Derendingen
Videoanalysen zeigen gefährliche Situationen beim Schulhaus Steinmatt

Lea Bleuer-Reimann
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Das Schulhaus Steinmatt. (Archiv)

Das Schulhaus Steinmatt. (Archiv)

rgw SZ

Das Thema Verkehrssicherheit rund um die Schulhäuser beschäftigt den Gemeinderat. Die SP-Fraktion stellte deshalb im September den Antrag, die Parkfelder vor dem Schulhaus Steinmatt aufzuheben.

Nun wurde eine umfangreiche Analyse mit Radarmessungen und Videoaufnahmen durchgeführt, welche zeigt, dass tagtäglich verschiedenste Gefährdungssituationen entstehen. Die Senkrechtparkfelder beim Steinmatt, Elterntaxis und Falschparkierer stellen Gefahren dar, aber auch unachtsame Kinder mit Velos oder Kickboards. Dafür müssen Lösungen her.

Umleitung für ein halbes Jahr

Ein Endziel könnte womöglich darin bestehen, an der Steinmattstrasse eine Begegnungszone mit Tempo 20 einzurichten – aber: Zuerst steht dieser Strasse noch eine grosse Herausforderung bevor. Durch die Bauarbeiten auf der Hauptstrasse wird sie nämlich vorübergehend ein viel grösseres Verkehrsvolumen aufnehmen müssen. Da die Hauptstrasse während der Bauphase vom Kreuzplatz her nur noch dorfeinwärts zu befahren sein wird, wird der Verkehr in Richtung Kreuzplatz via Steinmattstrasse umgeleitet.

Sofern es keine Einsprachen gibt, beginnt diese Phase etwa nächsten Juli und dauert ungefähr ein halbes Jahr. Erst wenn dies alles abgeschlossen ist, könnte das Fernziel Tempo 20 umgesetzt werden. Es gibt aber Massnahmen, die schon vorher ergriffen werden könnten. Als Sofortmassnahme bereits erfolgt ist die Einführung eines Verkehrdienstes, welcher zu den Stosszeiten Unterstützung bei Parkmanövern bietet. Trottoir und Strassenraum werden abgesichert, während Fahrzeuge im Bereich der Senkrechtparkfelder manövrieren.

Das Büro Kontextplan, welches die Analyse durchgeführt hatte, empfiehlt weitere Massnahmen, welche nun von den Fachkommissionen der Gemeinde bearbeitet werden. Bis nächsten Frühling soll dem Gemeinderat ein Vorschlag vorliegen, man will keine Zeit verlieren. Eine Variante, die sich aufdrängt, ist das Aufheben der 14 Senkrechtparkfelder vor dem Schulhaus Steinmatt, zwischen Trottoir und Schulhaus. Allerdings bräuchte es dann zusätzliche Parkfelder, die wahrscheinlich nicht direkt beim Schulhaus geplant werden könnten. Ein denkbarer Ort wäre die Schreinergasse 6.

Auch von einer Haltebucht für die unerwünschten Elterntaxis ist die Rede. Zwar hat man Bedenken, diese dadurch erst recht zu fördern. Andererseits werde man sie leider auch nicht los und müsse ihnen wohl Raum für ihr «Kiss and Ride» geben, so das Dilemma. «Die Frage ist wirklich, ob Elterntaxis durch eine Haltebucht noch begünstigt werden», so der Gemeindepräsident Kuno Tschumi. Weitere Lösungsansätze wären die Aufhebung des Fussgängerstreifens im Bereich des Velounterstands oder das Verschmälern der Fahrbahn.

Gefahren auch im Mitteldorf

Im Schulhaus Mitteldorf wurde die Gefährdung als geringer eingestuft, Sofortmassnahmen seien dort nicht notwendig. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Mehrzweckhalle wird der Schulhausvorplatz neu gestaltet und die Lage entschärft. Weitere Entschärfungsmöglichkeiten gäbe es aber auch dort, so könnte man zwecks Sicherheit die hohen Pflanzen bei der Parkplatzzufahrt zurückschneiden oder den Weg zwischen der katholischen Kirche und dem Parkplatz westlich des Gemeindehauses umgestalten.

Die Videoanalyse hat auch gezeigt, dass ein Grossteil der Gefahren von den Kindern selbst ausgeht – mangelnde Aufmerksamkeit, nebeneinander fahrende Velos auf der Strasse oder aber Velos und Trottinettes auf dem Trottoir sowie unachtsames Fahren rund um parkierende Autos.

Im Weiteren wurde Olaf Wirtz, ehemaliger Leiter des Sozialdienstes Wasseramt Ost, verabschiedet. Gemeindepräsident Kuno Tschumi ehrte ihn als Mann der ersten Stunde. Wirtz selber wandte sich auch an den Gemeinderat und betonte, dass er mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehe. Er freue sich aber auf die vielen neuen Projekte und Hobbys, die er nun nach der Pensionierung angehen könne.