Feldbrunnen-St. Niklaus
Der Finanzabschluss macht Freude - die Abgaben in Finanzausgleich schenken ein

Der Rechnungsabschluss löste an der Gemeindeversammlung Feldbrunnen-St. Niklaus Freude aus. Eigentlich wäre ein Minus budgetiert gewesen.

Patric Schild
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Statt dem budgetierten Minus von 204'000 Franken, resultierte letztlich ein Ertragsüberschuss von 657'000 Franken.

Statt dem budgetierten Minus von 204'000 Franken, resultierte letztlich ein Ertragsüberschuss von 657'000 Franken.

KEYSTONE/ALESSANDRO CRINARI

Feldbrunnen-St. Niklaus Er sei «des Lobes voll für alle Beteiligten», sagte ein Teilnehmer
der Gemeindeversammlung in Feldbrunnen-St. Niklaus, welche von 31 Stimmberechtigten besucht wurde. Grund dafür war der überraschend positive Abschluss der Rechnung 2019. Statt dem budgetierten Minus von 204'000 Franken, resultierte letztlich ein Ertragsüberschuss von 657'000 Franken. Für besagten Teilnehmer stellte die grosse Differenz zwischen Budget und der Rechnung 2019 denn auch das einzige Haar in der Suppe dar.

Verantwortlich für die Abweichung sind vor allem die nur schwer zu budgetierenden Einnahmen wie Steuererträge aus früheren Positionen, Quellensteuern, Grundstückgewinnsteuer und Steuern aus Kapitalabfindungen. Dadurch fielen die Steuereinnahmen um rund 800'000 Franken höher aus als erwartet. «Prognosen sind nie einfach und im Nachhinein sind wir alle immer viel schlauer», sagt Urs Schweizer, Ressortchef Finanzen. Es sei ihm aber lieber, konservativ zu budgetieren und anschliessend eine positive Überraschung zu präsentieren als umgekehrt.

Steuerkraft ist überdurchschnittlich hoch

Die Steuerkraft der Einwohner Feldbrunnens hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der Durchschnitt aller Einwohner im Kanton Solothurn liegt bei rund 2800 Franken. Feldbrunnen realisierte im vergangenen Jahr 7358 Franken, was rund 260 Prozent des kantonalen Durchschnitts entspricht. Die Kennziffer beeinflusst aber auch direkt die Abgaben an den Finanz- und Lastenausgleich. So zahlte Feldbrunnen 2019 rund 1,32 Mio. Franken in den Topf ein. «Das sind satte 364'000 Franken mehr als im Vorjahr», sagt Schweizer. Im laufenden Jahr werden es gar 1,57 Mio. Franken sein. Fairerweise, so der Ressortchef Finanzen weiter, gelte es aber auch zu erwähnen, dass der Kanton, auf Intervention der Gebergemeinden, die Abschöpfungsquote von 40 auf 37 Prozent reduziert habe. Gleichzeitig wurde die Mindestausstattung von 92 auf 91 Prozent gesenkt. «Ohne diese Anpassungen würde Feldbrunnen dieses Jahr 1,7 Mio. Franken bezahlen», sagt Schweizer.

Der Gewinn aus der Rechnung 2019 wird grösstenteils für die Vorfinanzierung des Investitionskredits für den Ersatz der Heizung des Schulhauses sowie für den Planungskredit für die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses verwendet. Der restliche Überschuss von rund 167'000 Franken wird dem Eigenkapital zugeführt. Dieses beträgt somit per Ende 2019 inklusive Neubewertungsreserven und Vorfinanzierungen 4,6 Mio. Franken. Somit sei die Gemeinde in der Lage, auch mal einen Verlust in der Jahresrechnung
zu verkraften. Dies könnte bereits 2021 der Fall sein, wenn die Auswirkungen von Covid-19 auf die Steuererträge spürbar werden. Zudem werden in den kommenden Jahren die Investitionen mit der Sanierung und

Erweiterung des Schulhauses massiv steigen und deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen. Da die Investitionen nur zum Teil aus selbsterarbeiteten Mitteln finanziert werden können, werde eine Erhöhung des Fremdkapitals unumgänglich. Wie dies letztlich aussehen wird, soll im Rahmen der Kreditanträge an der Versammlung im Dezember dargelegt werden.

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