Niederwil
Tagesschule stösst heute auf breite Akzeptanz

Die Tagesschule Unterleberberg in Niederwil war die erste ihrer Art im Kanton Solothurn. Am Samstag wurde ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert.

Marlene Sedlacek
Drucken
Teilen
10 Jahre Tagesschule Niederwil GSU
20 Bilder
Die Besucher des Fests konnten auch in den Räumlichkeiten der Tagesschule einen Augenschein nehmen
Die Präsidentin des Vorstands der GSU, Silvia Petiti, gibt einen Rückblick über die letzten 10 Jahre der Tagesschule
Hauptschulleiter Stefan Liechti vor der Erinnerungswand
10 Jahre Anita Wicki (r.)
Auch draussen wurde gefeiert
Alle wollen ein Ballontierli
Alle wollen ein Ballontierli

10 Jahre Tagesschule Niederwil GSU

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

Das altehrwürdige Schulhaus in Niederwil empfängt die Besucherinnen und Besucher mit einer wohligen Behaglichkeit. Von der Decke im Eingangsbereich hängen von Kindern gebastelte Ballone in allen Farben, jeder mit einem Namen und einem Foto versehen. Die Treppenstufen in den ersten Stock sind abgewetzt. Sie zeugen von den Schritten der Schulkinder die seit 1838 ein- und ausgingen.

Heute gibt es hier keinen Schulbetrieb mehr. Seit zehn Jahren jedoch ist eine Tagesschule einquartiert, die eine ausserschulische Betreuung für Schulkinder anbietet. Zum Anlass ihres Geburtstages lud die Institution zu einer Feier ein. Anita Wicki, Leiterin der Tagesschule und Gründungsmitglied, führte interessierte Besucher und Besucherinnen durch die Räumlichkeiten im ersten Stock.

Alles ist farbenfroh und gemütlich gestaltet und bietet eine angenehme Atmosphäre, um gemeinsam zu essen, Hausaufgaben zu erledigen, zu spielen und zu lachen. Die Kinder helfen auch beim Kochen, Tischdecken oder beim Abräumen. «Sie haben alle ihr Ämtli», erklärte Wicki.

Vorreiterin im Kanton

Silvia Petiti, Präsidentin des Zweckverbands Gemeinsame Schule Unterleberberg (GSU), lobte die Pionierarbeit, die der damalige Präsident der Schulkommission Niederwil, Markus Cslovjecsek, geleistet hatte. Die Tagesschule war die erste ihrer Art im Kanton Solothurn.

Sie stand bald Pate für andere Tagesschulen weit über die Region hinaus. Petiti erinnerte sich, dass bei der Gründung sehr kontroverse Diskussionen geführt wurden. Da nicht alle umliegenden Gemeinden das Projekt unterstützten, wurde die Finanzierung zu einer Gratwanderung. Gegner sahen das Vorhaben als Teufelswerk, das Familienstrukturen zerstöre. Andere meinten, die Zeit sei nicht reif dafür.

Ein voller Erfolg

Allem Widerstand zum Trotz startete die Schule am 16. August 2005 ihren Betrieb jeweils an zwei Wochentagen mit elf Kindern. Getragen wurde sie vom Verein Tasul mit Cslovjecsek als Präsidenten. Die Zahl der Kinder stieg stets an, und der Betrieb wurde auf vier Wochentage ausgebaut. Seit 2011 ist die Schule voll in die GSU integriert. Petiti sprach den Behörden der Unterleberberger Gemeinden Dank aus, dass sie nach erstem Zögern dennoch in das Projekt eingestiegen sind.

Für Stefan Liechti, Leiter der GSU, ist die Tagesschule ein voller Erfolg. Er lobte das «À-la-carte-Modell». «Die Eltern können aus einem Betreuungsangebot auswählen. Sie entscheiden, wie oft und wie lange ihre Kinder pro Woche betreut werden», führte er aus. Zwei Fachangestellten, und eine Lehrfrau Fachangestellte Betreuung Kinder (FABK) kümmern sich um die Sprösslinge.

Momentan nutzen die Eltern von insgesamt 18 Knaben und Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren das Angebot. «Maximal haben wir 14 Kinder zusammen am Mittagstisch», erzählte Anita Wicki. Die an der Feier anwesenden jungen Familien mit kleinen Kindern zeigten, dass Nachwuchs vorhanden ist.

Piratenschwerter und Delfine

Hauptattraktion am Geburtstagsfest war für die Kinder eindeutig der Zauberclown Adi. Fingerfertig fabrizierte er aus Ballonen Piratenschwerter, Schlangen oder Hunde. Sie staunten, als er den Grillmeister Thomas das Zaubern lehrte und wunderten sich, wie er der Tagesschülerin Kim Bälle unter den Haaren hervorzog.

Grosser Andrang herrschte auch beim Kinderschminken. Einige hatten sich fast jeden Quadratzentimeter Haut auf Gesicht und Armen mit Delfinen, Totenköpfen oder Fussbällen verzieren lassen.

Aktuelle Nachrichten