Lohn-Ammannsegg
Waldgebiet mit Naturschutz-Wert: «Bärenmoos» soll der natürlichen Entwicklung überlassen werden

Die Bürgergemeinde Lohn erklärt das «Bärenmoos» zum Reservat. In den nächsten 20 Jahren sollen auf jegliche forstliche Eingriffe verzichtet werden.

Rudolf Luterbacher
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Das «Bärenmoos» ist ein einzigartig strukturiertes Waldfeuchtgebiet.

Das «Bärenmoos» ist ein einzigartig strukturiertes Waldfeuchtgebiet.

Der Waldteil «Bärenmoos» der Bürgergemeinde Lohn ist rund acht Hektaren gross und ein einzigartig strukturiertes Waldfeuchtgebiet. Der Baumbestand war bislang zur Hauptsache von Eschen geprägt. Doch der für Bäume tödliche Pilz «Chalara fraxinea» hat die vielen Eschen auch im «Bärenmoos» befallen und die Bäume zum Absterben gebracht.

In den letzten Jahren mussten deshalb mehr als 200 grosse Eschenbäume gefällt werden. Auf den nun sichtbar gewordenen Freiflächen wurden 150 junge Erlen nachgepflanzt, welche die rasch hochgeschossenen Dornen in Zaum halten sollen und sich als neue heimische Baumart in diesem Gebiet in Zukunft behaupten soll.

Artenreiches Refugium

Mit dem Absterben der Eschen ist die natürliche Umwandlung des Waldgebietes schon augenfällig geworden. Im Ostteil dieses Waldteils wachsen junge Buchen und Eichen nach, im Süden Birken, im Westen Ahorne und Weisstannen sowie Buchen und zum Norden hin Rottannen. Dazu kommt, dass mehrere Arten von Waldgräsern in den Waldlichtungen festgestellt werden können. Verschiedene heimische Straucharten bilden das Unterholz.

In den dornigen Beerensträuchern und Sauergräsern hält sich auch oft das Wild auf und augenfällig ist, dass auch viele Vogelarten das «Bärenmoos» als Nist- und Futterstelle benutzen. In den wenigen Kleinteichen und neu in temporären Mini-Tümpeln, entstanden durch Rückespuren der Waldbewirtschaftung, laichen Jahr für Jahr zunehmend mehr Frösche und Bergmolche. Entsprechend ist das Bärenmoos in jeder Hinsicht – und besonders im lokalen Bereich – ein artenreiches Refugium mit naturschützerischem Wert.

Gerade aus diesen Grund hat die Bürgergemeindeversammlung im Januar entscheiden, auf einem Grossteil des Waldgebietes «Bärenmoos» (5 Hektaren) in den nächsten 20 Jahren – mit Option auf Verlängerung – auf jegliche forstliche Eingriffe zu verzichten und diesen Wald der natürlichen Entwicklung zu überlassen.

Periodisch dokumentieren

Die Bestimmungen zu diesem Waldteil sehen vor, dass die Jagd weiterhin betrieben werden kann. Denn diese ist für dieses Waldreservat von grosser Wichtigkeit, damit der Wildbestand reguliert wird und die Waldverjüngung aufwachsen kann. In den kommenden Jahren soll die Entwicklung des Reservates periodisch dokumentiert werden, und zwar nach fixen Prozessen, damit die Vergleichbarkeit gewährleistet ist. Zudem wird in diesem Waldteil auf jegliche bauliche Massnahme verzichtet und der Weg durch dieses Gebiet aufrechterhalten.

Mit diesem Beschluss trägt die Bürgergemeinde Lohn zur Bewahrung und zum Erhalt der Artenvielfalt in ihren Waldungen bei und will damit Menschen für den Wald in seiner vielfältigen Funktion und Art sensibilisieren. Der einhellige Beschluss der Lohner Bürgerinnen und Bürger wird nun der kantonalen Behörde weitergeleitet.

Die Versammlung der Bürgergemeinde hat

- sechs Personen das Bürgerrecht gewährt;

- das Budget 2018 mit einem kleinen Aufwandüberschuss angenommen;

- beschlossen, betreffend Teilnahme an der Reorganisation Forstbetrieb Wasseramt erst zu entscheiden, bis Rechtsform, Fakten, Zahlen, Umsetzungskriterien usw. bekannt sind;

- zwei geplante Holzschläge zugunsten der Waldschäden vom Sturmwind «Burglind» zurückgestellt.

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