Langendorf

Wie ein Gelähmter im Rollstuhl mit einem Gleitschirm die Alpen überquerte

Mit dem Rollstuhl über die Alpen fliegen

Mit dem Rollstuhl über die Alpen fliegen

Nach einem Gleitschirmunfall ist Stefan Keller gelähmt. Der Sportler lässt sich deshalb aber nicht aus der Bahn werfen und wagt das Undenkliche.

Stefan Keller aus Langendorf ist Gleitschirmflieger – und gelähmt. Doch das hindert ihn nicht daran, mit Rollstuhl und Schirm von der Alp Scheidegg über den Alpenkamm nach Ascona (TI) zu fliegen.

Geschichten wie diese kann nur das Leben schreiben: Stefan Keller aus Langendorf fliegt seit Jahren Gleitschirm. Auch Rollstuhlfahrern zeigt er, wie sie in die Luft starten können. Doch dann geschieht es: Der Sportler verunglückt bei seinem geliebten Sport und ist fortan gelähmt und sitzt im Rollstuhl.

Doch von diesem Schicksalsschlag lässt sich der 54 -Jährige nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Jetzt überquerte Stefan Keller mit Schirm und Rollstuhl sogar die Alpen, wie Tele M1 berichtet.

«Ich bin nirgendwo so bei mir selbst wie wenn ich in der Luft bin», erklärt Keller. Und so reist er von der Alp Scheidegg über den Alpenkamm nach Ascona (TI), fliegend und rollend. Eigentlich wollte der Langendorfer die Hälfte der Strecke fliegen, wegen den schlechten Wetterverhältnissen muss er jedoch 80 Prozent auf der Strasse zurücklegen.

Das sei nicht ganz einfach gewesen: «Ich hatte ein bisschen Muskelkater, der aber schnell wieder weg war», erzählt Keller. «An den Händen habe ich immer noch ein paar Blasen, das was Fussgänger an den Füssen haben, habe ich an den Händen.» Bei Hängen, die steiler als 6 Prozent sind, muss sich der 54-Jährige helfen lassen.

Und so liess er sich von der Historischen Gotthardpost einen Pass hinauf ziehen. Nach drei Tagen fahren und fliegen erreicht er Ascona schliesslich unversehrt. (chg)

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