Gemeindepräsidiumswahlen
Nun auch noch Subingen, Bolken und Schnottwil – die Gemeindepräsidien sind umkämpft

Gleich in mehreren Gemeinden kommt es am 13. Juni zu Kampfwahlen. Viele langjährige Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten wurden hingegen still gewählt.

Rahel Meier
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Hans Ruedi Ingold (links) wird von Andreas Zimmermann herausgefordert.

Hans Ruedi Ingold (links) wird von Andreas Zimmermann herausgefordert.

Zvg

Hans Ruedi Ingold (SP) wird in Subingen von Andreas Zimmermann herausgefordert. Ingold ist seit 1997 Gemeindepräsident.

«Ich habe in den letzten vier Jahren intensiv nach einer Nachfolge gesucht und viele Gespräche geführt. Letztlich hat aber niemand zugesagt»,

erklärt er auf Anfrage.

Zudem gebe es einige wichtige Geschäfte für die Gemeinde, die er gerne noch abschliessen möchte. Dazu gehört unter anderem die Ortsplanungsrevision mit der Zentrumsplanung. «Ich möchte noch aktiv mitarbeiten, damit die Planung auch tatsächlich zu Fliegen kommt.»

«Qualifikation ist wichtiger, als das Alter»

Der Bau des Vereinspavillons stehe noch an, die Einführung der Kindertagesstätte und auch der Bau eines Alters- und Pflegeheimes sei in Planung.

Ingold hat einen Wahlslogan für sich kreiert: «Qualifikation ist wichtiger, als das Alter.» Er möchte alles so vorbereiten, dass er die Gemeinde unbelastet in neue Hände übergeben könne. «Ich bin auch bereit während der Legislatur abzugeben.»

«Ich möchte mich gerne stärker einbringen»

Andreas Zimmermann ist 56-jährig, Elektroingenieur und selbstständig. Er wohnt seit 1994 in Subingen. «Politik hat mich immer interessiert, obwohl ich nie in einer Partei war.»

Es sei typisch für ihn, dass er sich für etwas interessiere und sich dann nach und nach immer stärker engagiere. «Das war in den vergangenen Jahren auch in Vereinen und Vorständen schon so.»

Er habe sich in den letzten Gemeindeversammlungen immer wieder eingebracht. «Jetzt möchte ich noch aktiver werden, mich engagieren und etwas verändern», meint er. «Sachpolitik liegt mir näher als Parteipolitik. Darum bin ich auch parteilos.»

Kampfwahl in Schnottwil: Ursula Brüllhardt tritt an

Ursula Brüllhardt

Ursula Brüllhardt

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In Schnottwil gibt Stefan Schluep das Gemeindepräsidium mit Ende der Legislatur ab. Für seine Nachfolge bewerben sich Ursula Brüllhardt und Martin Willi (beide FDP).

Brüllhardt ist seit acht Jahren Gemeinderätin in Schnottwil und seit zwei Jahren Gemeindevizepräsidentin. «Ich habe in den letzten zwei Jahren einen guten Einblick in die Geschäfte erhalten und Stefan Schluep immer im Hintergrund unterstützt. Das Amt ist sehr abwechslungsreich und ich möchte mich gerne weiterhin für meine Wohngemeinde einsetzen.»

Ursula Brüllhardt hatte am Wahlsonntag wenig Glück. Obwohl sie von der Stimmenzahl her gewählt worden wäre, fiel sie als Letztplatzierte auf ihrer Liste theoretisch aus dem Gemeinderat. Rückt nun aber nach der Demission von Schluep gleich wieder nach.

«Uns allen war bewusst, dass das einem von uns passieren könnte». Aber es sei schon öfter ein Reservespieler von der Bank gekommen und habe ein Tor geschossen. «Ich weiss auch, dass sehr viele gar nicht mehr an die Urne gingen, nachdem im Dorf bekannt wurde, dass Stefan Schluep nicht mehr antreten wird.»

Comeback von Martin Willi?

Martin Willi

Martin Willi

Zvg

Martin Willi war bereits Gemeinderat und auch Gemeindepräsident in Schnottwil. Nach den Wahlen seien diverse Leute auf ihn zugekommen und hätten ihn gefragt, ob er sich nochmals zur Verfügung stellen würde.

Nachdem Willi sein Arbeitspensum reduziert hat und im kommenden Jahr frühpensioniert wird, würde er gerne ein Comeback anstreben. «Mein gutes Wahlresultat hat mich zusätzlich motiviert, mich nochmals für das Gemeindepräsidium zu bewerben.» Zurzeit ist Willi auch noch engagiert als Präsident der Spitex Aare.

Bolken: Fritz Zaugg kandidiert

Fritz Zaugg

Fritz Zaugg

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Auch in Bolken gibt es zwei Interessenten für die Nachfolge von Jeannette Baumgartner. Der eine ist Fritz Zaugg, der nach einer Legislatur als Gemeinderat still wiedergewählt wurde. «Mir gefällt die Arbeit im Gemeinderat und ich würde mich gerne weiterentwickeln und das Präsidium übernehmen», meint er.

Er sei zudem auch interessiert zu wissen, was die Bevölkerung denke und welches ihre Sorgen seien. Er habe in den letzten vier Jahren in diversen Themen intensiv mitgearbeitet, beispielsweise auch in der Ortsplanungsrevision.

Der Gemeinderat funktioniere gut als Team. «Wir sind auch schon mit den neu Gewählten zusammengesessen.» Auch die Verwaltung unterstütze den Gemeinderat gut.

Patrick Meier: Gibt Feuerwehrkommando ab

Patrick Meier

Patrick Meier

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Zur Verfügung stellt sich aber auch Patrick Meier, der ausgebildete Agronom sitzt heute noch nicht im Gemeinderat. Meier ist zurzeit noch Feuerwehrkommandant in Bolken. «Seit Ende März weiss ich, dass ich das Kommando abgeben werde. Deshalb habe ich nun Zeit um mich anderweitig innerhalb der Gemeinde zu engagieren», erklärt er auf Anfrage.

Als es um die Wahlen für den Gemeinderat ging, war dies noch nicht so. «Ich möchte nicht Ämter anhäufen, deshalb habe ich mich nicht als Gemeinderat aufstellen lassen.» Das Gemeindepräsidium zu übernehmen sei eine spannende Sache, auf die er sich gerne einlassen würde.

Recherswil: FDP verzichtet auf Kandidatur

Hardy Jäggi

Hardy Jäggi

Zvg

Hardy Jäggi (SP) wird in Recherswil als Gemeindepräsident still gewählt. Er geht bereits in seine vierte Legislatur als Gemeindepräsident. Jäggi ist seit 2013 auch Kantonsrat und wird neu das Co-Präsidium der SP Kanton Solothurn übernehmen.

Er engagiert sich zudem auch im alten Spital in Solothurn und im Verwaltungsrat des BSU (Busbetrieb Solothurn). «Ich habe nach wie vor Spass an meinem Amt als Gemeindepräsident und bin motiviert weiterzumachen.»

Die FDP hat in Recherswil bei den Gemeinderatswahlen mit vier Sitzen die Mehrheit erreicht. Sie verzichtet aber darauf, einen Kandidaten für das Gemeindepräsidium zu stellen, wie Co-Parteipräsident Jan Flückiger auf Anfrage erklärt.

«Unser amtierender Gemeindepräsident erledigt seinen Job gut, es gibt keinen Grund ihn jetzt anzugreifen.» Das Wahlmotto der FDP sei «zäme geits witer!» und in diesem Sinn wolle man in Recherswil im Gemeinderat gemeinsam zum Wohle des Dorfes weiterarbeiten. «Wir stellen weiterhin den Gemeindevizepräsidenten und sind bereit in der Zukunft noch mehr Verantwortung zu übernehmen.»

Etziken: Sven Schibler kommt für Bruno Meyer

Sven Schibler

Sven Schibler

Zvg

Etziken hat einen neuen Gemeindepräsidenten: Er heisst Sven Schibler, ist 38-jährig, verheiratet, Vater von zwei Kindern und wohnt seit 12 Jahren im Dorf.

«Etziken liegt mir am Herzen. Ich war in den letzten Jahren immer an den Gemeindeversammlungen oder sonst an Anlässen im Dorf dabei.» Er wurde aktiv angefragt, ob er sich vorstellen könnte das Gemeindepräsidium zu übernehmen. «Ich habe dann mal als Gast an Sitzungen teilgenommen, um etwas Gemeinderatsluft zu schnuppern», erklärt Schibler auf Anfrage. Von den bisherigen Gemeinderäten wollte niemand das Präsidium übernehmen und so hat er schliesslich zugesagt.

«Ich habe gute Unterstützung durch die Verwaltung und die Gemeinderatskolleginnen und -kollegen. Auch Bruno Meyer steht jederzeit noch zur Verfügung, wenn ich etwas wissen muss.»

Balm bei Günsberg: Christoph Siegel

Christoph Siegel

Christoph Siegel

Hanspeter Bärtschi

In Balm bei Günsberg nimmt Christoph Siegel, der letztes Jahr als Nachfolger von Pascale von Roll gewählt wurde, seine erste ganze Legislatur als Gemeindepräsident in Angriff. Er kann dabei auf den gleichen Gemeinderat zählen, mit dem er bereits letztes Jahr gearbeitet hat.

Flumenthal: Christoph Heiniger

Christoph Heiniger

Christoph Heiniger

Zvg

In Flumenthal stellt sich Christoph Heiniger (FDP) erneut als Gemeindepräsident zur Verfügung. Er geht damit bereits in die vierte Legislatur. Dazu kommen weitere acht Jahre, in denen er als «gewöhnlicher» Gemeinderat tätig war.

Heiniger ist in der Zwischenzeit 49-jährig. Er ist seit vielen Jahren verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Er ist Unternehmer und eidg. dipl. Elektro-Installateur und hat die MNH-Energiefabrik AG in Muri bei Bern mitgegründet.

Trotz der langen Zeit, die er bereits politisch in Flumenthal tätig ist, freut er sich auf die neue Legislatur. «Das Amt erfüllt mich weiterhin.»

Hubersdorf: Gregor Schneiter

Gregor Schneiter

Gregor Schneiter

Hansjoerg Sahli

In Hubersdorf hängt Gregor Schneiter (CVP - die Mitte) ebenfalls noch eine Legislatur an. Da es im Gemeinderat viele Wechsel gab, wird er mindestens den Übergang noch begleiten. «Es ist nicht sicher, dass ich die Legislatur zu Ende mache. Das kommt auf die Parteien und meine Ratskolleginnen und -kollegen an.»

Riedholz: Sandra Morstein

Sandra Morstein

Sandra Morstein

Michel Lüthi

In Riedholz ist Sandra Morstein still gewählt. Die 55-jährige SP-Frau kandidierte auch für den Kantonsrat, wurde aber nicht gewählt. Dafür erzielte sie bei den Gemeinderatswahlen ein starkes Resultat.

Buchegg: Verena Meyer-Burkhard

Verena Meyer-Burkhard

Verena Meyer-Burkhard

Zvg

Auch Verena Meyer-Burkhard (FDP) wurde in den Gemeinderatswahlen in Buchegg mit einem sehr guten Resultat gewählt. Die Wahl als Gemeindepräsidentin erfolgt nun still. Von 2007 bis 2013 war Meyer Gemeindepräsidentin in Mühledorf, seit 2013 hat sie das Amt in der fusionierten Gemeinde Buchegg inne.

Lüterkofen-Ichertswil: Roger Siegenthaler

Roger Siegenthaler

Roger Siegenthaler

Hanspeter Bärtschi

In Lüterkofen-Ichertswil geht Roger Siegenthaler (FDP) in seine vierte Legislatur als Gemeindepräsident. Siegenthaler ist auch bekannt als passionierter Dirigent bei diversen Musikvereinen. Er präsidiert zudem den VSEG (Verband Solothurner Einwohnergemeinden ) und die Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn.

Lüterswil-Gächliwil: Silvia Stöckli

Silvia Stöckli

Silvia Stöckli

Michelluethi.ch

Auch Silvia Stöckli (SVP) ist still wiedergewählt. Sie steht einem komplett neu gewählten Gemeinderat vor. Stöckli ist seit 1997 Gemeinderätin in Lüterswil-Gächliwil, war seit 2008 Gemeindevizepräsidentin und hat vor vier Jahren das Gemeindepräsidium übernommen. Neben ihrer Arbeit für die Gemeinde engagiert sie sich im Vorstand des kantonalen Samariterverbandes.

Lohn-Ammannsegg: Markus Sieber

Markus Sieber

Markus Sieber

Zvg

In Lohn-Ammannsegg ist Markus Sieber still gewählt. Er ist parteilos und erzielte in den Gemeinderatswahlen ein hervorragendes Wahlresultat. Auch er nimmt die vierte Legislatur in Angriff.

Aeschi und Deitingen: Urnenwahl

Weiterhin zur Verfügung stellen sich auch Stefan Berger (Aeschi) und Bruno Eberhard (Deitingen). Auch wenn sie keine Gegenkandidaten haben, muss ihre Wahl an die Urne.

Günsberg: Noch keine Kandidatur

Keine Kandidatur für das Gemeindepräsidium gab es bis Redaktionsschluss in Günsberg.

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