Bucheggberg
Das ÖV-Angebot könnte auch ausserhalb der Schülertransporte besser werden

An der Konferenz der Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten Bucheggberg (VGGB) beschäftigte man sich mit den Schülertransporten, dem öffentlichen Verkehr, der Spitex und dem slowUp.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Wird der ÖV im Bucheggberg ab Dezember 2023 besser?

Wird der ÖV im Bucheggberg ab Dezember 2023 besser?

Urs Byland

Geht es nach den kantonalen Behörden, dann sollte das Angebot für den öffentlichen Verkehr im Bucheggberg mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 verbessert werden. Das hätte auch Auswirkungen auf den Schülertransport.

Das Konzept für den Schülertransport im Bucheggberg stammt aus dem Jahr 2014 und der Betrieb der Linien 882, 885 und 886 ist stark auf die drei Schulstandorte in Lüterkofen, Messen und Schnottwil ausgerichtet. Im Sommer 2020 musste der Transport wegen der Corona-Pandemie angepasst werden. Daraus ergaben sich viele Diskussionen.

Immer wieder kommen Begehren

«Der Kanton sah sich mit diversen alten und neuen Begehren konfrontiert», so Kjell Kolden (Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr, Amt für Verkehr und Tiefbau). Er war eingeladen an die an die Konferenz der Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten Bucheggberg (VGGB).

«Postauto ist auch daran interessiert, dass das Angebot ausgebaut wird. Zudem könnte man die Linien optimieren»,

so Kolden. Das ÖV-Angebot solle im Bucheggberg attraktiver werden, auch für Pendler und Gelegenheitsfahrer, ergänzt Alex Keller (stellvertretender Abteilungsleiter). Das finanzielle Korsett bleibe aber eng. Es sei weiterhin eine Mindestabdeckung gefordert und auch der Schülertransport müsse bezahlbar bleiben.

Das Grundangebot ist verpflichtend

Nicht alle Bucheggberger Gemeinden sind sich einig mit der Spitex Aare, wenn es um den neuen Mustervertrag geht, der unterschrieben werden sollte. Auslöser für die Ausarbeitung des neuen Vertrages ist der Wechsel in der ambulanten Pflege auf die sogenannte Subjektfinanzierung.

Thomas Blum (Geschäftsführer Verband Solothurner Einwohnergemeinden) war an die Konferenz der Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten Bucheggberg (VGGB) eingeladen, um allgemeine Fragen zu beantworten. Ebenso waren Martin Willi und Pascale von Roll (Spitex Aare) an der Konferenz.

Laut Blum gibt es einen Katalog von Leistungen, die zur Grundversorgung für die ambulante Pflege gehören. Diese müssen von den Gemeinden zwingend angeboten werden. Die Gemeinde bestelle und die beauftragte Spitexorganisation führe aus.

Müssen alle den genau gleichen Vertrag unterschreiben?

Auch nach der Sitzung war aber nicht geklärt, wie es mit dem Angebot für Palliative Care funktioniert. Es gehöre zur Grundversorgung und müsse angeboten werden, so Blum. Da es zur Grundversorgung gehört ist es im Vertrag der Spitex Aare enthalten. Nicht alle Gemeinden im Bucheggberg wollen diese Leistung aber bei der Spitex Aare beziehen.

Die Frage war nun, müssen alle Gemeinden im Bucheggberg den gleichen Vertrag unterschreiben? Oder gibt es Spielraum? Das Problem liege darin, dass die Gemeinden Palliative Care anbieten müssen, es ihnen aber freigestellt sei, wo sie diese Leistung einkaufen. Die Spitex Aare sage aber: Wir haben das im Angebot, ihr müsst diese Leistung deshalb bei uns beziehen.

Komplizierte situation

Die Spitexvertreter machten darauf aufmerksam, dass es mit unterschiedlichen Verträgen in den Gemeinden sehr schwierig für die Pflegenden werde und sich auch der administrative Aufwand erheblich vergrössern würde.

«Wir haben Mühe mit der Vorstellung, Klienten jahrelang zu betreuen und sie dann, wenn es darum geht sie mit Palliative Care weiterzupflegen, an eine andere Organisation zu übergeben. Wie erklären wir das den Leuten,» fragte Pascale von Roll.

slowUp ohne die Mutterorganisation?

Auch dieses Jahr fällt der slowUp im Bucheggberg aus. Mit erheblichen finanziellen Konsequenzen für die Organisatoren. «Die nationale Organisation hat darauf gedrängt, die Vorarbeiten für den slowUp im letzten August zu starten. Damit sind Kosten für 40000 Franken angefallen», so Beat Stähli (Präsident Verein slowUp) in der VGGB.

Von der nationalen Organisation fliesse aber kein Geld und auch der Sportfonds habe abgewunken.

«Wir müssen jetzt überall Geld zusammenkratzen und kommen darum als Bittsteller und fragen an, ob die Gemeinden den Solidaritätsbeitrag dieses Jahr einzahlen würden.»

Es sei wichtig, dass dieses Jahr überbrückt werde. «Sonst können wir den slowUp 2022 nicht durchführen.» Die Bitte stiess auf Kopfnicken innerhalb der Runde.

Man überlege sich im Bucheggberg zudem, sich von der nationalen Organisation abzuspalten und einen eigenen Rundkurs auf die Beine zu stellen. «Das käme uns günstiger.» Aber das seien nur Überlegungen, es sei noch kein Entscheid in irgendeine Richtung gefallen.

Aktuelle Nachrichten