Riedholz/Flumenthal
Nach der Sanierung der Kreuzung fliesst der Verkehr flüssiger

Die Kreuzung im Hinterriedholz musste einerseits saniert werden, sie wurde aber auch verkehrs- und sicherheitstechnisch angepasst.

Rahel Meier
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Von der Waldaustrasse her führen neu zwei Spuren über die Kreuzung.
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Vond Hubersdorf her können die Velos direkt in den Veloweg Richtung Stadt einbiegen.
Fussgänger und Velofahrer werden beim Überqueren der Strasse getrennt.
Die Kameras erfassen die Fahrzeuge und steuern die Lichtsignalanlage.
Die Bahn ist neu von der Strasse abgetrennt.
Speziell erstellt, um die südliche Fahrbahn zu entwässern.
Das Trassee der Bahn wurde ebenfalls komplett erneuert.
Die Brücke über das Aarbächli und der dazugehörige Veloweg wurden verbreitert.
Velofahrer können sich anmelden und die Strasse dann sicher überqueren.
Der Veloweg auf der Nordseite musste verlegt werden.

Von der Waldaustrasse her führen neu zwei Spuren über die Kreuzung.

Michel Lüthi/Bilderwerft.ch

Neun Monate lang wurde rund um die Kreuzung im Hinterriedholz gebaut. Für das Projekt gab es mehrere Auslöser. Die Kreuzung war bekannt als Unfallschwerpunkt. Die Betonstrasse, die Ende der 50er-Jahre gebaut wurde, hatte zudem ihre Lebensdauer erreicht und auch der Bahnkörper der asm (Aare Seeland mobil) war sanierungsbedürftig. Als Letztes konnten mit dem Umbau auch Schiene und Strasse getrennt werden, wie das der Bund heute vorgibt.

Während der Bauzeit erschwerten Umleitungen den Einwohnern aus Hubersdorf, Niederwil, Günsberg, Balm bei Günsberg und Flumenthal den Alltag. Seit Dezember ist der umgestaltete Verkehrsknoten nun wieder normal in Betrieb.

Kameras steuern die Lichtsignalanlage

Mit dem Umbau hat sich bei der Kreuzung viel verändert. Als erstes fällt die Lichtsignalanlage auf. Diese sorgt nun neu für eine sichere Querung von Norden nach Süden oder umgekehrt. Aber auch das Abbiegen von Süden (Waldaustrasse) in Richtung Westen (Riedholz und Feldbrunnen) funktioniert neu besser.

Die Lichtsignalanlage ist mit Kameras ausgestattet, welche Fahrzeuge detektieren und so die Steuerung beeinflussen. Die Kameras erfassen auch die Velos besser, als die vielerorts im Boden eingebauten Schlaufen. Das Postauto kann sich bei der Kreuzung anmelden und wird priorisiert.

Doppelte Sicherheit eingebaut

Die Kreuzung ist zudem mit einer «Doppelbeampelung» ausgestattet. Eine Ampelanlage wird von der Strassenseite her gesteuert, eine zweite von der Bahnseite her. So wird bei einem Ausfall unter anderem sichergestellt, dass die Bahnschranken in jedem Fall gesenkt werden und es zu keinen Kollisionen mit dem «Bipperlisi» kommt. Zusätzlich ist die Bahn neu durch eine Leitplanke von der Fahrbahn abgetrennt.

Neu können zudem Automobilisten, die von Süden her Richtung Autobahnanschluss in Wangen an der Aare fahren möchten, auf einer eigenen Spur rechts abbiegen. «Auch das ist eine Massnahme, mit der der Verkehr insgesamt flüssiger werden soll», erklärt Projektleiter Peter Portmann (Amt für Verkehr und Tiefbau). Simulationen der Verkehrsströme zeigten in der Projektierungsphase, dass der Rückstau dadurch verringert und auch der zukünftige Mehrverkehr gut abgewickelt werden kann.

Mehr Platz für den Schwerverkehr

Über die Kreuzung führt eine Schwertransportroute. Mit der Sanierung sollen die langen und überbreiten Lastwagen jetzt auch einfacher durchfahren können. Dafür wurde südseitig beim Wartehäuschen der asm der Kurvenradius vergrössert. Ausserdem hat man das Terrain teilweise um fast einen Meter angehoben und so die Kuppe nach dem Bahnübergang abgeschwächt.

Reaktionen aus den Anliegergemeinden

Mehrheitlich positiv

Während der Bauzeit waren die Einwohnerinnen und Einwohner der umliegenden Gemeinden teilweise eingeschränkt. Wie sind die Reaktionen nachdem die Kreuzung wieder dem Verkehr übergeben wurde?

Gregor Schneiter (Gemeindepräsident Hubersdorf) hat den Eindruck dass der Verkehr «recht gut läuft». «Ich kann nicht für alle unsere Einwohnerinnen und Einwohner reden. Aber ich persönlich habe einen guten Eindruck und ich habe auch positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten.» Dank der Kameras, würden die Fahrzeuge schnell und früh erfasst und so die Lichtsignalanlage optimal gesteuert.

«Es ist besser herausgekommen, als ich dachte», erklärt Rolf Sterki (Gemeindepräsident Günsberg. «Sicher haben die Intervalle noch etwas Optimierungspotenzial.»

Die Bauphase zur Hinterriedholz-Kreuzung war für die Gemeinde Riedholz durch die Verlagerung des Verkehrs auf die Basel- und Attisholzstrasse eine Belastung, erklärt Gemeindepräsidentin Sandra Morstein auf Anfrage. «Insbesondere die Umsetzung des Verkehrsdienstes an der Kreuzung Basel-/Attisholzstrasse gab immer wieder Anlass zu Diskussionen zwischen der Gemeinde und dem Amt für Verkehr und Tiefbau.» Seit die Bauarbeiten abgeschlossen sind, habe sich der Verkehrsfluss wieder weitgehend an den vorherigen Zustand angeglichen. «Rückmeldungen von Seiten der Bevölkerung sind seitdem nur sehr vereinzelt eingetroffen», meint Morstein. Eine betraf den Wegfall der Strassen-Sperrung beim Schiessstand, eine andere das generell gestiegene Verkehrsaufkommen auf der Baselstrasse.

«Nach meiner persönlichen Meinung, läuft der Verkehr – nach einer herausfordernden Bauphase – aktuell gut über die Hinterriedholz-Kreuzung», erklärt Christoph Heiniger (Gemeindepräsident Flumenthal). «Allerdings gab es insbesondere von Norden herfahrend, einige Anfangsschwierigkeiten.» Während der Bauphase, aber auch heute zeige sich, wie wichtig und wertvoll der provisorische Kreisel in Flumenthal sei. «Der Gemeinderat setzt sich aktiv für dessen Erhalt, oder besser gesagt einen definitiven Kreisel ein, damit der Unfallschwerpunkt der Region nicht vom Hinterriedholz nach Flumenthal verschoben wird», meint Heiniger abschliessend. (rm)

Für die Verkehrsteilnehmer zwar zweitrangig, aber trotzdem gut zu wissen: Die Entwässerung der Kreuzung ist ebenfalls komplett neu erstellt worden. Die Einlaufschächte, die teilweise unter dem Bahngleis durchführten waren zum grössten Teil defekt. Deswegen wurde auch der Bahndamm zum Teil unterspült.

Das Wasser der südlichen Fahrplan und auch des Knotens selber wird nun sogenannt «technisch entwässert». Das heisst, das Wasser läuft in eine Versickerungsgrube, die auf der Höhe der Velo- und Fussgängerunterführung neu angelegt wurde. Das Wasser der nördlichen Fahrbahn wird in einem Grünstreifen versickert.

Lichtsignal auch für Langsamverkehr

Velofahrerinnen und Velofahrer müssen sich beim Überqueren der Kreuzung neu orientieren. Es wurden spezielle Veloquerungen und sogenannte «Velosäcke» erstellt. In Richtung West-Ost – und natürlich auch umgekehrt – können Velofahrer sich neu via Lichtsignalanlage anmelden und die Strasse sowohl auf der Nors- als auch auf der Südseite dann auf einer gesonderten Fahrbahn parallel zum Fussgängerstreifen queren.

Wer von Norden nach Süden will hat zwei Varianten zur Verfügung. Sichere und schnelle Velofahrer queren die Strasse auf der gleichen Fahrbahn wie die Automobilisten. «Familien mit Kindern oder ‹unsichere› Velofahrer können künftig ausweichen», so Portmann. Via der bestehenden Velo- und Fussgängerunterführung kann die Kreuzung umfahren werden. Damit muss man ein paar Meter mehr Weg in Kauf nehmen. Dafür kann man auf einem abgetrennten Veloweg fahren.

Velowege sind breiter

Südseitig wurde der Veloweg um rund einen Meter verbreitert – auch die Brücke über das Aarbächli – und der Einfahrtsradius in die Unterführung wurde vergrössert. «Früher sah man ein entgegenkommenden Fahrrad oft sehr spät.» Auch nordseitig ist der Veloweg am Ende etwas breiter geworden.

Auf der Günsbergstrasse kann man zudem bereits einige Meter auf dem Radstreifen fahren, der dereinst durchgehend bis nach Hubersdorf führen und vor allem auch die Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler verbessern soll.

Wegen der teilweise breiteren Fahrbahnen und der Entwässerung mussten rund 500 Quadratmeter Wald gerodet werden. Diese werden in Derendingen an der Emme wieder aufgeforstet.

Feinjustierung folgt

In den ersten Tagen nach Inbetriebnahme der Kreuzung wurden vereinzelt Fahrzeuge beobachtet, die – vor allem, wenn sie von Günsberg her in Richtung Stadt Solothurn fahren wollten – einen falschen Weg nahmen. «Wir werden deshalb einige der Signalisationen verbessern und auch die Bodenmarkierungen angepassen.» Weiter Feinjustierungen werden laut Portmann folgen.

In den nächsten Wochen wird der Installationsplatz neben der Kreuzung rückgebaut und im Frühjahr oder Sommer sollte dann der Deckbelag eingebaut werden. Für die Sanierung wurde ein Objektkredit von 4,2 Mio Franken bewilligt.