Derendingen
«Jetzt oder nie»: Zeitpunkt für «Derendingen Mitte» ist günstig

Ein Informationsabend soll der Bevölkerung zeigen, dass das Projekt «Derendingen Mitte» finanzierbar ist. Gemeindepräsident Kuno Tschumi und Markus Zürcher legen ihre Argumente dar.

Rahel Meier
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So würde sich der neue Dorfplatz präsentieren.

So würde sich der neue Dorfplatz präsentieren.

Zur Verfügung gestellt

36,5 Mio. Franken – das ist eine stolze Zahl. So hoch sind die Bruttoinvestitionen für das Projekt «Derendingen Mitte» (wir berichteten mehrmals). Diese Zahl müsse aber differenziert betrachtet werden, erklärten die Verantwortlichen am Montagmorgen in einer Medienkonferenz. «Wenn Derendingen Mitte nicht realisiert wird, muss die Gemeinde trotzdem investieren», so Gemeindepräsident Kuno Tschumi.

Die Gemeinde habe die Wahl: Entweder ältere bestehende Anlagen aufwendig und teuer sanieren oder eine neue Infrastruktur planen und sich auf einen Ort konzentrieren. «‹Derendingen Mitte› bringt uns einen klar erkennbaren Mehrwert», ist Tschumi überzeugt. Er bezeichnet es auch als «Herz und Zentrum des Dorfes. Als Ort der Begegnung, der Bildung und der Kultur». Neben den dringend notwendigen Räumlichkeiten würde zusätzlich auch ein Aussenraum entstehen, der verschieden genutzt und als neuer Dorfplatz etabliert werden könnte.

So oder so investieren

«Allein für den Substanzerhalt der heutigen Schulräume, der Turnhallen und für die Kindergärten müssten wir mit 8,47 Mio. Franken rechnen», erklärt Markus Zürcher (Präsident Finanzkommission). Werde «Derendingen Mitte» realisiert, könnten das Schulhaus und der Kindergarten Oberdorf und der Saalbau Bad verkauft werden. Das ergäbe einen Ertrag von 3,6 Mio. Franken. Weiter rechnet Zürcher mit Mieteinnahmen, die kapitalisiert, mit 7,5 Mio. Franken eingerechnet werden. Tatsächlich würden sich die Investitionen für «Derendingen Mitte» netto nur auf 16,93 Mio. Franken belaufen.

Seit dem Jahr 2006 habe Derendingen Ertragsüberschüsse erwirtschaftet. «Wir haben unsere Verschuldung massiv abgebaut», so Zürcher. Das Projekt ist seiner Meinung nach ohne eine Steuererhöhung realisierbar. Dazu würden auch die tiefen Fremdkapitalzinsen und der tiefere Abschreibungssatz mit dem neuen Rechnungsmodell HRM2 beitragen. Das Projekt werde seit Beginn von der Finanzkommission begleitet. So habe man die Kostensituation jederzeit im Griff. «Alle, die am Projekt arbeiten, halten sich zudem an den Grundsatz ‹design to cost›», meint Zürcher. Das heisst konkret, wird in einem Bereich mehr ausgegeben als errechnet, muss dieser Betrag an einem anderen Ort eingespart werden. Zürcher macht aber gleichzeitig deutlich, dass «Derendingen Mitte» eine hohe Qualität habe, die auch etwas kosten dürfe.

«Investoren glauben an uns»

Gemeindepräsident Kuno Tschumi wirft ein weiteres Argument in die Waagschale, das für das Projekt in der Dorfmitte spricht. Derendingen sei vom Oberdorf her, wo es Landwirtschaftsbetriebe gab, und vom Bahnhof her, wo die ersten Industriebetriebe standen, langsam zusammengewachsen. «Einen wirklichen Dorfkern gibt es nicht», so Tschumi. Die beiden Kirchen, das Gemeindehaus und die Schulanlage sei «einfach mal so hingestellt» worden, wie sich Tschumi ausdrückte.

Zurzeit werde in Derendingen investiert. Im Emmenhofareal sollen neue Wohnungen gebaut werden. Weitere Entwicklungsschwerpunkte würden sich in der Löhr und der Talmatt, im Emmenhofareal und im Dorfkern, an der Kirchgasse, an der Bahnhofstrasse und an der Luzernstrasse befinden. «Die Investoren glauben an Derendingen», so Tschumi. Diesen Entwicklungsschub sollte man darum positiv verstärken und die Infrastruktur anpassen. Mit dem Projekt «Derendingen Mitte» hätte man beispielsweise für die Schule genügend Kapazitäten für eine Bevölkerungsgrösse von 7000 Einwohnern.

Langsam gewachsen

Das heute vorliegende Projekt sei langsam und organisch gewachsen, meint Markus Zürcher. Seit 2010 sei eine Arbeitsgruppe am Planen. Diese habe schon bald erkannt, dass eine reine Werterhaltungs-Strategie wenig Sinn mache, weil Derendingen eigentlich eine Mehrzweckhalle brauche.

Das heutige Projekt sei mehrfach überarbeitet worden. Schule, Vereine und weitere Organisationen seien miteinbezogen worden. «Auch die Kosten haben wir immer wieder überprüft.» Jeder Zwischenschritt sei vom Gemeinderat diskutiert und genehmigt worden. Die Bevölkerung konnte mit der Erarbeitung des Teilleitbildes im Jahr 2012 bereits Stellung nehmen.

Auch bei einer allfälligen Fusion mit Solothurn im Rahmen von Top5 mache «Derendingen Mitte» Sinn, betonen die Verantwortlichen weiter.

Informationsabend für die Bevölkerung: Dienstag, 27. Januar, 20 Uhr, Aula Gemeindeverwaltung.

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