Sozialregion BBL
Sozialdienst gibt im Bucheggberg immer wieder zu Diskussionen Anlass: Deshalb soll die Struktur analysiert werden

Die Bucheggberger Gemeinden hätten gerne mehr Mitspracherecht, wenn es um die Führung des regionalen Sozialdienstes geht. Das gibt seit Jahren immer wieder zu Diskussionen Anlass.

Rahel Meier Jetzt kommentieren
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Der Sozialdienst stand einmal mehr im Fokus.

Der Sozialdienst stand einmal mehr im Fokus.

Hansjörg Sahli

Schon seit der Gründung der Sozialregion BBL (Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammannsegg) gibt es immer wieder Diskussionen zwischen den ländlichen Bucheggberger Gemeinden und der Agglomerationsgemeinde Biberist, die Leitgemeinde ist. 2015 führte dies gar zur Kündigung des bestehenden Vertrages und zu einer Neuverhandlung des Kostenteilers.

Zum Zankapfel wurde vor drei Jahren auch das Asylwesen, das lange Zeit nicht gemeinsam, sondern auf Wunsch des Bucheggbergs in verschiedene Kreise aufgeteilt geführt wurde und letztlich dann doch regionalisiert werden musste, damit die Rückvergütungen des Kantons weiterhin fliessen.

Diskussionen auf Präsidiumsebene

Seit Oktober hat der Sozialdienst in Biberist eine neue Leiterin. Mehr oder weniger gleichzeitig haben sich Bernhard Jöhr (Messen), Markus Sieber (Lohn-Ammannsegg) und Stefan Hug-Portmann (Biberist) auf Begehren der Bucheggberger Gemeindepräsidien zwei Mal getroffen und über den Sozialdienst diskutiert. Jöhr informierte in der VGGB (Vereinigung Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten) über das Resultat.

Die Idee, mit dem Sozialdienst Zuchwil-Luterbach zu fusionieren, habe man in der Zwischenzeit verworfen.

«Unser Augenmerk richtet sich darauf, die Prozesse in unserem Sozialdienst zu optimieren.»

Aus diesem Grund schlage man vor, einen externen Berater beizuziehen und die Organisation zu analysieren.

Bernhard Jöhr, Gemeindepräsident Messen.

Bernhard Jöhr, Gemeindepräsident Messen.

Hansjörg Sahli / 2018

Kommunikation verbessern

«Wir haben festgestellt, dass der grösste Teil der Probleme in der Kommunikation liegen, nicht in der Organisationsstruktur», so Jöhr weiter. Mit der neuen Leitung der Sozialdienstes seien bereits erste Verbesserungen spürbar.

«Für uns ist es wichtig, dass das Vertrauen wieder hergestellt wird.»

Befremden in Biberist

Im Gemeinderat Biberist tönte die Information über das Thema Sozialdienst etwas anders. Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann betonte in der letzten Sitzung mehrmals, dass der Dienst als solcher und seine Angestellten nicht in der Kritik stehen würden. Die Bucheggberger Gemeindepräsidien möchten mehr Mitspracherecht, es gehe vor allem um einen politisch-strategischen Prozess.

«Wir haben darum auch alle Mitarbeitenden informiert. Wir wollten nicht, dass es zu Fragen und zu einer breiten Verunsicherung kommt.»
Stefan Hug-Portmann, Gemeindepräsident Biberist.

Stefan Hug-Portmann, Gemeindepräsident Biberist.

Hanspeter Bärtschi

Hug-Portmann machte im Gemeinderat aber auch deutlich, dass er persönlich Mühe mit dem Vorgehen der Bucheggberger Gemeindepräsidien habe. Immerhin gebe es eine Sozialkommission, in der auch Gemeinderätinnen und Gemeinderäte aus diversen Gemeinden Einsitz haben. Der Bucheggberg habe in dieser Kommission zudem eine Mehrheit und könnte Biberist – die Leitgemeinde – jederzeit überstimmen.

Schwierig sei auch, dass der Bucheggberg eine Analyse der Strukturen fordere und Biberist die Hälfte daran zahlen soll.

Schuldenberatung

Aufgabe gemeinsam bewältigen

Budget- und Schuldenberatung sollen künftig durch die Gemeinden angeboten werden. Im Bucheggberg ist man sich einig, dass es Sinn ergibt, dies im Bezirk gemeinsam zu organisieren. Die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten diskutierten dies an ihrer Sitzung mit Nicole Stuber. Sie nimmt als Bucheggberger Vertreterin Einsitz im Zweckverband Familien-, Mütter- und Väterberatung Bucheggberg-Wasseramt. Der Verband hat die Gemeinden angeschrieben und würde die Budget- und Schuldenberatung gerne übernehmen.

«Unsere Beraterinnen sind ausgebildete Sozialarbeiterinnen mit viel Erfahrung und sie machen heute schon Budgetberatungen», meinte Nicole Stuber. Die Beratungsstelle sei ein niederschwelliges Angebot. Meist sei es einfacher, ein solches Angebot zu nützen, als sich beim Sozialdienst zu melden.

Man merke es oft zu spät, wenn eine Familie sich Schulden auflade, meinte Susanne Rufer (Lüsslingen-Nennigkofen). Verena Meyer erklärte, dass eine Schuldenberatung sehr wohl etwas bringe. «Wir haben den gesetzlichen Auftrag diese Aufgabe zu übernehmen und ich finde das Angebot eine gute Sache. Es bringt den Betroffenen viel».

Markus Menth (Unterramsern) fand den Grundsatz, die Schuldenberatung gemeinsam zu organisieren gut. Ebenso die Idee, diese Stelle bei der Familienberatung anzusiedeln. Wie viele Beratungen durchgeführt würden und welche Kosten diese verursachen, sei aber schwierig abzuschätzen.

In der Sitzung einigte man sich darauf, das Thema in der Januar-Sitzung nochmals zu traktandieren. Nicole Stuber nahm zudem einige Gedanken und Fragen mit, die bis dahin im Vorstand des Zweckverbandes geklärt werden sollen.

Nicole Stuber orientierte die anwesenden Gemeindepräsidien weiter darüber, dass in der Beratungsstelle ein Generationenwechsel anstehe, weil gleich mehrere langjährige Beraterinnen pensioniert werden. «Wir haben gute Bewerbungen und sind zuversichtlich, dass wir alle Stellen mit qualifizierten Personen besetzen können.» (rm)

Mosimann und Schluep verabschiedet

Als letztes wurden Rita Mosimann (Biezwil) und Stefan Schluep (Schnottwil) im Kreis der Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten verabschiedet.

Abschiedsgeschenk für Stefan Schluep und Rita Mosimann.

Abschiedsgeschenk für Stefan Schluep und Rita Mosimann.

Rahel Meier

Rita Mosimann war seit 2007 Gemeindepräsidentin, damals sassen noch 20 Gemeindepräsidien um den Tisch. «Sie hat sich immer stark für Biezwil und den Bucheggberg eingesetzt,» meinte Markus Menth. Stefan Schluep (Schnottwil) war vier Jahre lang Mitglied der Gemeindepräsidienkonferenz. Er gab sein Amt wegen eines Jobwechsels ab. «Es war heute Abend schwierig für mich, dass ich nicht mitdiskutieren durfte», lachte er. Aber er sei in seinem neuen Job gut angekommen und bereue diesen Schritt nicht.

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