20-Jahr-Jubiläum
Vom «Bauernanlass» zum Städter-Event: Das Openair Etziken im Rückblick

Das Openair Etziken findet dieses Wochenende zum 20. Mal statt – Zeit für einen Rückblick mit den Machern.

Rahel Meier
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Chris von Rohr 2003 am Etziken
16 Bilder
Rückblick auf mehrere Jahre Openair Etziken
Patent Ochsner standen am 13.Openair (2009) auf der Bühne
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TinkaBelle lädt zum Mitsingen ein (2011)
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Seit 20 Jahren gibts das Openair in Etziken schon. So gross war es am Anfang jedoch noch nicht.
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Bligg musste bei seinem Auftritt 2014 Platz nehmen wegen seines Fusses.
Auch das Kinderopenair zieht die Kinder in Scharen an: Hier machen Stärneföifi im Jahr 2012 Stimmung.

Chris von Rohr 2003 am Etziken

Astrid Bucher

Am kommenden Wochenende wird das Openair in Etziken zum 20. Mal durchgeführt. Was als kleiner Insider-Anlass für die Mitglieder des «Donnschti-Club Etziken», ihre Angehörigen und Kollegen begann, ist heute zu einem Anlass mit insgesamt 9000 Besuchern und einem Umsatz von nahezu einer Million Franken (laut Regierungsratsbeschluss für die Defizitgarantie) geworden. Grund genug, um mit zwei Gründungsmitgliedern und dem Pressechef des Openairs zurückzublicken.

Zu Beginn 300 Zuschauer

Das erste Openair in Etziken fand im August 1994 statt. Rund 300 Zuschauer fanden den Weg auf den ehemaligen Hockey-Platz, der noch heute genutzt wird. Auf der selbst konstruierten Bühne standen Bands, die via Bekanntenkreis der Mitglieder des Donnschti-Club, nach Etziken geholt wurden. Allen voran spielte Lokalmatador «Böbu», der auch in den Nachfolgejahren mit dabei war, dazu kam der unbekannte Zürcher «Guitar Mike» und «Donnervouk».

Die Gesprächspartner Reto Stampfli ist in Etziken aufgewachsen, Präsident des Donnschti-Club und langjähriges Mitglied des Organisationskomitees. Stampfli ist 47-jährig und nach wie vor im Verein tätig. Yves Ammann gehört zur «neuen Garde» der Openair-Macher. Er hat 2011 das Amt als Pressechef übernommen. Ammann ist 39-jährig, in Riedholz aufgewachsen und wohnt heute in Bibern. Martin Kaufmann ist in Etziken aufgewachsen, Mitglied im Donnschti-Club Etziken und war während 15 Jahren OK-Präsident. Kaufmann ist heute 46-jährig und Präsident des Vereins Openair Etziken;

Die Gesprächspartner Reto Stampfli ist in Etziken aufgewachsen, Präsident des Donnschti-Club und langjähriges Mitglied des Organisationskomitees. Stampfli ist 47-jährig und nach wie vor im Verein tätig. Yves Ammann gehört zur «neuen Garde» der Openair-Macher. Er hat 2011 das Amt als Pressechef übernommen. Ammann ist 39-jährig, in Riedholz aufgewachsen und wohnt heute in Bibern. Martin Kaufmann ist in Etziken aufgewachsen, Mitglied im Donnschti-Club Etziken und war während 15 Jahren OK-Präsident. Kaufmann ist heute 46-jährig und Präsident des Vereins Openair Etziken;

Thomas Ulrich

«Eintrittsbillette gab es keine, jeder erhielt einen Pin», so Martin Kaufmann. Schon beim zweiten Openair im Jahr darauf fanden 800 Zuschauer den Weg nach Etziken. «Betterworld» hatten kurz zuvor einen Auftritt im Fernsehen, was zum ersten Mal auch den Vorverkauf mächtig ankurbelte. Neben der Bühne wurde ein kleines Festzelt aufgebaut. Dort fand die erste After-Show nach dem Hauptkonzert statt. Es dauerte nicht lange und es wurden die ersten Plakate und ein Programmheft produziert. Die Bühne wurde grösser, die Musikanlage professioneller.

Im Jahr 2003 wurde der Openair-Platz ausgebaut. Die Hauptbühne blieb auf dem Kiesplatz, im Norden wurden das Festzelt und eine zweite Bühne hingestellt. 2005 wurde das Openair auf zwei Tage und doppelt so viele Bands ausgedehnt. Seit 2007 wird der Anlass durch den Verein Openair Etziken unter der Leitung eines elfköpfigen OK-Teams organisiert. «Alles ist professioneller geworden», erklärt Yves Ammann. Heute müsse die Bühnentechnik stimmen, auch Licht und Mischpult seien immer wichtiger geworden. «Viele Künstler haben auch gerne eine eigene Garderobe.»

Jeder im heutigen OK sei in seinem Bereich spezialisiert und löse die Probleme mit seinen Leuten, bevor der Rest des OK’s dies überhaupt mitbekomme. So wurde beispielsweise letztes Jahr kurz vor Mitternacht ein neues Lichtpult organisiert, nachdem das andere wegen des starken Gewitters ausstieg. Und wenn eine frierende Stefanie Heinzmann nach einem Heizstrahler fragt, dann kriegt sie den. «Ich staune immer wieder, was alles neu ist an unserem Openair und wie es sich entwickelt hat», erklärt Reto Stampfli.

Rauch war nicht so beliebt

Ausgangspunkt des ersten Openairs waren die Garagen-Parties des Donnschti-Club. «Da hatten wir immer unsere Rauchmaschine im Einsatz», lacht Stampfli. Die sei am Openair immer weniger zum Einsatz gekommen. «Die Bands mochten den Rauch nicht so wie wir.» Auch die Sketches, die der Donnschti-Club ein oder zwei Openairs lang als Pausenüberbrückung aufführte, gefielen den Schauspielern besser als dem Publikum.

Alles in allem erinnern sich Kaufmann, Stampfli und Ammann gerne an viele schöne Momente. «Einmal haben wir morgens um drei Uhr noch zusammen mit Züri West Würste gegrillt.» Ein ander mal suchte das OK den Lastwagen von Silbermond, der mit dem gesamten technischen Material der deutschen Band unterwegs war. «Wir haben den Chauffeur dann in Etziken in einem Stall gefunden, wo er mit einem Bauern ein Bier trank. Als Berliner hatte er noch nie so viele Kühe auf einmal gesehen und hielt spontan an und vergass die Zeit.»

Breites Programm

Das Openair Etziken startet bereits zum siebten Mal mit dem Kinder Openair am Donnerstagnachmittag. Von 15 bis 16 Uhr spielt Christian Schenker mit den Grüüveli Tüüfeli aus dem Programm «Chatz & Muus-Tour». Von 16.30 bis 17.30 Uhr sind dann Papagallo & Gollo mit der Piratenshow angesagt.

Daneben hat es diverse Angebote für die Kinder: Schminkecke (brushen); Biene Sumsi; Hüpfburgen; Rollenbahn; Essen im Foodcorner; Soft-Ice; Getränke und Kaffee und Kuchen an der Bar.

Das Openair am Freitag und Samstag ist ausverkauft. Es gibt keine Abendkasse mehr. Am Freitag sind 77 Bombay Street und Patent Ochsner auf der Hautbühne zu hören, am Samstag Milow und Bligg. Daneben gibt es zahlreiche weitere
Acts. (rm)

Gerne wird auch heute noch davon erzählt, dass der Vegiburger eigentlich in Etziken erfunden wurde. «Einer unserer Väter stand damals am Grill und servierte die Hamburger mit viel Gurken und Tomaten. Ab und zu vergass er dabei, das Fleisch ebenfalls in den Burger zu tun. Schon nach einer Stunde gingen uns die Beilagen aus.» Mehr als genug hatte man dafür am ersten Openair an Bier eingekauft. Ein ganzes Palett voll. Weil nicht alles getrunken wurde, lagerte man es in einem privaten Keller. «Irgendwann explodierten dann aber die Büchsen und es gab eine ziemliche Schweinerei.» Für einigen Gesprächsstoff sorgten auch die Päckli mit Parisern, die in einem Jahr als Eintritt abgegeben wurden.

Dank an die vielen Helfer

Am Donnerstagabend findet ein Jubiläumsanlass statt. Mit diesem will das OK Danke sagen. «Ohne unsere Eltern, die damals voll hinter uns standen und noch viele Jahre irgendwo im Hintergrund mithalfen, wäre das Openair nie zu dem geworden, was es heute ist», so Martin Kaufmann. Und noch heute wird in Etziken mit vielen Freiwilligen gearbeitet.

Trotz der Gratwanderung zwischen Professionalität und Fronarbeit ist das OK bemüht, immer Qualität zu bieten. In diesem Sinne wurde 2012 zum ersten Mal eine Tribüne mit Sitzplätzen aufgebaut. «Bereits zum siebten Mal wird auch den Kleinsten etwas geboten mit dem Kinderopenair», so Yves Ammann. Neuerungen gibt es auch dieses Jahr. Mit einer Stehtribüne östlich des Kiesplatzes, einem verbesserten Essensangebot und Toilettenwagen für die Frauen.

Viele kommen wieder

Dem Publikum gefällt es in Etziken. So schnell wie dieses Jahr waren die Tickets noch nie ausverkauft. Und auch die Bands kommen gerne. «Sonst würden sie wohl nicht mehr als ein Mal bei uns spielen.»

Und mit einem Seitenhieb auf die Stadt Solothurn meinen Kaufmann, Stampfli und Ammann: «Wurde das Openair früher in der Stadt kaum wahrgenommen und als Anlass im Bauerndorf abgetan, kommen mittlerweile auch die Städter zu uns.»