«Gute Reise und Danke für Deinen Pionier-Einsatz für die psycholytische Therapie!», hiess es laut «Blick» am Mittwoch auf der Facebook-Seite des Nachtschatten-Verlags, bei dem diverse Schriften von Widmer erschienen sind. Der Eintrag ist mittlerweile wieder gelöscht worden. Auch auf Wikipedia wird der 18. Januar 2017 als Widmers Todestag angegeben.

Man sei in Trauer, heisst es bei der Kirschblütengemeinschaft. Weitere Auskünfte möchte Sprecherin Anke Edelbrück Schwarzer derzeit nicht geben.

Der umstrittene Lüsslinger Arzt und Psychotherapeut lebte offen mit zwei Frauen zusammen und hatte mit ihnen elf Kinder. Er war als Anführer der sektenähnlichen Kirschblüten-Gemeinschaft mit zirka 200 Anhängern bekannt geworden. Widmer provozierte mit Aussagen zur sexuellen Anziehung von Vater und Tochter und zum Inzest. Auch sein Bekenntnis zur «Polyamorie» und die Tantra-Kurse erregte in der Öffentlichkeit Anstoss und brachten ihn als «Sex-Guru» in die Schlagzeilen.

In seiner psychoanalytischen Therapie arbeitete der Arzt mit halluzinogenen Rauschmitteln. Er schrieb mehrere Bücher zum Thema und war für den Einsatz von LSD und MDMA autorisiert. 1993 wurde ihm diese Erlaubnis vom Bundesamt für Gesundheit entzogen. Weil sie weiterhin den Einsatz von illegalen Substanzen vermutete, eröffnete die Solothurner Staatsanwaltschaft 2015 ein Verfahren gegen den Psychiater.

Es kam zur Durchsuchung mehrerer Häuser in Lüsslingen-Nennigkofen. Widmer betonte, dass in seinen Sitzungen alles korrekt abgelaufen sei und er nur erlaubte Medikamente abgegeben habe. Die Ermittlungen konnten bisher nicht abgeschlossen werden. (crs/cze/ldu)