördern. Die Rede ist von den ersten Pumpversuchen für das neue Grundwasserpumpwerk Aarenfeld.

Direkt neben dem Kernkraftwerk Gösgen laufen die Vorbereitungen für die Fertigstellung des Pumpwerks. Im November 2018 wurde der zweite Pumpversuch gestartet. Die Ziele: Einerseits sollte herausgefunden werden, ob überhaupt ausreichend Trinkwasser vorhanden ist. Andererseits musste getestet werden, wie gross der Trichter – also eine Art Strudel – ist, der sich im Grundwasserspiegel bildet.

«Ausgezeichnete Wasserqualität»

Das Fazit lässt sich sehen: «Die umfangreichen Messungen und Färbeversuche während des Pumpversuchs im vergangenen Jahr zeigten hervorragende Ergebnisse», sagt Jörg Amsler auf Anfrage. Er ist Präsident der öffentlich-rechtlichen Unternehmung Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN), die das Pumpwerk Aarenfeld künftig betreiben wird.

Die Tests hätten einerseits die berechnete Abgrenzung der Schutzzonen bestätigt. Amsler: «Andererseits zeigten die Laboranalysen von mehr als 100 gemessenen Parametern eine ausgezeichnete Wasserqualität.»

Konzession erneuern

Darum werde die WVUN beim kantonalen Amt für Umwelt eine Konzession zur Förderung von 10'000 Litern pro Minute beantragen. Das ist doppelt so viel, als die damals bei der Baubewilligung für das Pumpwerk geplante Wassermenge.

Während der Brunnen bereits im vergangenen Jahr gebohrt wurde, konnten mittlerweile auch die Filter eingebaut werden. «Nach dem Pumpversuch haben wir den Brunnen nun aber aus Sicherheitsgründen verschlossen», erklärt der WVUN-Präsident.

Drei Meter hoher Bau

Ein Besuch auf der Baustelle in Gretzenbach zeigt: Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Der untere, im Boden versenkte Teil des Pumpwerks ist bereits fertiggestellt. Es handelt sich dabei um den Pumpenraum. Amsler erklärt: «Sobald die Bodenplatte fertiggestellt ist, wird das Aufsatzrohr auf den Brunnen gesetzt. Darauf können später die Pumpen montiert werden.»

Noch ragen Hunderte Armierungseisen aus dem unfertigen Betonwürfel, der zur Hälfte in der Erde steckt. Der oberirdische Teil fehlt noch: Darin wird der Traforaum untergebracht sein. Zurzeit werden die Wände hochgezogen. Der zweigeschossige Bau wird etwa drei Meter in die Höhe ragen. Die Bauarbeiten seien im Zeitplan, erklärt Amsler.

Inbetriebnahme gegen Ende 2019

Bis im Herbst dieses Jahres soll das Grundwasserpumpwerk Aarenfeld fertiggestellt sein. Amsler ergänzt: «Die Inbetriebnahme ist Ende 2019 vorgesehen.» Die Kosten für das Grossprojekt liegen bei vier Millionen Franken. Davon übernimmt der Kanton 35 Prozent. «Laut aktuellem Kostenstand sind wir innerhalb des Kostenvoranschlags», so Amsler. Darin enthalten seien auch Reserven für Unvorhergesehenes.

Das Pumpwerk Aarenfeld wird künftig die Gemeinden Gretzenbach und Schönenwerd mit Grundwasser versorgen. Ausserdem besteht für andere Gemeinden die Möglichkeit, in Notfällen auf das Wasser aus Gretzenbach zurückzugreifen.

Einweihung des neuen Reservoirs

Das neugebaute Reservoir «Föhren» im Schönenwerder Wald wird künftig mit Wasser aus dem Pumpwerk Aarenfeld gespeist. Der Neubau ist seit April 2019 nach fast zwei Jahren Bauzeit in Betrieb. 3000 Kubikmeter Wasser haben im Reservoir Platz. Die offizielle Einweihung des Wasserreservoirs findet am Dienstag, 27. August, um 16 Uhr statt. (sil)

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