Biberist
In der ehemaligen Papierfabrik entsteht ein Sportzentrum für Gamer

In der ehemaligen «Papieri» in Biberist soll ein E-Sports-Hub entstehen. Noch hält sich die beauftragte Firma Stark eSports GmbH allerdings bedeckt.

Yvonne Aregger
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Die Papieri wird zum Treffpunkt für Gamer. (Archiv)

Die Papieri wird zum Treffpunkt für Gamer. (Archiv)

Oliver Menge

Die Firma Hiag, Entwicklerin ehemaliger Industrieareale, ist als Besitzerin der Biberister «Papieri»-Liegenschaften daran, den riesigen Hallen neues Leben einzuhauchen. In ihrer Medienmitteilung zu den neusten Halbjahreszahlen (siehe Kasten unten) hat Hiag jetzt ihre neuste Idee präsentiert: Sie will bis Ende Jahr «den Standort Biberist schweizweit als E-Sport-Hub positionieren». «Man kann sich einen solchen E-Sport-Hub wie ein Sportzentrum für Gamer vorstellen», erläuterte Martin Wyss, Geschäftsführer der Stark eSports GmbH und Projektleiter der Hiag, gegenüber dem SRF-«Regionaljournal Aargau-Solothurn».

Dafür sei eine gute Infrastruktur notwendig. Dazu zählen – nebst genügend leistungsstarken Internet- und IT-Einrichtungen – auch die richtige Betreuung und richtiges Coaching. So sei gewährleistet, dass die Spieler sich optimal auf Wettkämpfe vorbereiten können. «Eine Fussballmannschaft zieht sich ja auch an einen Ort zurück, um sich vorzubereiten.

Baubeginn im November

Ein solcher Ort soll der E-Sport-Hub insbesondere für Profi-Gamer sein.» Diese seien aber nicht die einzige Zielgruppe, die der Hub anziehen soll. Auch «normale» Gamer sollen angesprochen werden. «Wir wollen den beiden Zielgruppen etwas bieten, damit sie zur Zukunft des E-Sports etwas beitragen können.»

Allzu viel verrät der Projektleiter, früher ebenfalls Profi-Gamer, allerdings nicht. Auf die Frage, ob auch Einrichtungen für Zuschauer geplant seien, wie man diese bereits von Wettkämpfen im Ausland kenne, antwortet Wyss: «Wir werden im November ein Konzept veröffentlichen, das ganzheitlich sein wird. Das Ziel ist, dass man breit aufgestellt ist und sicher auch etwas für die Zuschauer bieten kann.»

Der Standort Biberist wurde einerseits wegen des geeigneten Areals gewählt, aber auch wegen der zentralen Lage in der Schweiz. Bezüglich der Grösse des E-Sport-Hub sind noch keine Infos erhältlich. Fest stehe, dass im November der Bau eines Bereichs beginne und dieser dann stetig ausgebaut werde.

«Biberist»-Besitzerin Hiag auf Wachstumskurs

Die Firma Hiag blickt auf ein «sehr erfreuliches erstes Halbjahr 2018 zurück», wie sie selber schreibt. Die Basler Immobilien-Entwicklerin – unter anderem Besitzerin der riesigen Biberister «Papieri»-Liegenschaften, steigerte ihren Liegenschaftsertrag gegenüber der Vorjahresperiode um 3,1 Prozent auf 28,2 Mio. Franken (Vorjahresperiode: 27,4 Mio.) und das Unternehmensergebnis um 36,6 Prozent auf 33,3 Mio. Franken (H1 2017: 24,4 Mio.). Der Gewinn pro Aktie stieg auf 4.14 Franken (H1 17: 3.03). Die Sale- and-Leaseback-Transaktionen der Areale der Sulser Logistik AG in Brunegg (März 2018) und der Rohner AG (RohnerChem Areal) in Pratteln (August 2018) werden den annualisierten Liegenschaftsertrag mit rund 3,7 Mio. Franken positiv beeinflussen. Die Neubewertungseffekte waren mit 26,7 Mio. Franken (H1 2017: 10,8 Mio.) deutlich höher als im Vorjahr, was auf erfolgreiche Vertragsabschlüsse und Entwicklungsprojekte zurückzuführen ist.

Was den Standort Biberist betrifft, bestätigt Hiag, dass es im ersten Halbjahr 2018 gelungen sei, die zwei verbliebenen Papiermaschinen in Biberist zu verkaufen; in den letzten zwei Jahren wurde mit dem Verkauf der Anlagen insgesamt ein Nettoertrag von rund 12 Mio. Fr. erzielt. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, hat die Hiag Data, die sich nach wie vor im Aufbau befinde, im ersten Halbjahr 2018 14 Verträge mit namhaften Partnern abgeschlossen und ihr Angebot auf den Finanzbereich ausgedehnt. (szr)

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