Drei Höfe
Neue Ausstellung im Näijerehuus: Wenn Kunst sowohl Berufung, als auch Beruf ist

Masha Petrushina und Alois Herger zeigen ihre Werke gemeinsam im Näijerehuus in Hersiwil. Sie auf Leinwand, er in Form von Holz-Skulpturen.

Vanessa Simili
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Die aktuelle Ausstellung im Näijerehuus zeigt Werke des Bildhauers Alois Herger (Solothurn) und der Malerin Masha Petrushina (Langnau i.E.).

Die aktuelle Ausstellung im Näijerehuus zeigt Werke des Bildhauers Alois Herger (Solothurn) und der Malerin Masha Petrushina (Langnau i.E.).

Vanessa Simili

Die aktuelle Ausstellung im Näijerehuus zeigt Werke des Bildhauers Alois Herger (Solothurn) und der Malerin Masha Petrushina (Langnau i.E.). An der Vernissage wurden nicht nur die ausstellenden Kunstschaffenden gefeiert, sondern auch Georg Schmid, der seine letzte Ausstellung konzipierte.

Feierliche Ansprachen für 30 Besucher

Die Ausstellung «Beruf und Berufung» wurde mit der maximal zulässigen Besucherzahl von 30 Personen feierlich eröffnet. Während Priska Stampfli am Akkordeon und Renata Würsten an der Blockflöte den Anlass musikalisch begleiteten, verliehen auch die Ansprachen, etwa von Rolf Gerber, Stiftungsratspräsident von «Pro Hersiwil», und Franziska Kindler Liechti, Nachfolgerin von Schmid, dem Anlass seine Feierlichkeit.

Daniel Gerber, der Antikschreiner aus der Berner Rathausgasse, gab etwas von seiner ersten Begegnung und vom Alltag mit Masha Petrushina preis. «Masha zeichnete jeden morgen bereits um 6.30 Uhr in den Laubenbögen», erzählt er. Das habe sein Interesse geweckt und die beiden seien ins Gespräch gekommen.

Später habe sie ihre Malsachen bei ihm in der Werkstatt über Nacht deponiert und am Schluss habe er eine Ecke in der Werkstatt frei geräumt. Seit zweieinhalb Jahren nun arbeitet die weissrussische Künstlerin bei ihm in der Werkstatt.

Platz in der Werkstatt gefunden

Sie malt Details von Möbelstücken, von Werkzeugen, sie findet Objekte vor, die Gerber zur Restauration bereit gestellt hat. Petrushina macht sie zum Sujet, arrangiert die Situationen teils neu, ergänzt sie durch weitere Objekte und hält sie schliesslich mit Ölfarbe auf Leinwand fest.

Eine Spezialität von ihr sei die Portraitmalerei, hebt Gerber hervor, auch wenn in der Ausstellung nur eines – seines – zu sehen ist. Das Portrait hängt während seiner Ansprache zufällig direkt hinter ihm, es legt Zeugnis ab.

Für die Künstlerin gibt es keine Zufälle

Zufällig? – An dieser Stelle würde Masha Petrushina widersprechen. Denn Zufälle gebe es nicht, sagt sie gleich zu Beginn ihrer Rede. Sie meint damit die Begegnung mit Gerber. Sie spricht von Privileg, die Zwischenzustände beobachten zu dürfen, von der Flüchtigkeit der Schönheit.

Ihren Bildern erkennt man die Wichtigkeit der Komposition an, die Sorgfalt bei der Auswahl des Ausschnitts, der Perspektive. Sie zeigen meist eine ungewohnte, ja überraschende Sicht auf die Objekte, die teils auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen sind. «Das Auge entscheidet frei, die Hand folgt», sagt sie. Minutiöse Sorgfalt auch in ihrer Farbpalette, eine begnadete Malerin.

Harmonische Ergänzung mit Skulpturen

Begnadet auch Herger. Seine Skulpturen aus Stein und Holz korrespondieren im Dachraum harmonisch mit Petrushinas Zeichnungen und Bildern. Die Arbeiten im Garten des Näijerehuus geben Einblick in das vielseitige Werk eines versierten Künstlers, bei dem – wie der Titel der Ausstellung sagt – Beruf und Berufung zusammenfinden. Einige seiner Arbeiten sind zurzeit auch in einer Gruppenausstellung im Schloss Utzigen zu sehen.

Ausstellung: Bis 27. Juni. Öffnungszeiten: Fr 17–20 Uhr, Sa/So 14–17 Uhr, am Sonntag, 13. Juni, 14–16.30 Uhr; um 18 Uhr Musikkabarett: «Die blauen Engel».

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