Schnottwil
Trinkwasserproblem und Vakanzen: Diese Themen fordern den Gemeinderat

Der Gemeinderat von Schnottwiler informierte an der Gemeindeversammlung über die aktuelle Situation mit dem Chlorothalonil im Trinkwasser. Zudem komme das Milizsystem an seine Grenzen.

Marlene Sedlacek
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Das Gemeindehaus von Schnottwil.

Das Gemeindehaus von Schnottwil.

Solothurner Zeitung

Auch Schnottwil gehört zu den Gemeinden, deren Trinkwasser zu viel Chlorothalonil aufweist. Die Massnahme, das Wasser mit Biezwiler Wasser zu verdünnen, habe bereits Wirkung gezeigt, erläuterte Gemeindepräsident Stefan Schlup an der Gemeindeversammlung. Um das Problem in den Griff zu bekommen werde das Wasser regelmässig untersucht, so Schluep weiter.

Eine Altersanalyse ergab, dass das Schnottwiler Wasser rund 25 Jahre alt ist. Mit dieser Voraussetzung sei es unmöglich, das Problem innert zwei Jahren zu lösen, wie es das Bundesamt für Lebensmittel und Veterinärwesen (BLV) fordert, beklagte sich Schlup. Immerhin könne der Kanton laut neuestem Beschluss des BLV die Fristen verlängern, wenn es aus zeitlichen, finanziellen, politischen oder ökologischen Gründen nicht möglich sei, die Giftstoffe fristgerecht zu eliminieren. Weitere Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung wären eine zusätzliche Beimischung von Fremdwasser oder die Erstellung einer neuen Fassung an einem anderen Standort, was Schluep als letzte Option sieht.

Milizsystem kommt an seine Grenzen

Ein weiteres Thema, das den Gemeinderat belastet, ist die Schwierigkeit, Vakanzen in Kommissionen und Ämtern zu besetzen. Der Gemeindepräsident gab zu bedenken, dass es auf Gemeindeebene 125 Ämter gebe. Dies entspreche etwa elf Prozent der Bevölkerung. Zunehmende Komplexität der Geschäfte verlange immer mehr Hintergrundwissen und zusätzliches Engagement. Die geplante Reorganisation der Bauverwaltung will diesem Problem einen Schritt weit entgegenwirken. Sie hat zum Ziel, die sechs Kommissionen, die mit dem Bauen zu tun haben, zu reduzieren.

Damit könnte die Schnittstellenproblematik vermindert und Doppelspurigkeit vermieden werden. Die Varianten reichen von so lassen, wie es ist, bis zu einer Reduktion auf nur zwei Gremien. Eine externe Beratungsstelle prüft die Varianten. Der Gemeinderat wird darüber befinden und das Resultat der Gemeindeversammlung im Dezember vorlegen.

Höheres Eigenkapital dank Spezialfinanzierungen

Pascale Lauper stellte den 23 anwesenden Stimmberechtigten eine Rechnung mit einem Aufwandüberschuss von 63'345 Franken vor. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 232'500 Franken. «Alle Positionen sind unter dem Budget, leider auch die Position Finanzen und Steuern», sagte sie. Mindereinnahmen bei den Steuern seien vor allem bei den natürlichen Personen zu verzeichnen.

Zudem waren hohe Einzelwertberichtigungen auf Steuerforderungen nötig. Alle Spezialfinanzierungen schlossen mit einem Ertragsüberschuss ab. Damit erhöht sich das Eigenkapital insgesamt. Die Nettoinvestitionen fielen mit 195'000 Franken um 334'000 Franken geringer aus als budgetiert. Einige Vorhaben wurden nicht umgesetzt.

Wasserleitung wurde unter offenem Land verlegt

Erfreuliches hatte Gemeinderat Christopher O’Neill zu berichten. Der Ringschluss Wasserversorgung Oberwilstrasse war nur etwa halb so teuer wie erwartet. Die Gemeindeversammlung hatte vor drei Jahren einen Kredit von 210'000 Franken bewilligt. Realisiert wurde das Projekt für 117'000 Franken. Von der Solothurnischen Gebäudeversicherung ist noch ein Beitrag von 20'000 Franken zu erwarten.

O’Neill erklärte, dass die Kreditunterschreitung vor allem durch eine geänderte Bauweise zu Stande kam. Anstatt die Leitung wie geplant unter der Strasse zu verlegen, kam sie unter die Flur zu liegen, wo eine Fräse zum Graben reichte. Ausserdem beruhte die Kostenschätzung auf einer Planung, die vor rund zehn Jahren erstellt wurde.

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