Messen
Hier präsentierten die Aussteller ihre Angebote im Koffer

Die Buechibärger Gewerbeausstellung wagte sich an ein neues Format, nämlich an das Kofferformat. Auf kleinstem Raum präsentierten die Aussteller ihre Waren. Die Idee für die Ausstellung entstand aus einer Not heraus.

Marlene Sedlacek
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Buechibärger Gewerbeausstellung in Messen 2018: Die Gewerbeausstellung aus dem Koffer in der Mehrzweckhalle Messen fand regen Anklang beim Publikum.
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Ein Koffer zum drin wohnen.
Die Säuli bereiten sich mental auf ihren Renneinsatz vor: Sie schlafen eine Runde.
Buechibärger Gewerbeausstellung

Buechibärger Gewerbeausstellung in Messen 2018: Die Gewerbeausstellung aus dem Koffer in der Mehrzweckhalle Messen fand regen Anklang beim Publikum.

Oliver Menge

Was findet alles Platz in einem Koffer? Ein Lunapark, eine Gartenanlage, ein Verkehrsparcours und eine ganze Baustelle. Dies bewiesen die Bucheggberger Gewerbebetriebe an der ersten Buechibärger Gewerbeausstellung im Kofferformat. Aus der GEWA (Gewerbeausstellung) war die KOFA (Kofferausstellung) geworden.

Die Aussteller hatten sich einiges einfallen lassen, um ihr Angebot auf kleinstem Raum zu präsentieren. Sie arbeiteten mit Playmobil, Lego, Spielzeugautos oder mit Modelleisenbahnhäuschen. Die Garage Burkhalter stellte auf einer Fläche von rund 400 Quadratzentimetern eine komplette Werkstatt aus. Vom Gerätewagen bis zum Schraubstock, alles detailgetreu nachgebaut und lackiert. Da stecken viele Stunden Arbeit dahinter, gestand Geschäftsinhaber Dominic Steck ein.

Einfacher hatten es die Lebensmittelgeschäfte. Ein Fleischplättli passt gut in einen Koffer, ebenso Brote und Confiserie. Der Dennerkoffer überquoll von Gemüse, Obst, Brot und Wein. Oder man baute einen Koffer, der so gross ist, dass Sessel und Lampe in Originalgrösse darin Platz finden, so gesehen bei Spatia Raumkonzept.

Not macht erfinderisch

Die Idee einer Gewerbeausstellung im Kofferformat entstand aus einer Not heraus. «Für die letztjährige Messe hatten sich sehr wenige Aussteller angemeldet», erzählte OK-Präsident Ruedi Meister. Für die Gewerbetreibenden sei ein solcher Anlass immer ein enormer Aufwand, wusste er. Der Bucheggbergische Gewerbeverein setzte eine Projektgruppe mit der Aufgabe ein, dem Problem auf den Grund zu gehen und Lösungen zu suchen.

Das Resultat konnte man nun in der Mehrzweckhalle Messen sehen. 60 Ausstellende fanden in der Halle Platz. Daneben war genügend Raum zum Zirkulieren vorhanden. «Es ist alles sehr übersichtlich», stellte eine Besucherin fest. Stehtische boten den Ausstellenden die Möglichkeit, mit Kunden zu verhandeln, etwas zu trinken und Geschäfte abzuschliessen. Das Echo bei den Gewerblern fiel durchwegs positiv aus. «Der Aufwand ist viel kleiner», schätzte Käthi Kunz von bella vita. «Hier ist nicht jeder in seinem Kabäuschen», hörte man am Stand der Nussbaumer Raum AG. «Viele Besucher kommen aus Neugierde», vermutete der OK-Präsident.

Herkömmliche Messen habe man ja schon oft gesehen. Meister betonte, wie wichtig eine Messe für die Region sei. Eine solche Ausstellung gebe dem vielfältigen Gewerbe eine Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass es im Bucheggberg nicht nur Landwirtschaft gibt. Spannend fand Meister, wie die Ausstellenden ihre Koffer ausgewählt hat-ten. Es gab solche aus Holz, Metall, Kunststoff, Korbgeflecht, Leder oder Stoff. Zum Teil antik, zum Teil eigens für die Messe hergestellt, meist passend zum Geschäft.

Nicht nur die fantasievoll präsentierten Waren und Dienstleistungen lockten die zahlreichen Besucher an die Stände. Vielerorts konnte man sich interaktiv betätigen: Bei der Spar- und Leihkasse Bucheggberg durfte man sich als Tresorknacker versuchen. Fink Holzbau liess in einem Koffer voller Sägemehl nach einem Schatz suchen. Beim Maler Katinka bauten Kinder Türme aus bunten Holzklötzchen, bis sie geräuschvoll zusammenstürzten. Im Koffer des Elektrogeschäfts Zimmermann setzten sich auf Knopfdruck Karussell und Berg- und Talbahn im Miniformat in Bewegung.

Im Rahmenprogramm lockte das Säulirennen viele Schaulustige an. «Du musst rennen, sonst kommst du zum Metzger!», drohte eine Besucherin dem Säuli, auf das sie gewettet hatte. Bei den Bäckereien Moser und Ingold gab es frische Berliner und Glace. Den grossen Hunger konnten Besucher und Besucherinnen im Festzelt stillen.