Halten, Oekingen, Kriegstetten
Die Jugendarbeit sucht immer noch nach einem Nachfolger

Die Initiantin der Jugendarbeit von Halten, Oekingen und Kriegstetten spricht über die Bedeutung der Kontinuität in der Jugendarbeit. Denn das Vertrauen in eine Betreuungsperson ist wichtig. Nun wird versucht, involvierte Personen in den Dörfern direkt anzusprechen, um einen Nachfolger für die Jugendarbeit zu finden.

Caroline Beck
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Rebekka Matter-Linder (rechts) arbeitet bei der Jugendarbeit Unterleberberg und hilft den drei Wasserämter Gemeinden bei der Suche nach neuen Kräften.

Rebekka Matter-Linder (rechts) arbeitet bei der Jugendarbeit Unterleberberg und hilft den drei Wasserämter Gemeinden bei der Suche nach neuen Kräften.

HANS ULRICH MUELCHI

Noch wurde für die Jugendarbeit HOeK der Gemeinden Halten, Oekingen und Kriegstetten keine Nachfolger gefunden. «Es ist schwierig für eine ehrenamtliche Position eine Person zu finden», sagt Rebekka Matter, Jugendarbeiterin im Unterleberberg. Als erfahrende Jugendarbeiterin unterstützt sie die drei Gemeinden bei diesem Unterfangen. Nicht nur, weil sie selbst in Oekingen wohnt, sondern weil sie vor rund zehn Jahren aufgrund eines Studienprojekts die offene Jugendarbeit HOeK in den drei Gemeinden initiiert hat. Dazumal gab es in der Region fast nur die offene Jugendarbeit in Biberist. Der Unterschied zwischen verbandlicher und offener Jungenarbeit bestehe darin, dass Angebote der offenen Jugendarbeit ohne Mitgliedschaft genutzt werden können.

Da es erneut zu einem Wechsel in der Jugendarbeit HOeK kommt, müsse sozusagen von vorne begonnen werden, sagt Matter. Denn Beziehungsarbeit sei der wichtigste Bestandteil der Jugendarbeit und diese Beziehungen fehlen, wenn die Ansprechpersonen stets wechseln. Und bestehende Angebote, die funktionieren, sollten wenn möglich nicht abgebrochen werden. Den monatlichen Kinoabend der Jugendarbeit HOeK hat deshalb aktuell die Jubla Fantasia
übernommen.

Für Jugendraum kein Bedarf

Seit Matter professionell in der offenen Jugendarbeit tätig ist – 13 Jahre –, habe sich zwar das Angebot an offenen Jugendarbeits-Stellen im Kanton stark ausgeweitet. Das Programm für die Kinder und Jugendlichen musste jedoch nicht gross angepasst werden. Was sich verändert habe, sei die Vernetzung, sagt Matter. «Durch die neuen Medien weiss man immer, was gerade läuft und kommt viel schneller mit Jugendlichen in Kontakt.» Gerade bei heiklen Themen, denn es sei ein Leichtes, beispielsweise eine WhatsApp-Nachricht zu verschicken.

Früher trafen sich die Jugendlichen nach der Schule auf dem Pausenplatz oder in einem Jugendraum. Heutzutage seien diese zu Hause sofort wieder über Instagram, Snapchat oder WhatsApp miteinander vernetzt. Die Nachfrage nach einem begleiteten Jugendraum
sei daher mittlerweile viel geringer. Events und Kinderpartys würden aber nach wie vor gut besucht. Von Altersbegrenzungen für die Teilnahme an solchen Ereignissen rät Matter ab. Das sei nicht nachhaltig. Die Kinder sollten möglichst früh in das Programm der Jugendarbeit integriert werden und später auch Verantwortung übernehmen dürfen. «Viel ist aber ein Erproben, es gibt keine Regeln für die Jugendarbeit», so Matter.

Eltern helfen mit

Die Zielgruppe der Jugendarbeit seien zwar die Jugendlichen. Damit eine Jugendarbeit aber wirklich funktioniert, braucht es laut Matter die Unterstützung der Erwachsenen. «Es ist die Pflicht der Eltern, die Kinder zu motivieren und auf die Angebote aufmerksam zu machen.» Auch begrüsst es Matter, wenn es den Gemeinden ein Anliegen ist, die Jugendarbeit am Leben zu erhalten. Denn die Jugendarbeit sei das Bindeglied zwischen Politik und Jugend.

Für die Jugendarbeit HOeK heisse es jetzt aktiv auf Personen in den Dörfern zugehen. Nur Inserate schalten reiche oft nicht aus. Vielfach würden sich bereits engagierte Personen im Dorf für solche Posten finden lassen. Wer mit der Organisation einer Kindergeburtstagparty bereits überfordert ist, sei aber wohl eher nicht geeignet für diesen Posten.

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