Lüsslingen-Nennigkofen
Im «Hoschteten»-Dorf werden 60 Bäume gepflanzt

Der Gemeinderat Lüsslingen-Nennigkofen entschied sich für das Obstbaum-Pflanzprojekt. Mit der geplanten Aktion sollen Landschaft und Lebensraum prägende «Hoschteten» in ihrem vielfältigen Bestand aufgerüstet werden.

Gundi Klemm
Merken
Drucken
Teilen
Ziel der Obstbaumpflanzaktion ist es, die den Lebensraum prägenden «Hoschteten» aufzurüsten.

Ziel der Obstbaumpflanzaktion ist es, die den Lebensraum prägenden «Hoschteten» aufzurüsten.

Rahel Meier

Schon zwei Mal fanden in der Doppelgemeinde Obstbaumpflanzaktionen statt, nämlich 2001 und 2008. «Alle Bäume leben noch», berichtete Doris Weyeneth als Ressortleiterin Umwelt. Auch diesmal stosse die geplante Aktion vor allem in der Landwirtschaft auf Interesse, wie eine gut besuchte Informationsveranstaltung bewies.

Vorgesehen ist es, ab dem Jahre 2017 insgesamt 60 Obstbäume – aufgeteilt in drei Tranchen von jährlich 20 Bäumen – zu pflanzen, und über drei Jahre vor Verbiss zu schützen und im Anwachsen zu betreuen. Die Gemeinde will dabei die Anstossfinanzierung von rund 21'500 Franken ins kommende Budget aufnehmen. Die bäuerliche Seite werde die Pflegekosten mittragen, hiess es. Das gesamte Vorhaben werde von Verträgen begleitet, so Doris Weyeneth.

Diese Aktion ist eingebettet in ein von Martin Huber entwickeltes Naturkonzept, das die Landschaft und Lebensraum prägenden «Hoschteten» in der Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen in ihrem vielfältigen Bestand aufrüsten möchte. «Wichtig ist auch, dass wir dieses Programm in der Bevölkerung bekannt machen», wünschte sich die Ressortleiterin.

Entwurf einer Umwelt-Broschüre

Wofür sich die örtliche Umweltkommission stark macht, welche Anliegen sie verfolgt, wird demnächst einer Broschüre zu entnehmen sein, die allen Haushaltungen zugestellt wird. Der Gemeinderat konnte sich bereits ein Bild vom ansprechend bebilderten Entwurf machen, in dem alle Themen angesprochen werden, und bereits Erreichtes bilanziert wird.

«Wir glauben, dass diese Broschüre auch eine gute Visitenkarte für unser
Dorf sein wird», betonte Ratsmitglied Brigitte Rohrbach. Die Gestaltungs-. Druck- und Versandkosten übersteigen aber das Budget der Umweltkommission für sogenannte Sonderausgaben. Dieses beträgt 1'000 Franken. Der Gemeinderat beschloss, einen Nachkredit von 1'000 Franken für die Obstbaumpflanzaktionen zu genehmigen.

Reglement für Pfarrschür

Die Pfarrscheune Lüsslingen – als geschütztes Gebäude auf dem Areal der reformierten Kirchgemeinde gelegen – ist ein gern und gut besuchter Ort. Hier finden öffentliche Vorträge, private Feiern, Kurse und natürlich die Gemeindeversammlungen statt. Laut Gemeindeschreiberin Madeleine Stuber gelangen laufend zahlreiche Anfragen für die Miete der Pfarrschür an die Verwaltung. Gemeinsam mit Brigitte Rohrbach hat Stuber nun das bestehende Benutzungsreglement überarbeitet, um Klarheit zu schaffen.

Nicht zugelassen sind Anlässe mit kommerziellem Zweck. Mietbar ist die Pfarrschür für Einheimische, Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde, die auch Lüterkofen-Ichertswil umfasst, und für regionale Organisationen. Gültigkeit erlangt das Reglement zu Jahresbeginn 2017, dessen Konditionen und Tarife in Form von Mietkosten sowie Kaution publiziert werden.

Sanierung Wasserreservoir

Gegenwärtig wird das Wasserreservoir saniert. Die sichtbar grosse Baustelle wurde nötig, weil das Reservoir nicht mehr entleert werden konnte. Während der Baumassnahmen wurde erkannt, dass sich die Überlaufleitung Richtung Bach völlig zugesetzt hat und nun ersetzt werden muss. Dies führt zu Mehrkosten von rund 15'000 Franken. Eingerechnet in den ursprünglichen Projektkredit von 140'000 Franken ist eine Ozonisierungsanlage für die Desinfektion des Wassers, das in stets einwandfreier Qualität in die Haushalte fliessen soll.
Ein wichtiges Traktandum bildete die Genehmigung des Kaufvertrags für die 150 Aren Gewerbeland (GB Nr. 57) an der Lüsslinger Bahnhofstrasse. Da der Verkaufspreis seitens der SBB nicht kommuniziert wurde, aber die Kompetenz des Gemeinderats übersteigt, wird sich die ausserordentliche Gemeindeversammlung am 1. September damit befassen.

Ratsstenogramm

Der Gemeinderat hat

- sich dafür ausgesprochen, den in der Nähe des Reservoirs befindlichen Flurweg 90075 wegen der enthaltenen Schächte nicht abzutreten, aber dem interessierten Landwirt den Flurweg 90013 zum Kauf anzubieten, damit er auf seinen angrenzenden Feldern querpflügen kann;

- sich auf Antrag von Gemeinderat Robert Hürlimann dafür ausgesprochen, mittels Pilotprojekt die Fernabfrage beispielsweise von Wasseruhren und Steuerungen im Netz zu ermöglichen;

- grundsätzlich festgehalten, dass eine

zweite Wasseruhr pro Parzelle vom Eigentümer selbst zu bezahlen ist;

- die Schaffung der Gemeindearbeiterstelle im Stellenprofil besprochen und zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet;

- den Schulvertrag mit Solothurn zuhanden der Gemeindeversammlung gut geheissen.