flexibler
Neue Bandenanlage in Zuchwiler Eishalle besteht erste Bewährungsprobe

Die alte Anlage hat nach 20 Jahren ausgedient. Die neue kostet die Gemeinde nicht ganz 200'000 Franken.

Urs Byland
Drucken
Die grauen Kunststoffsteher mit der gerippten Struktur absorbieren die Aufprallenergie erheblich. uby

Die grauen Kunststoffsteher mit der gerippten Struktur absorbieren die Aufprallenergie erheblich. uby

Urs Byland

Die ersten Bewährungstests hat die neue Bandenanlage rund um das Eisfeld in der Halle des Sportzentrums bereits hinter sich. Beispielsweise mit den U20-Länderspielen zwischen Schweiz und Deutschland oder aktuell mit den Hockeycamps für Junioren. Noch sieht die Bande fast unbenutzt aus. Das Mineralglas ist fensterklar. Und die Logos der Sponsoren leuchten druckfrisch.

Erstmals konnte das ganze Oval mit Sponsorenlogos – je vier Meter Bande pro Logo, total 40 Stück – bestückt werden, berichtet Urs Jäggi, Geschäftsführer des Sportzentrums, an der Präsentation erfreut. Einzig das Mineralglas oberhalb der eigentlichen Bande entspricht nicht den modernsten Ansprüchen. «In Bern beispielsweise wird eine gleiche Anlage eingebaut, aber mit Acrylglas, welches für eine WM beispielsweise verlangt wird. Wir brauchen das nicht, wir können mit dem Mineralglas leben, es ist auch weniger empfindlich», so Jäggi.

Flexible Kunststoffsteher

Die alte Bandenanlage hielt 20 Jahre den Checks der Eishockeyspieler stand. Sie war stark verankert, was heute als Nachteil betrachtet wird. «Im Eishockey geht es extrem zur Sache.» Die neue Bandenanlage wurde von einer Südtiroler Firma geliefert, und ist flexibel. Der Name des Produkts, Engo Flexboard PPS, beinhaltet bereits den Hinweis auf die Flexibilität der Bande. PPS bedeutet Player Protection System, also Spieler-Schutz-System. Das Herzstück der Bande ist der flexible, biegsame in einer Kunststoffspezialmischung ausgelegte Kunststoffsteher, welcher die Energie eines Bodychecks von den Spielern aufnimmt. Nach wie vor muss die Mechanik der Bandenanlage aber einer grossen Beanspruchung standhalten können.

Verletzungsrisiko wird gesenkt

Die Vermeidung von typischen Eishockeyverletzungen ist aktuell ein wichtiges Thema. Nicht nur in der Schweiz, wo im März 2013 ein folgenschwerer Check in die Bande zu einer bleibenden Querschnittlähmung für den Oltner Spieler Ronny Keller führte. In internationalen Studien wurde beispielsweise nachgewiesen, dass flexible Banden die Gesamtverletzungsrate um 29 Prozent senken.

Das System, das in Zuchwil installiert wurde, vermindert die Aufprallenergie um zirka einen Drittel und ist das modernste, was auf dem Markt angeboten wird. In der Schweiz wurde eine solche Bandenanlage bereits acht Mal eingebaut. Das neue Regelbuch des Internationalen Eishockeyverbandes für die Jahre 2014 bis 2018 schreibt flexible und Kräfte abbauende Bandenanlagen vor. Die neue Anlage sei bestimmt sicherer, dürfe aber die Spieler nicht dazu verleiten, die Technik, einen Check abzufangen, nicht richtig zu erlernen, wie Sportmediziner warnen.

Kanton finanziert mit

Finanziert hat die Bandenanlage die Einwohnergemeinde Zuchwil. «Die Erneuerung hat in unserer Investitionsplanung Platz gefunden», erklärt Vizegemeindepräsident Daniel Grolimund, der in Begleitung von Gemeindeschreiber Felix Marti die Präsentation besucht. Das Projekt kostet insgesamt 243'000 Franken. Der Sportfonds des Kantons leistet einen Beitrag von 20 Prozent der anrechenbaren Kosten. In Zuchwil sind dies 44'000 Franken.

Die Montage der neuen Bandenanlage in der Eishalle war nicht einfach, durften doch die rund 22 Kilometer mit dem Kältemittel Ammoniak gefüllten Stahlrohre, die für die Kühlung unter dem Eisfeld verlegt sind, nicht verletzt werden. «Das Montageteam hat die Arbeit perfekt
erledigt. Die Arbeiten begannen am
24. Mai und endeten am 1. Juni», erzählt Urs Jäggi.

Aktuelle Nachrichten