Gerlafingen
Nachbargemeinden sollen sich an «Kinderoase» beteiligen

Der Gemeinderat Gerlafingen beschäftigte sich mit der Tagesstätte Kinderoase und den Wahlen aller Chargierten.

Gundi Klemm
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Kinder und Betreuerinnen bei der Eröffnung der «KinderOase». (Archiv)

Kinder und Betreuerinnen bei der Eröffnung der «KinderOase». (Archiv)

Gemeindepräsident Peter Jordi leitete seine letzte Sitzung dieser um einen Monat verlängerten Legislatur im Beisein seines Nachfolgers Philipp Heri. Diskutiert wurden die Listen zur Besetzung der Gemeindekommissionen und aller Gemeindedelegierten. Er stellte mit Genugtuung fest, dass die Listen für alle Arbeitsbereiche fast lückenlos besetzt werden konnten.

Jordi machte darauf aufmerksam, dass die Kommissionswahlen gemäss Sitz-Proporz im Gemeinderat erfolgen. Zudem übernimmt den Urnengang am 24. September nochmals die «alte Crew» im Wahlbüro.

Die Gemeinderatskommission wird am 21. September vom Gemeinderat in neuer Besetzung gewählt. Nur im Fall der Inventur nach Todesfällen, ein Amt das Gertrud «Geri» Müller viele Jahre wahrgenommen hatte, liess sich die Vakanz nicht spontan schliessen. Deshalb übernahm Peter Jordi auf Vorschlag aus dem Rat hin diesen Bereich «zumindest als Notnagel ad interim», wie er betonte, weil ihm als gelernter Notar die Thematik nicht fremd sei.

Ratsstenogramm: Der Gemeinderat hat

- mit einer Eingabe an den Kanton den Wegfall der Gemeindekosten an die bevorstehende Sanierung der kantonalen Kriegstettenstrasse beansprucht. Dies im Hinblick auf die laufende Gesetzesrevision bezüglich der bisherigen kommunalen Kostenbeteiligungen bei Kantonsstrassen;

- Neues vom grossen Bauprojekt Mühlacker gehört. Die Bauherrschaft, die den Baubeginn für den zeitigen Frühling 2018 plant, nennt das künftige Wohngebiet «Oberfeldpark». Jetzt im Herbst erfolgt der Abriss der Altbauten auf dem Gelände;

- die unklare Situation in der Planungszone Grütt bedauert. Das Kantonale Baudepartement hatte die Beschwerde eines dortigen Liegenschaftsbesitzers abgelehnt, jedoch die Dauer der 2016 eingerichteten Planungszone auf drei Jahre reduziert. Da der Einsprecher jetzt ans Verwaltungsgericht gelangt, dringt Gerlafingen auf die zeitliche Fortsetzung der Planungszone bis 2021. Erst bis zu diesem Termin sei mit einer Fertigstellung der Ortsplanungsrevision zu rechnen.

- mit emotionaler Beteiligung den kurzen Abschieds- und Schlussworten von Peter Jordi zugehört. (gku)

Im Amt des Vizepräsidenten wurde Thomas Wenger bestätigt. Das in Gerlafingen fusionierte Amt von Finanzverwaltung und Gemeindeschreiberei, das Katalin Kulcsar als Gemeindeverwalterin seit 2009 wahrnimmt, wurde ihr auch für die neue Periode übertragen.

Kostenbeteiligung für Betreuung

Die «Kinderoase» bietet seit vielen Jahren ein umfassendes Betreuungsangebot vom Klein- bis zum älteren Schulkind an. Wegen der Bedeutung dieser Tagesstätte für viele Familien unterstützt die Gemeinde die «Kinderoase» mit jährlich 180'000 Franken aus Steuermitteln.

Längst wird die «Kinderoase» auch von Kindern aus Nachbargemeinden besucht. Die Finanzkommission, vertreten durch Werner Rutsch und Belgin Gül, stellte den Antrag auf eine Kostenbeteiligung der Nachbargemeinden. Es könne nicht so bleiben, dass Gerlafingen den Besuch auswärtiger Kinder subventioniere.

Aktuell stammen nämlich 30 der bis zu 90 Kinder umfassenden Gruppe aus elf Umgebungsgemeinden. Vor allem das Modell Repla, die eine Kostenumlage für gewisse Institutionen mit ihren Partnergemeinden vereinbart hat, habe die Fiko zu diesem Schritt bewogen, so Rutsch. Die «Kinderoase» verfügt über ein sozial abgestuftes Tarifsystem, um Eltern mit angemessenen Beiträgen zu beteiligen.

Alle Ratssprecher stellten sich hinter diesen Vorschlag und beauftragten den neuen Gemeindepräsidenten Philipp Heri, mit zuständigen Personen oder dem Präsidium in den Gemeinden, aus denen die Kinder stammen, Kontakt aufzunehmen und eine Kostenbeteiligung zu erwirken.