Hessigkofen
Ein Begegnungsplatz soll den sozialen Zusammenhalt kitten

Auch nach der Fusion Buchegg soll die Dorfgemeinschaft in Hessigkofen gepflegt werden. Nach Jahren der Planung wird der Platz beim Weiher endlich eingeweiht.

Christof Ramser
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Göpf Berweger auf dem Begegnungsplatz.

Göpf Berweger auf dem Begegnungsplatz.

Christof Ramser

Es ist oft eines der wichtigsten Argumente gegen eine Gemeindefusion. Nach einem Zusammenschluss, so die Befürchtung, leidet der Zusammenhalt im Dorf, die Identität geht verloren. Gemeinderats- und Kommissionssitzungen entfallen, die Finanzhoheit über Veranstaltungen wie Dorffeste oder Investitionen zugunsten der Öffentlichkeit werden aus der Hand gegeben.

Dass es auch anders geht und ein dörflicher Geist nach einer Fusion weiterleben kann, beweist Hessigkofen. Kurzum wurde nach der Fusion der Verein Hessigkofen gegründet. «Erhaltenswertes schützen, Wünschenswertes fördern», steht im Vereinszweck. Das Dorf soll für seine Bewohner attraktiv bleiben. Von rund 270 Einwohnern sind dem Verein 75 beigetreten.

«Das Wichtigste ist, dass die Leute weiterhin miteinander sprechen», sagt Göpf Berweger. Er setzt sich für den sozialen Kitt in der Gemeinde ein und ist auch ein Treiber hinter dem Begegnungsplatz, der am 18. Juni eingeweiht wird.

Eine Wurst grillieren, ein Glas Wein trinken, mit dem Velo über die Erdhaufen brettern oder einfach auf dem Bänklein den Enten und Gänsen zuschauen. «Wer immer Lust hat, soll den Platz benutzen», sagt Berweger. Er liegt zentral im Dorf, aber abseits der Hauptstrasse. Ideal, um sich zu treffen, finden die Initianten.

Wenig Aufwand

70'000 Franken wurden noch vor der Fusion für den Begegnungsplatz bewilligt, 30'000 Franken wurden von der alten Gemeinde verbaut. Ein weiterer Teil wurde diesen Frühling investiert – insbesondere für die geteerte Zufahrt.

Dazu kamen Rodungen und ein neuer Zaun um den Feuerwehrweiher. Den Rest hat die neue Gemeinde Buchegg übernommen. Etwa 15'000 Franken sind noch übrig. Diese könnten in den Unterhalt investiert werden. Denn die Verantwortung dafür trägt die Gemeinde und nicht der Dorfverein. Der Unterhalt soll gemäss der Dienst- und Gehaltsordnung abgegolten werden.

Natürlich seien manche skeptisch und fragen sich, wer den Platz überhaupt nutzen solle. «Da kommt doch kein Mensch», sagen sie. Doch bereits jetzt, wo der Platz noch unvollständig ist, tummelten sich dort hie und da bereits Hessigkofer.

In der Tat ist der Platz noch etwas kahl. Das ändere sich, wenn der Grillplatz oder Spielgeräte eingerichtet sind. Später, so Berweger, könnte auch das alte Schützenhaus einbezogen werden. Weil dort Heizung, Toilette und Küche fehlen, dürfte das eher ein längerfristiges, weil teures Projekt sein.

Selbst mit wenig Aufwand könne man die Dorfgemeinschaft auch nach der Fusion erhalten, glaubt Berweger. Die Gemeinde Buchegg unterhalte zwar einen Fonds für Kultur und Sport, doch dessen Zweck sei begrenzt. Eine Grillade im Sommer oder einmal ein Apéro, eine Lesung oder ein Strassenmusik-Dorffest bringen die Leute in Hessigkofen zusammen. Manchmal könne man auf die Unterstützung der Bürgergemeinde zählen. «Das sollte man bewusst pflegen.»

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