Jugendarbeit
Im Garten der «Weschtstadt-Zunft»: In Bellach gibt es neu einen Jugendtreff in einem Bauwagen

Diesen Samstag öffnet er erstmals seine Türen. Der Bauwagen, der nun jeden Samstagabend für die Jugendlichen von Bellach öffnet. Das Projekt hat die offene Kinder- und Jugendarbeit Bellach lanciert.

Fabio Vonarburg
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Bauwagen als Jugendtreff in Bellach. Jelena Cvijetic und Till Baumann von der Jugendarbeit des Alten Spitals.

Bauwagen als Jugendtreff in Bellach. Jelena Cvijetic und Till Baumann von der Jugendarbeit des Alten Spitals.

Fabio Vonarburg

Till Baumann und Jelena Cvijetic lassen kurz die Seele baumeln. Die beiden Jugendarbeiter sitzen draussen im Grünen unter einem grossen Sonnenschirm und lauschen dem Rauschen des Wildbachs, der gleich neben dem Grundstück der Solothurner Weschtstadt-Zunft in Bellach durchfliesst. Schon in wenigen Stunden wird das Geräusch vermischt mit dem Lachen von Jugendlichen. Wie von nun an jedem Samstagabend von 18 bis 22 Uhr. Hier entsteht das, was vielen Bellacher Jugendlichen bislang gefehlt hat. Ein Treffpunkt.

«Das war der häufigste Wunsch, den wir bislang gehört haben»,

sagt Till Baumann von der offenen Kinder- und Jugendarbeit Bellach, die an das Alte Spital angeschlossen ist. Seit ziemlich genau einem Jahr gibt es nun in Bellach wieder eine Jugendarbeit. Baumann und seine Kollegin Jelena Cvijetic waren bislang vor allem mit ihren Fahrrädern unterwegs, um die Jugendlichen im Ort zu erreichen, und ihre Bedürfnisse abzuholen. Wie eben, der Treff.

Mangels Alternativen, auch wegen der Finanzierung, kam hierbei schnell einmal die Idee eines Bauwagens auf. Einen solchen zu finden, sei nicht sonderlich schwierig gewesen, erzählt Baumann, der auf die Grosszügigkeit der Jugendarbeit Lostorf verweist, die kostenlos einen solchen zur Verfügung stellt. «Viel schwieriger war einen Standplatz für diesen Bauwagen in Bellach zu finden», fährt Till Baumann fort, der in den letzten Monaten gefühlt das halbe Dorf abklapperte und dabei auch auf die Hilfe von Gemeinderäten zählen konnte, die für die Jugendarbeit zum Telefon griffen.

Fündig wurde man letztlich an der Markstrasse 24 in Bellach. Im Garten hinter der Werkstatt, in der die Mitglieder der Weschtstadt-Zunft jeweils an ihren Fasnachtswagen schuften, hat der Bauwagen nun ein Plätzchen erhalten. «Vom Standort her könnten wir nicht zufriedener sein», sagt Till Baumann. «Er ist etwas abseits, nicht direkt neben Wohnungen, liegt mitten im Grünen und wir können draussen ein Feuer machen», freut sich der Jugendarbeiter. «Zudem ist der Bauwagen nicht weit weg vom Grederhof, wo viele Jugendliche wohnen, die unser Angebot nutzen.»

Ein Bauwagen zum Gamen oder doch zum Chillen?

Noch sehe der Bauwagen etwas trostlos aus, sagt er beinahe entschuldigend. «Doch es liegt nun an den Jugendlichen, daraus etwas zu machen. Die Initative und die Ideen müssen von ihnen kommen, wir werden sie aber unterstützen», sagt Baumann, der selber gespannt ist, was der Bellacher Jugend vorschwebt. «Es ist ein Raum zum Gamen, aber auch einfach ein Ort zum Chillen möglich.»

Diese offene Ausgangslage könne Jugendlichen zu Beginn überfordern: «Sie sind es sich nicht gewohnt, dass Erwachsene kommen und sagen, ‹ihr müsst nichts, es ist eure Sache, was ihr daraus macht.›» Baumann ergänzt: «Die Jugendlichen müssen Eigeninitiative zeigen, und können beweisen, wozu sie fähig sind.» Das Projekt «Treffpunkt Bauwagen» ist nun einmal befristet auf ein Jahr. Auf den Zeitpunkt, wo die Pilotphase der offenen Kinder- und Jugendarbeit Bellach abläuft. Noch ist offen, ob und allenfalls wie es danach weitergeht.

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