Recherswil
Ein verzwicktes Theatervergnügen

Die Theatergruppe Recherswil überzeugt mit einer lebhaften Komödie.

Agnes Portmann-Leupi
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Die verzwickte Verwandtschaft mit Regisseur Guido Gsponer (in der Mitte sitzend).

Die verzwickte Verwandtschaft mit Regisseur Guido Gsponer (in der Mitte sitzend).

Agnes Portmann-Leupi

«‹Verliebt, verlobt... verzwickt!›, das passiert nicht nur in Recherswil», begrüsste Peter Luginbühl das aufgestellte Premiere-Publikum. Dass es sich bei dieser knackigen Komödie von Martin Radl um die grosse Liebe handelt, veranschaulichte bereits die Dekoration in «Mikes Hürots-Bar» im Foyer der Igu-Halle.

Als verzwickt erwiesen sich die Liebesgeschichten in der geschmackvoll eingerichteten Wohnung der Familie Römer in der Tat. Lang gehütete Geheimnisse setzten schwer durchschaubare verwandtschaftliche Verstrickungen in Gang. Die zehn Darsteller riefen in ihren prägenden Charakteren Lacher über Lacher hervor.

Wo die Liebe hinfällt

Die Haushälterin Rosa (Uschi Jäggi) beantwortet dampfbügelnd mit ihrem trockenen Humor die linkischen Fragen der heiratswilligen Elisabeth Römer rund ums Haushalten (Stefania Guercioni). Vater Rudolf Römer (Toni Maibach) sowie sein Freund Herbert (Bänz Gasche), beides Witwer, sind frisch in junge Frauen verliebt. Obwohl sie laut Haushälterin Rosa im Überraschungsalter mit Vorsorgeuntersuchungen, Blutdruck- und Cholesterinmessungen sowie Potenzproblemen stecken.

Neu zur Familie zählt überraschend auch Anna Keller (Eveline Lanz) die resolute, uneheliche Tochter von Herbert. Hochzeitsplaner Mike (Jeffrey Luginbühl), wortgewandt und charmant mit seinem französischen Accent, hebt mit seinen «Glückschrömli» die Gemütslagen. Besondere Pflichten erfüllen zudem die unfreiwillig lustige Pöstlerin (Sabrina Fernandez), der ungeduldige Polizist (Jan Gasche), die hilfreiche Notärztin (Sabine Kaufmann) und der höfliche Pfarrer (Andi Bill).

Zwei Stunden fürs Gemüt

«Ein gelungener Abend, ich habe zwei Stunden gelacht, was will ich mehr», resümierte ein Besucher nach der Vorstellung. Ungekünstelt, textsicher, rasant, schwungvoll und gespickt mit humoristischem Geschehen: So durfte das zahlreiche Publikum die Komödie geniessen. Kurz – eine Glanzleistung der Theatergruppe.

Den Ratschlag von Regisseur Guido Gsponer, der mit der Gruppe seit einem halben Jahr zweimal pro Woche probte, hat sie beherzigt. «Lasst die Dialoge laufen, im richtigen Leben ist es genauso.» Seine Taktik ist es zudem, den Akteuren nicht jedes Jahr ähnliche Charakterrollen zu vergeben, sondern zu variieren.

Weitere Aufführungen in der Igu-Halle Recherswil: Sa 15., Mi 19., Fr 21. und Sa 22. April, jeweils um 20 Uhr, Bar und Theaterstube ab 19 Uhr geöffnet. Reservationen unter 076 527 05 37.

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