Gerlafingen
Drei Künstler, drei Werke, drei Jahre, ein Ende

Drei Künstler hatten drei Kunstwerke geschaffen, die während dreier Jahren in drei Gemeinden zu sehen waren. Jetzt endet das Projekt. Zwei Werke bleiben in Gerlafingen.

Gundi Klemm
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v.l.: Alois Herger, Franz-Josef Bobst und Rudolf Butz vor «Ikarus»

v.l.: Alois Herger, Franz-Josef Bobst und Rudolf Butz vor «Ikarus»

Oliver Menge

Der Ankauf von «Ikarus» des Künstlers Franz-Josef Bobst und des gläsernen Kunstwerks «Colour-Ball» von Rudolf Butz durch das Gerlafinger Pflegeheim Am Bach hat eine erfrischende Vorgeschichte. Vor vier Jahren verabredeten sich die drei Kulturvereine aus Deitingen, Gerlafingen und Lohn-Ammannsegg, einen Platz in ihrer Gemeinde mit jeweils einer Skulptur zu schmücken.

Das Besondere war, dass diese Kunstwerke, wozu auch das «Munneli» von Alois Herger zählte, alljährlich an einen Standort in den drei Partnergemeinden wechselten. Nach Abschluss dieses Projekts hat sich nun der Stiftungsrat des Alters- und Pflegeheims Am Bach entschlossen, zwei Objekte zu erwerben, die in Gerlafingen mit einem kleinen Festakt willkommen geheissen wurden. Am Bach-Stiftungsratspräsident Markus Jordi betonte, dass die Integration von Kunst in der vor 27 Jahren eröffneten Institution für Altersbetreuung und Pflege über eine lange Tradition verfüge. «Kunst gehört bei uns zum Leben und verschönert es», lud er zu Besuchen im Heim ein, das Werken von Künstler- und von Schülerhand «Heimat geboten» habe.

Jordi, der am Rande über den Kaufpreis von rund 20 000 Franken für beide Werke informierte, streifte kurz Führungsgrundsätze. Neben dem Wohl aller Bewohner stehe die Erhaltung der Infrastruktur, die Sorge für das Personal und für eine ausgewogene Finanzlage des Heims im Mittelpunkt. Ohne Fremdkapital, aus eigenen Mitteln also, habe man das benachbarte Kochschulhaus kaufen können.

Jordi widmete sich im Beisein der Künstler sowie politischer und kultureller Prominenz aus den drei Am-Bach-Trägergemeinden, angeführt von Philipp Heri als seit dem 1. September amtierenden Gerlafinger Gemeindepräsidenten, der Botschaft dieser Kunstwerke. Bobsts «Ikarus», unübersehbar auf dem Vorplatz installiert, greift die antike Legende von Vater Daedalus und Sohn Ikarus auf, die aus dem Labyrinth des Minotaurus auf Kreta mit selbstgebauten Flügeln entflohen.

Der Übermut des Jüngeren liess ihn abstürzen und sterben. «Deshalb lasst uns weder zu hoch, noch zu tief fliegen», lautete Jordis Rat zur Lebensbewältigung. Ganz heiter stimmt dazu der Blick durch den vielfarbigen «Colour-Ball», des «Heimweh-Gerlafingers» Butz. Ruedi Bürki hatte als Kulturausschuss-Präsident und als Stiftungsrats-Vize den drei Künstlern gedankt, die ihre Werke für das Kunstwanderprojekt «3-3-3» grosszügig ohne Bedingungen zur Verfügung stellten. Caroline Beiner lud zur spannenden Kunst-Fortsetzung am 16. 9. auf den Deitinger Dorfplatz ein. Das «Munneli» von Alois Herger findet einen Standplatz in der Solothurner Allmend.

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