Recherswil
Strassenlaternen ausschalten? Die Kosten für dunkle Nächte sind zu hoch

Die Strassenlampen in Recherswil sollen auch nachts brennen. Diese Antwort hat die Gemeinde auf eine Petition entschieden.

Lea Reimann
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Die Strassenlampen in Recherswil sollen nicht ausgeschlatet werden. (Symbolbild)

Die Strassenlampen in Recherswil sollen nicht ausgeschlatet werden. (Symbolbild)

Keystone/ARNO BALZARINI

Auf der Plattform petitio.ch dieser Zeitung hat sich die Recherswilerin Ruth Ferraro für die erneute Abschaltung der Strassenlaternen in der Nacht stark gemacht. Unter dem Titel «für eine gute Nacht» setzte sie sich dafür ein, dass Strassenlaternen von ein bis fünf Uhr nachts ausgeschaltet werden sollen. 131 Personen haben diese Petition unterschrieben, deshalb hat der Gemeinderat dieses Anliegen nun geprüft und liess Abklärungen durch die Bauverwaltung vornehmen.

Diese kommt allerdings zum Schluss, dass die Kosten für dunkle Nächte sehr hoch wären. «Für eine Nachtabschaltung oder Dimmung auf zwanzig Prozent muss jede einzelne Leuchte oben am Beleuchtungskörper umprogrammiert werden, was einem Zeitaufwand von etwa dreissig Minuten pro Leuchte entspricht», schrieb Bauverwalter Erich Schmid. Die 247 Leuchten würden somit, inklusive zusätzlicher Kosten für Geräte, rund 17'000 bis 20'000 Franken Aufwand verursachen.

Einsparen kann man hingegen fast nichts. Die Betriebskosten könnten durch die Abschaltung in der Nacht lediglich um 1100 Franken pro Jahr gesenkt werden. Ausserdem haben die Fachleute der Lichtberatung darauf hingewiesen, dass die bei Nacht bereits jetzt gedimmten LED-Leuchten die Richtlinien bei einer noch stärkeren Dimmung nicht mehr einhalten könnten.

Die Bau und Werkkommission hat aus diesen Gründen beantragt, die Petition zurückzuweisen. Dem hat der Gemeinderat am Donnerstagabend mit sechs Stimmen bei einer Enthaltung entsprochen. «Ich hätte Mühe, 17'000 bis 20'000 Franken zu rechtfertigen, insbesondere weil ich weiss, dass wohl etwa die Hälfte der Bevölkerung das nicht gut fände», sagte Gemeindepräsident Hardy Jäggi (SP). Der Tenor im Rat lautete nämlich, dass man es gerade in Sachen Strassenbeleuchtung nie allen recht machen könne, weil die Meinungen auseinandergehen.

Solaranlage auf Kindergarten?

Im Weiteren behandelte der Gemeinderat den Finanzplan in einer zweiten Lesung. Ziel war es, geplante Investitionen noch einmal zu besprechen und zu prüfen, was wirklich dringend ist. Zur Diskussion stand etwa die Photovoltaikanlage auf dem neuen Kindergarten, welche im Jahr 2018 mit 50'000 Franken im Finanzplan enthalten ist und auch weiterhin aufgeführt werden soll.

Auch das alte Feuerwehrmagazin müsste saniert werden. Der Ersatz von Türen, Fenstern und Ziegeln gehöre dabei zu den zentralen Massnahmen und soll 2018 mit einem Betrag von 100'000 umgesetzt werden. Eine grössere Position betrifft im Jahr 2019 das Flachdach des Feuerwehrmagazins, welches alt und undicht sei.

Auf später verschoben – im Finanzplan also erst nach dem Jahr 2022 aufgeführt – wurde etwa die Umgestaltung der Bushaltestelle Freiheit. Diesbezüglich ist nämlich noch nicht klar, ob die Linie 1 der BSU elektrifiziert wird, was so oder so eine umfangreiche Umgestaltung der Endhaltestelle voraussetzen würde. Ausserdem wurden einige Positionen der Bau- und Werkkommission, hauptsächlich Strassensanierungen, auf später verschoben. Ebenfalls verschoben wurden 50 000 Franken für die Umnutzung des Kindergartens im Winkel, da man momentan noch nicht wisse, was damit passiere.

Auf später verschoben wurde auch der Ersatz der Militärküche im Werkhof, welcher ursprünglich mit 80'000 Franken im Jahr 2021 eingetragen war.

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