Unter Schutz
Die Bergkapelle auf dem Weissenstein wird saniert

Die Sanierungsarbeiten der Ökumenischen Bergkapelle auf dem Weissenstein beginnen bald. Neuerdings steht der Bau unter Schutz.

Judith Frei
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Die Bergkapelle auf dem Weissenstein ist eingerüstet.

Die Bergkapelle auf dem Weissenstein ist eingerüstet.

Judith Frei

Die Wolken ziehen vorbei und lassen immer wieder einen Blick auf das Tal frei: Die Aare sieht aus wie ein mäandrierender Silberfaden. Diesen Ausblick sieht man von der Ökumenischen Bergkapelle auf dem Vorderen Weissenstein. Ihr Vorplatz ist aber momentan wegen des Baugerüsts wenig einladend, denn bald beginnen die Sanierungsarbeiten.

Zuerst wird das Dach instand gesetzt. Weil es asbesthaltig ist, muss das Eternitdach komplett ersetzt werden. Ausserdem werden die Fenster mit Isolierverglasung ersetzt und die kleine Kapelle bekommt einen neuen Anstrich.

Finanzielle Unterstützung von vielen Seiten

Die Kosten der Arbeiten belaufen sich auf über 60'000 Franken. «Das ist viel Geld für eine kleine Stiftung, wie wir es sind», erklärt die Präsidentin der Stiftung Ökumenische Bergkapelle Weissenstein, Anita Panzer. Damit die 40-jährige Kapelle nicht ihrem Schicksal überlassen wird und instand gehalten werden kann, sind verschiedene Stiftungen in die Bresche gesprungen.

So finanziert beispielsweise die Stiftung für die Wiederherstellung solothurnischer Baudenkmäler von Paul L. Feser die Dachsanierung. Feser gehörte zu den ersten Stiftungsräten und Initianten der Kapelle. Aber auch die Denkmalpflege, verschiedene kirchliche Institutionen und die Regio Bank beteiligen sich an den Kosten.

«Ich war positiv überrascht, wir hatten keine Mühe, Unterstützungsgelder zu finden»,

sagt Panzer dankbar. In letzter Zeit musste einiges an der Kapelle erneuert werden. Wegen Wasser- und Feuchtigkeitsschäden wurden letztes Jahr die Fenster auf der Nordseite repariert, 2019 fiel die Innenrennovation an, bei der auch noch eine neue Heizung eingebaut werden musste. Diese Arbeiten beliefen sich schon fast auf 20'000 Franken.

Die Denkmalpflege steht zur Seite

Für den zukünftigen Erhalt des Sakralbaus sei es wichtig, dass er unter Denkmalschutz steht, befand die Stiftung Ökumenische Bergkapelle Weissenstein. Dies ist, zur grossen Erleichterung der Stiftungspräsidentin, nun auch geschehen: Am 1. Juni wurde der positive Regierungsratsbeschluss gefällt. In Zukunft wird die Kapelle unter kantonalem Denkmalschutz stehen. Unter Schutz werden nicht nur die Kapelle gestellt, sondern auch der Vorplatz mit dem Bodenmosaik. «Der kantonale Denkmalschutz steht uns beratend und auch finanziell zur Seite», sagt Panzer.

Auch noch während den Arbeiten wird man die Bergkapelle ohne Einschränkungen betreten können. Denn sie soll eine «offene Stätte der inneren Einkehr bleiben», wie es Panzer formuliert.

Im September wird gefeiert

Die Sanierungsarbeiten sollen bis im September spätestens abgeschlossen sein. Am 19. September, am Buss-, Dank- und Bettag, findet der traditionelle ökumenische Gottesdienst statt, bei dem die Römisch-Katholische, die Reformierte, die Christkatholische und die Evangelisch-Methodistische Kirche mitwirken. Dieses Jahr wird an diesem Anlass auch das 40-jährige Bestehen der kleinen Kapelle gefeiert. «Wenn es die äusseren Umstände erlauben auch mit Apéro», hofft Panzer.

Auch der Vorplatz wird unter Schutz gestellt.

Auch der Vorplatz wird unter Schutz gestellt.

Bruno Kissling (2011)

Geschichte der Ökumenischen Bergkapelle

Die erste Kapelle auf dem Hausberg

Die kleine Kapelle, in der ungefähr 70 Personen Platz finden, wurde im November 1981 im Rahmen der Feier «500 Jahre eidgenössischer Stand Solothurn» eingeweiht. Der Einsiedler Bruder Klaus war 1481 an den Verhandlungen zum Beitritt beteiligt, daher ist die Kapelle ihm gewidmet. Das «Bergkirchlein» ist die erste Bergkapelle auf dem Weissenstein. Das kann man dem Gutachten des Architekturhistorikers, Michael Hanak, entnehmen, das er für das Amt für Denkmalpflege verfasste. Dort steht weiter, dass der Architekt Pierre Hatz noch im Studium war, als er die Kapelle entwarf. «Ich habe diese Form gewollt, die vielleicht an betende Hände erinnert», schreibt Hatz. Das Gutachten beurteilt, dass der Sakralbau sich «gut in die landschaftliche Situation» anpasst. Insbesondere das Dach weise eine «expressive Formsprache» auf und hebe sich «klar von herkömmlichen Formen ab». Der Bau sei ein «wichtiger architekturgeschichtlicher Zeuge der Nachkriegsmoderne». (jfr)

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