Lostorf
Abtragung des Bilanzfehlbetrags rückt einen grossen Schritt näher

Dank Sparmassnahmen und einer Steuerfusserhöhung fiel die Verwaltungsrechnung von Lostorf besser aus als erwartet. So nahm die Gemeinde unter dem um 4 Prozentpunkte erhöhten Steuerfuss von den natürlichen Personen rund 320'00 Franken mehr ein als im Vorjahr, nämlich 10,94 Millionen Franken.

Gabriela Strähl
Merken
Drucken
Teilen
Neben der Rechnung waren auch Änderungen im Schulbetrieb ein wichtiger Punkt in der Versammlung.

Neben der Rechnung waren auch Änderungen im Schulbetrieb ein wichtiger Punkt in der Versammlung.

BRUNO KISSLING

Während der Ertrag aus den Sondersteuern höher war als erwartet, brachen die Steuereinnahmen von juristischen Personen stark ein, anstatt wie im Budget vorgesehen zu steigen. Dies sei laut Gemeinderätin Corinne Saner nicht abschliessend erklärbar und werde noch vertieft analysiert.

Die Gemeinde konnte den Bilanzfehlbetrag um 99'110 Franken mehr reduzieren als erwartet, nämlich um 358'710 Franken. Der Bilanzfehlbetrag von 792'824 Franken (Ende 2015) muss in den nächsten fünf Jahren abgetragen werden, was laut Finanzverwalterin Karin Dettke realistisch ist. Die Rechnung schloss somit mit einer schwarzen Null. Die Versammlung genehmigte die Verwaltungsrechnung einstimmig.

Weiter hiess die Gemeinde einen Nachtragskredit von 325'479 Franken gut. Das Gesamttotal der Nachtragskredite betrug 781'525 Franken, wovon allerdings 456'046 Franken gesetzlich übergeordnet waren und keiner Zustimmung der Gemeindeversammlung bedurften. Ein Grossteil des gebundenen Betrags fiel auf Sozialkosten, während bei der ungebundenen Summe der Unterhalt von Leitungsnetz und Hydrant mit rund 100'000 Franken als grösster Posten herausstach.

Änderungen im Schulbetrieb

Gross als Thema in der Lostorfer Gemeindeversammlung vertreten war die Schule. Dazu gehörte die Aufhebung des alten Reglements über das kommunale Schulwesen. Dieses musste nach der Einführung der Geleiteten Schule angepasst werden. Neu wird der strategische Teil in der Schulordnung und der operative Teil in der Schulbetriebsordnung geregelt. Die 34 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten das Reglement einstimmig.

Weiter hiess der Souverän die Teilrevision des Schulzahnpflegereglements gut, wonach die Schulzahnpflege für Schüler der Sekundarstufe neu vom Zweckverband der Kreisschule Mittelgösgen geregelt wird. Durch die Vereinheitlichung soll der organisatorische Aufwand schwinden und die Schüler nicht mehr an unterschiedlichen Tagen im Unterricht fehlen.

Dies wurde einstimmig genehmigt, genauso wie der Kredit von 128'906 Franken für den Ersatz der Heizungsanlage der Kreisschule Mittelgösgen, welche Lostorf an die Gesamtkosten von 300'000 Franken bezahlen muss. In den nächsten Jahren soll in Zusammenarbeit mit der Suissetec die Anlage mit Fernwärme installiert werden.

Neben den die Schule betreffenden Revisionen kamen zwei weitere Reglemente zur Sprache. Dies waren der formale Akt der Aufhebung einer veralteten kommunalen Ladenschlussverordnung sowie die Teilrevision des Reglements über Grundeigentümerbeiträge.

Die Baukommission hatte vermehrt Fälle von kleineren Bauten oder Änderungen festgestellt, die trotz Bewilligungspflicht ohne Baugesuch erstellt wurden. Die Versammlung genehmigte das neue Reglement mit 33 Ja-Stimmen und einer Enthaltung.

Zukünftig werden nachträglich eingereichte Baugesuche mit einer Zusatzgebühr von 100 Prozent belastet. Wegen höherem Bearbeitungsaufwand von Baugesuchen wird die Minimalgebühr bei ordentlichen Baugesuchen neu von 50 auf 100 Franken angehoben.

Asylunterkunft zugewachsen

Unter dem Traktandum Verschiedenes meldeten sich mehrere Stimmbürger zu Wort. Eine Frau kritisierte den Zustand der Baracke an der Winznauerstrasse sowie der Liegenschaft am Schulweg 1, welche als Asylunterkunft dienen.

So sei die Baracke aktuell praktisch zugewachsen und wirke nicht heimelig. Müller verwies auf die Angestellten der Sozialregion, die nötige Massnahmen der Gemeinde melden würden. Der Gemeinderat werde das Anliegen aufnehmen und sich mit der Zuständigen beraten. «Bauliche Massnahmen sind doch Gemeindesache», unterbrach ihn die Wortmelderin, worauf der Gemeindepräsident einen Moment schwieg und anschliessend sagte, dass er ihr Anliegen entgegennehme.

Eine weitere Stimmbürgerin äusserte ihr Erschrecken über die hohen Kosten für das Sozialwesen. Gemeindepräsident Thomas Müller erklärte dies mit dem Lastenausgleich, der mit der Einführung der Sozialregionen einherging. Die Gemeinde allein habe auf die Kosten kaum Einfluss, es gäbe allerdings Bemühungen von Kanton und Sozialregion, die Kosten zu senken.

Wechsel im Gemeinderat

Müller gab zudem bekannt, dass Gemeinderat Thomas Kohler von der Freien Liste Lostorf-Mahren per Ende Juni aus beruflichen Gründen demissioniert. Gabriela Lätt von derselben Liste wird als bisheriges Ersatzmitglied übernehmen.