Buchegg
Forschung rund ums Frisch- und Abwasser

Der Gemeinderat Buchegg diskutierte die Abwasserentsorgung und Voruntersuchungen zu den Quellen.

Gundi Klemm
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Die in der Rotenmatten gefasste Quelle liefert viel Wasser, aber der Nitratgehalt ist zu hoch.

Die in der Rotenmatten gefasste Quelle liefert viel Wasser, aber der Nitratgehalt ist zu hoch.

Urs Byland

Wie können die beiden Mühledorfer Quellen Rotenmatte und St. Margareten in die Trinkwasserversorgung dauerhaft einbezogen werden, hatte die Frage des Gemeinderates an den Geologen Kaspar Arn gelautet. Verbessern Schutzzonen die Trinkwasserqualität und sind sie überhaupt machbar?

Seine Untersuchungen zeigen, dass die unter dem Bockstein gelegene Rotenmattenquelle, die maximal 200 Liter Wasser pro Minute liefert und mit ihrem Nitratgehalt von mehr als 40 Milligramm pro Liter in den letzten Jahren dauerhaft über dem Grenzwert lag, so nicht in die öffentliche Trinkwasserversorgung eingespeist werden kann.

Arn wie auch die Ratsmitglieder diskutierten, welche Massnahmen gegen das nicht abbaufähige Nitrat ergriffen werden könnten, denn das Einzugsgebiet der Quelle ist in der erweiterten Schutzzone überwiegend landwirtschaftlich bestimmt. Hier müsste mit Verzicht auf Gülle und Kunstdünger eine Umstellung der Anbaumethoden erfolgen, wie Arn es von laufenden Projekten zur Nitratverminderung im Gäu und in Morges kennt. «Eine solche Umstellung wäre für die Landwirtschaft hier aber durchaus interessant», gab Samuel Marti zu bedenken.

«Gutes Sandsteinwasser»

Ein ganz anderes Bild zeigen die Analysedaten der St. Margaretenquelle, die am Turnplatz unterhalb des Gemeindehauses mit einem Volumen von bis zu 120 Liter Wasser pro Minute gefasst wird. Durchschnittlich nur 14 bis maximal 22 mg Nitrat sind in diesem laut Arn «guten Sandsteinwasser» enthalten. Schwierig sei hier aber die Schutzzonenausscheidung. Um nicht sehr kostspielig die Wolftürlistrasse verlegen zu müssen, sollte die Quelle dahingehend überprüft werden, wo der Hauptwasserzufluss stattfindet.

Der Gemeinderat hat

- einstimmig dem Aktionärsbindungs- und dem Fusionsvertrag zum Zusammenschluss der Genossenschaft GEB und der GEBNET AG zugestimmt;

- eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Energie-Fördermassnahmen mit den Gemeinderäten Samuel Marti, Thomas Stutz, Alex Mann, Patrick Weber, einem Energieberater und noch anzufragenden Personen ins Leben gerufen;

- Niklaus Fischer als Delegierten in der Abgeordnetenversammlung Gemeindeverband Limpachtal autorisiert und die dort traktandierte Defizitgarantie SBB-Tageskarte abgelehnt;

- Bruno Bartlome für die DV Schwimmbad Messen ausgerüstet und seinen Vergabeantrag zur Erneuerung der Fenster in der Mehrzweckhalle Aetigkofen für 120 000 Franken gut geheissen. (gku)

Von einer dortigen Fassung aus könnte die Schutzzone S1 dann ohne wesentliche Geländeeingriffe für 10 Meter definiert werden. S2 würde bis an den Ostflügel Alte Seilerei heranreichen und sicherstellen, dass alle Abwasserleitungen dort dicht sind. Der Rat beauftragte Arn zu einer genauen Bestandsaufnahme mit Kostenfolge zur weiteren Nutzung der St. Margaretenquelle. Weitere Massnahmen zur Rotenmattenquelle verbleiben vorerst «in der Warteschlange».

Zukünftige Abwasserentsorgung

Das kantonale Amt für Umwelt möchte sein bereits in Zusammenarbeit mit der Firma Eawag aus Dübendorf in Gänsbrunnen gestartetes Pilotprojekt «Zukünftige Abwasserentsorgung im ländlichen Raum» auf eine breitere Basis stellen. Heutige Entsorgungsmodelle mit langen Leitungen zu Kläranlagen sind aufwendig und teuer. Deshalb sollen neue Ideen und Grundlagen erarbeitet werden, wie sich diese Entsorgung besser gestalten liesse.

Der Rat, der die Problematik dieser Infrastrukturaufgaben kennt, bezeichnete dieses Vorhaben «als Chance für Buchegg». Für das durch Fachleute begleitete Forschungsprojekt sucht der Gemeinderat jetzt interessierte «Mit- und Querdenker», die sich regelmässig zu «Workshops» in Mühledorf treffen und so das Team der kommunalen «Abwasser-Ressort-Spezialisten» ergänzen. Und da das Mitmachen fast nichts kostet, votierte man im Rat einstimmig: «Wir machen mit».