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Kann das Recycling-Center in Luterbach bald gebaut werden?

Die Auflage der Kantonalen Nutzungsplanung zum Vigier Cleantechcenter in Luterbach läuft heute ab. Erfolgt keine schwerwiegende Einsprache und wird die Nutzungsplanung vom Regierungsrat gutgeheissen, kann bald ein Baugesuch eingereicht werden.

Urs Byland
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Links des Betonwerks (blau) entsteht die Recyclinghalle, rechts davon die Altholzhalle. (Illustration)

Links des Betonwerks (blau) entsteht die Recyclinghalle, rechts davon die Altholzhalle. (Illustration)

Illustration: zvg

Östlich vom Areal des Biotechkonzerns Biogen plant die Vigier AG ein Recycling-Center. Damit wird wahrscheinlich Realität, was die Gegner eines Recycling-Centers in Bellach vor Jahren empfahlen: Man solle doch das Recycling-Center auf dem Gelände Attisholz Süd erstellen, wo es hinpasse und niemanden störe.

Das Recyceln von mineralischen Bauabfällen oder belasteten Aushub- und Abbruchmaterialien ist aber nur ein Teil der Produktion. Weshalb die Vigier AG nicht von einem Recycling-Center, sondern von einem Cleantechcenter spricht.

Im aktuell aufgelegten Gestaltungsplan sind im Wesentlichen drei Baufelder beschrieben. Der Baubereich A ist für Bauten und Anlagen für die Recyclingprozesse und die Materialwirtschaft sowie für betriebsnotwendige Werkstätten bestimmt. Es entstehen eine Recyclinghalle und eine Altholzhalle. Sämtliche betrieblichen Prozesse erfolgen im Innern der Industriebauten.

Baubereich B dient für den Bau und Betrieb eines Betonwerks mit den dazugehörigen Ver- und Entladeanlagen für Kies und Beton sowie für Silos und Förderanlagen. Auch hier gilt: Sämtliche betrieblichen Prozesse erfolgen im Innern der Industriebauten. Im Baubereich C können Gebäude für die Administration und Hilfsbetriebe sowie für technische Einrichtungen und Anlagen erstellt werden.

Ohne Nebengeräusche

Die Aufbereitungs- und Wiederaufbereitungsanlage hat die bisherigen Hürden ohne Nebengeräusche bewältigt. Dazu gehörte auch die Mitwirkung in Luterbach. Am Mitwirkungsanlass wurde das Projekt positiv aufgenommen. Von privater Seite ist nach Ablauf der Frist keine Mitwirkung eingetroffen. Die Gemeinde Riedholz äussert sich in ihrer Mitwirkung zum Gestaltungsplan positiv. Attisholz Infra, welche das Areal Attisholz Nord entwickelt, hatte Bedenken wegen möglichen Lärms erhoben.

Heute nun endet die öffentliche Auflage der kantonalen Nutzungsplanung Vigier Cleantechcenter Attisholz Süd für das Areal in der Grösse von 4,3 Hektaren. Erfolgt keine schwerwiegende Einsprache und wird die Nutzungsplanung vom Regierungsrat gutgeheissen, kann die Vigier Beton Mittelland AG bald ein Baugesuch einreichen.

Schonung von Ressourcen

Vigier betreibt bereits heute in der Region Solothurn und Umgebung verschiedene Ver- und Entsorgungsanlagen (Kieswerk Attiswil, Inertstoffdeponie und Recyclingplatz Attisholz). Das neue Cleantechcenter wird es ermöglichen, die nicht standortgebundenen Aktivitäten zu zentralisieren. Dabei wird von gegen 200 Lastwagenfahrten täglich ausgegangen.

Nicht nennenswert ist die Zunahme des Verkehrs in südliche Richtung nach Luterbach. Hingegen wird der Verkehr Richtung Norden über die Waldaustrasse und die neue Aaruferstrasse zur Kiesgrube Attiswil zunehmen, laut Umweltverträglichkeitsbericht aber nicht zu Grenzwertüberschreitungen führen. Zwei Anlagetypen (Trennung von Abfällen, Zwischenlager von Sonderabfällen) haben nach übergeordneter Gesetzgebung zu dieser Umweltverträglichkeitsprüfung geführt.

Positiv wird in diesem Bericht die Produktion im Cleantechcenter beschrieben. Mit der gezielten Behandlung und Verwertung von Abfällen werde ein Beitrag zur Schonung von natürlichen Ressourcen und Deponieraum geleistet. Mit der Verwertung von Recyclingmaterial im Betonwerk und von belastetem Material als Rohmehlersatz im Zementwerk würden ebenfalls Ressourcen geschont. Und die Aufbereitung von Altholz und alternativen Brennstoffen zur Verwendung im Zementwerk führe zur Reduktion der CO2-Emissionen.

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