Langendorf
Nach Mountainbike-SM: «Als Hobbyveranstalter waren wir am Limit»

Die Ausrichtung der Schweizer Mountainbike-Meisterschaften brachte der IG MTB Langendorf zwar viel Lob ein. Vor allem bedeutete sie aber auch sehr viel Arbeit im Vorfeld.

Michael Forster
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Reto Burki, Präsident des Organisationskomitees der Mountainbike-Meisterschaften in Langendorf.

Reto Burki, Präsident des Organisationskomitees der Mountainbike-Meisterschaften in Langendorf.

zvg

Reto Burki, welches Fazit ziehen Sie als OK-Präsident von den Schweizer Meisterschaften in Langendorf?

Reto Burki: Es ist vor allem cool, die vielen Komplimente erhalten zu haben, und zwar von allen Seiten. Ob es die Strecke betraf, die Organisation, die ganze Infrastruktur: Ich habe sehr viele Mails erhalten, auch Telefone, und bereits während den Rennen kamen die Leute auf mich zu – Zuschauer, aber auch Spitzenfahrer. Es herrschte rundum Zufriedenheit.

Florian Vogel höchstpersönlich hat sich nach dem Rennen bei Ihnen bedankt für den schönen Parcours. Was bedeutet Ihnen das?

Das ist natürlich ein Lob von höchster Stelle. Die Profis sind ständig an so vielen Rennen unterwegs; wenn die sagen, es sei eine coole Strecke gewesen, dann zählt das schon etwas. Zumal am Anfang alle ein wenig skeptisch waren, als es hiess, die Schweizer Meisterschaft würde im Rahmen eines Argovia-Cup-Rennens ausgetragen. Sie erwarteten eine «easy» Strecke, doch dann sind sie schon ein wenig auf die Welt gekommen. Denn es ist ein Rundkurs, auf welchem man keine Sekunde ausruhen kann, zwar ohne lange Aufstiege, aber auch ohne lange Abfahrten, auf welchen man sich erholen kann. Nick Burki, mein Sohn zum Beispiel hatte einen Durchschnittspuls von 188, und das dürfte anderen Fahrern ähnlich ergangen sein.

Zusätzlich zu ein paar technischen Neuerungen wurde die Strecke im Wald in der anderen Richtung befahren. Was wird alles beibehalten in der Austragung 2016?

Das kann ich noch nicht entscheiden. Wenn die Richtung aber beibehalten werden sollte, müssen wir auch die Überführung wieder machen. Das Material ist zwar vorhanden, aber es bedeutet einen recht grossen Aufwand. Die Steilwandkurve wurde nach dem Rennen in Gränichen eingelagert; sie wird künftig an diesem Rennen zum Einsatz gelangen. Wir können sie aber jederzeit holen, wenn wir sie für unser Rennen brauchen.

Welches war Ihr persönliches Highlight an den beiden SM-Tagen?

Was mir am besten gefiel, war die Zufriedenheit der Leute. Und es gab keine wirklich gravierenden Zwischenfälle.

Als Teamchef des Bike Teams Solothurn dürfte Sie der Doppelsieg im Rennen der Junioren speziell gefreut haben.

Das war natürlich ein Highlight. Dieser Erfolg entschädigte für die viele Arbeit.

Andererseits gab es eine Reihe prominenter Fahrer, welche relativ schwer stürzten, in Spitalpflege mussten. War die Strecke zu anspruchsvoll?

Nein, auf keinen Fall zu anspruchsvoll. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie zu gefährlich war. Vielleicht wurde sie von einigen Fahrern ein wenig unterschätzt, denn es war eine schnelle Strecke; wenn das Tempo hoch ist, dann sieht ein Crash immer schlimmer aus. Die Hindernisse wären an und für sich nicht gefährlich gewesen. Wir haben sie vielmehr eingebaut, um Tempo rauszunehmen. Ein paar haben ganz einfach den Fehler gemacht, mit zu viel Schwung auf die Hindernisse zuzufahren, wodurch sie zu weit gesprungen sind.
Die IG MTB Langendorf war als Veranstalter relativ kurzfristig eingesprungen. Hatte das am Ende Auswirkungen auf den Anlass oder reichte die Vorbereitungszeit?
Die Zeit hat aus organisatorischer Sicht gereicht, es hat alles tipptopp geklappt. Was wir noch nicht wissen, ist, ob es auch finanziell aufgegangen ist. Hier fehlen uns zu diesem Zeitpunkt noch die nötigen Zahlen.

Im Vorfeld wusste man nicht genau, wie und ob der Anlass ankommen würde. Kann man sagen, dass man die Bevölkerung erreicht hat?

Absolut. Wir hatten sehr viele Zuschauer aus Langendorf selber, welche Freude am Anlass hatten und mir persönlich gratulierten zu diesem tollen Anlass. Andere wiederum zeigten sich sehr kooperativ, packten mit an und stellten Sachen zur Verfügung. Es war wirklich der Hammer, wie sie sich hinter uns gestellt haben.

Was nimmt man von der SM mit in die nächsten Austragungen des Argovia Cups?

Nun, mit einem solchen Anlass wächst der Erfahrungsschatz zusätzlich. Wir können verschiedene Sachen für die Rennen 2016 übernehmen, Dinge, die auch auf Stufe Argovia Cup funktionieren.

Sie haben zwar im Vorfeld betont, mit der Ausrichtung eines Argovia-Cup-Rennens zufrieden zu sein. Dennoch: Reizt es einen nicht doch, nach einer solch gelungenen SM dauerhaft wieder etwas Grösseres auf die Beine zu stellen?

Vorläufig bleibt es dabei, aber man soll nie «nie» sagen. Diese Schweizer Meisterschaften waren sicher wieder an der Grenze für uns als Hobbyveranstalter. Die Belastung war riesig, ein paar nahmen extra eine Woche Ferien. So etwa auch OK-Mitglied Hans Marti, welcher, als Chef des Werkhofs, unzählige Stunden Freizeit in den Anlass investiert hat.

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