Lüsslingen
Hobbyfischer und Hornusser zeigen ihre Leidenschaften vor

Am Buchibärger-Treff wurde Sport auf dem Hornusserplatz im Aarefeld, und Fischen in der Aare vorgestellt. Die Besucherinnen und Besucher erfreuten sich auch am Grillstand des Anlasses.

Agnes Portmann-Leupi
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Keine einfache Sache: Hornussen. (Themenbild)

Keine einfache Sache: Hornussen. (Themenbild)

Solothurner Zeitung

Einfach war es wahrlich nicht, mit dem beweglichen Stecken das kleine schwarze, 78 Gramm schwere Ding, Nouss genannt, zu treffen. Viel zu lang und beweglich erwies sich der Stecken mit dem Träf für viele Teilnehmer des Buchibärger-Treffs.

Auf dem wunderschönen Hornusserplatz im Aarefeld veranschaulichten Tobias Reinmann, Präsident der Hornussergesellschaft Lüsslingen-Nennigkofen, und Nachwuchsbetreuer Christian Schluep ihr Hobby. Der Verein, 1923 gegründet, zählt 36 Mitglieder, davon 23 Aktive, und spielt in der 1. Liga.

Dass Hornussen nicht ohne ist, beweisen die von der ETH gemessenen Werte. So kann die Geschwindigkeit beim Abschlag des Nouss über 300 und beim Abtun, dem Abfangen des anfliegenden Nouss mit den Schindeln, 160 Stundenkilometer betragen. Dabei fliegt ein Nouss bis 70 Meter hoch und 330 Meter weit. Hornussen zählt, zusammen mit Schwingen und Steinstossen, zu den Schweizer Nationalsportarten. Im Spiel wechseln sich Angriff und Verteidigung sowie Eigenleistungen und mannschaftliche Geschlossenheit ab.

Bis 30 Fischarten in der Aare

«Egli, Felchen, Hecht, Forellen, Wels, Äschen», zählte Naturwissenschaftler David Gerke – Fischer von kleinster Kindheit an – am lauschigen Plätzchen die bekanntesten Fische in der Aare auf. Rund 25 bis 30 Fischarten existierten in diesem Fluss, in der ganzen Schweiz rund 65. «Durch die beiden Juragewässerkorrekturen mit der Umleitung durch den Bielersee ist die Aare kein natürlicher Fluss mehr», erzählte er. Das habe Auswirkungen auf die chemische Zusammensetzung, Temperatur und Fliessgeschwindigkeit des Wassers und somit auch auf die Art der Fische. Wegen des Flussstaus durch das Kraftwerk Flumenthal würde die Aare einem Stausee ähneln.

Wie sich die Fische fangen lassen, erklärte Fredy Däppen vom Fischereiverein Lüsslingen-Bellach. Zuvor jedoch gelte es heutzutage, einen Kurs zu besuchen und eine Prüfung mit 150 Fragen abzulegen. Er zeigte die Handhabung der verschiedenen Fischerruten, der Haspeln sowie der Köder und Angelhaken. «Heute wird in der Schweiz zu 80 Prozent mit Imitationen gefischt und Widerhaken sind verboten», machte der Hobbyfischer klar.

Beim schmucken Hornusserhaus, mit vielen Eigenleistungen im Jahr 2011 erbaut, grillierten in der Zwischenzeit die traditionellen Buechibärger-Würste für die 60 Besucherinnen und Besucher. Ein Wiederkommen im nächsten Jahr ist für das Ehepaar aus Lüterkofen, das seit jeher alle Jahre die drei Pro-Buechibärger-Anlässe besucht, unbestritten.

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