Langendorf
Gibt es bald flächendeckend Tempo 30?

An der Rechnungsgemeindeversammlung in Langendorf wurden die nächsten Schritte in Richtung Tempo 30 besprochen.

Hans Peter Schläfli
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Drohnenaufnahme der Gemeinde Langendorf.

Drohnenaufnahme der Gemeinde Langendorf.

Oliver Menge

Am Montagabend durfte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger im Konzertsaal 85 Stimmberechtigte zur Gemeindeversammlung begrüssen. Dabei gab die Rechnung des Jahres 2020 weniger zu reden als die Vorstellung, dass man im Dorf flächendeckend Tempo 30 einführen könnte.

Als Erstes stand die Genehmigung der Rechnung des Jahres 2020 auf dem Programm. Bei einem Gesamtvolumen von etwas mehr als 21 Millionen Franken schloss diese mit einem Gewinn von 108'000 Franken ab.

Bei den Investitionen schenkte die Schulraumerweiterung mit 5,4 Millionen Franken kräftig ein. Man habe die Kosten dieses Grossprojekts im Griff und die Gemeinde liege im Rahmen der langjährigen Finanzplanung, sagte Gemeindeverwalter Kurt Kohl. Dem widersprach Thomas Anderegg. «Mir fehlen hier 300'000 Franken», sagte der SVP-Gemeinderat. Bei der Erhöhung des Steuersatzes von 115 auf 119 Prozent sei ein jährlicher Überschuss von 400'000 Franken in Aussicht gestellt worden, mit dem die Schulraumerweiterung finanziert werden sollte. Tatsächlich stieg die Nettoverschuldung pro Einwohner wegen dieser Investition deutlich auf nun 1885 Franken pro Einwohner an. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde die Rechnung trotzdem genehmigt.

Wie teuer darf Tempo 30 sein?

Mehr zu reden gab die Konsultativabstimmung zur Einführung von flächendeckendem Tempo 30 und der Erarbeitung eines Parkplatzkonzeptes. «Wir wollen proaktiv vorgehen und die Meinung der Versammlung einholen», erklärte der Gemeindepräsident. «Die Frage ist, ob sich der Gemeinderat mit den beiden Themen befassen soll und wie es mit den Kosten aussieht.» Es gehe also darum, ob dazu eine Planung gewünscht wird. Ob dann flächendeckendes Tempo 30 oder ein neues Parkplatzregime tatsächlich eingeführt wird, könne eine spätere Gemeindeversammlung entscheiden, wenn konkrete Pläne zur Umsetzung vorliegen.

Als Ressortleiter Finanzen sagte Gemeinderat Benjamin Sigrist:

«Ich plädiere dafür, dass wir uns bei neuen Investitionen zurückhalten. Wir müssen zuerst die Schulden abbauen, die uns wegen der Schulraumerweiterung in den nächsten Jahren belasten.»

Dem stimmten verschiedene Stimmen aus dem Plenum bei. Andere meinten, dass ein einziger Unfall, der dank Tempo 30 vermieden werden könne, die Kosten für die Umsetzung wert sei. «Gebt uns eine Chance, das abzuklären, dann sehen wir, ob flächendeckendes Tempo 30 etwas bringt oder nicht», sagte Gemeinderätin Barbara Obrecht. Dem stimmte die Versammlung grossmehrheitlich zu.

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