Burgäschisee
Polizei verteilt reihenweise Bussen an Sonnenhungrige

Daheimgebliebene genossen am Wochenende die Sonne auch am Burgäschisee. Der Parkplatz war rasch gefüllt, so dass die Autos auch am Strassenrand parkiert wurden. Schock für die Besitzer bei der Rückkehr: Die Polizei hatte saftige Bussen verteilt.

Lea Durrer
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Parkierte Autos beim Burgäschisee
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Polizei verteilt Parkbussen am Burgäschisee
100 Franken müssen die Autofahrer berappen

Parkierte Autos beim Burgäschisee

Beat Nützi

Vor der Seebadi und dem Restaurant Seeblick gibt es zirka 300 Parkplätze. Die sind an einem so schönen Tag wie am Sonntag aber rasch besetzt. Vor allem, wenn es das erste richtig schöne Wochenende in diesem Sommer ist. Auto an Auto reihte sich vom Wendeplatz an Aeschis Dorfrand bis zur Badi hin; und auch hinter dem Restaurant ging das muntere Parkieren weiter. «Es war ein friedlicher Tag. Alle Leute wollten baden gehen», so Badi-Betreiber Rolf Nützi.

Der schöne Sommertag endete für zahlreiche Autolenker aber nicht erfreulich, denn gegen 15 Uhr tauchte die Polizei mit zwei Patrouillen auf und begann entlang der Wege Bussenzettel zu verteilen. Die meisten Autofahrer hatten ihre Fahrzeuge nämlich im signalisierten Parkverbot abgestellt. Laut Polizei wurden «mehrere Dutzend Bussen» verteilt – wegen Missachtung des Park- und Fahrverbots. Nützi beziffert die gebüssten Fahrer mit 60 bis 100.

Rettungsweg versperrt

Er habe nichts gegen die Polizei, welche bloss ihren Job gemacht habe, betont der Badibetreiber «Die Polizisten waren sehr flott und anständig. Sie haben sich sogar bei den Leuten entschuldigt.» Aufregen tut er sich jedoch über den Anrufer, der die Polizei informierte. «Es gab doch für niemandem einen Schaden.» Die Autos seien im Wiesland parkiert gewesen.

Offenbar wurde der Platz aber zu knapp. Die Polizei habe bei ihrem Augenschein festgestellt, dass «die Strasse zum Burgäschisee trotz Parkverbot zugeparkt war, die Fahrzeuge nicht mehr aneinander vorbeikamen und die Situation für Fussgänger gefährlich war», wie es auf Anfrage bei der Kantonspolizei heisst.

Kein Feld zur Verfügung

Gemeindepräsident Stefan Berger findet es richtig, dass die Polizei Bussen verteilt hat. Die Gemeinde hat das Parkverbot im letzten Jahr eingeführt, um die Strasse als Rettungsweg freizuhalten. «Feuerwehr und Ambulanz müssen jederzeit durchfahren können.»

Doch wohin mit den Autos? Im letzten Jahr hat ein Bauer seine Wiese zum Parkieren zur Verfügung gestellt. Da dort heuer aber eine spezielle Wiese heranwächst, ist diese Option weggefallen. «Wenn die Gemeinde das Dort attraktiv halten will, muss sie etwas unternehmen», so Nützi. Er befürchtet, dass wegen des Parkierproblems irgendwann die Gäste wegbleiben.

Das Thema an sich ist nicht neu. Drei bis viermal im Jahr kommt es am Burgäschisee zu einem solchen Verkehrsproblem. Der Platz sei halt beschränkt, so Berger. Weil die Landschaft rund um den See unter Naturschutz steht und eine Gewässerschutzordnung gilt, kann der Parkplatz auch nicht einfach so vergrössert werden.

Die Gemeinde will an einer Lösung arbeiten. Die Polizei hat bereits am Montagmorgen den Gemeindepräsidenten kontaktiert und um ein Gespräch gebeten. Es sollen Massnahmen besprochen werden. Auch der Badibetreiber soll dabei sein. Für Stefan Berger wären mobile Pfosten mit Absperrband eine Option. «Es ist einfach wichtig, dass die Strasse frei bleibt.»

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