Bellach
Alte Turnhalle wird rückgebaut – Entsorgung der Asbest-Plättli macht Abriss teurer

Eines der letzten Gemeindeprojekte des ehemaligen Gemeindepräsidenten Anton Probst ist der Rückbau der alten Turnhalle. Weil der Kleber der Hallenbad-Plättli unter dem Turnhallenboden Asbest-Rückstände haben kann, müssen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Urs Byland
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Anton Probst berichtet über den Rückbau der alten Turnhalle. Der Zutritt ist für Unberechtigte verboten.

Anton Probst berichtet über den Rückbau der alten Turnhalle. Der Zutritt ist für Unberechtigte verboten.

Urs Byland

Im Sommer soll die alte Turnhalle in Bellach dem Erdboden gleichgemacht werden. Der Abriss des auch heute noch modern wirkenden Baus ist aber kein Zuckerschlecken. An der Gemeindeversammlung genehmigte der Souverän 769'000 Franken für die Arbeiten.

Eigentlich hätte Probst den Bau schon im letzten Jahr abbrechen lassen wollen. Aber der Gemeinderat schob das Vorhaben aus finanziellen Gründen um ein Jahr hinaus.

Wesentlich verteuert wird nun das Geschäft wegen Asbestmassnahmen. «Hätten wir vor fünf Jahren die Plättli des Hallenbades abgespitzt, hätte niemand etwas gesagt», so der frühere Gemeindepräsident Anton Probst, der die Spezialkommission Rückbau Alte Turnhalle präsidiert. Aber nach Untersuchungen zeigte es sich, dass der Kleber Asbest-Rückstände haben kann. Nun müssen umfangreiche Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Die Plättli des ehemaligen Hallenbades werden nach den Richtlinien Asbest entsorgt. «Das kostet mehr als der mechanische Rückbau der Hallen.» Im Kostenvoranschlag sind 280 000 Franken für diese zusätzlichen Massnahmen vorgesehen. «Die Idee, einen Boden einzuziehen und über dem Hallenbad eine Gymnastikhalle zu errichten, war damals super. Aber heute zahlen wir zusätzlich für die Entsorgung der alten Hallenbad-Plättli.»

Neubau statt Sanierung

Die beiden Gebäude, die im Untergrund miteinander verbunden sind, beherbergen heute zwei Turnhalle und ebendiese nachträglich erstellte Gymnastikhalle. Der erste Bau, welcher zusammen mit dem Schulhaus 1960 entstand, beherbergte eine Turnhalle sowie Werkräume. Das zweite Gebäude mit Turnhalle und Hallenbad entstand 1971.

Der Bau, von dem nur Glasfassaden aus dem Grund ragen, war früher auch die Turnhalle des jungen Anton Probsts. Erinnerungen würden ihn schon mit der Turnhalle verbinden, aber nicht mehr. «Sonst würde mich in meinem Alter noch manches schmerzen. Das ist der Lauf der Zeit.» Die Gebäude mussten saniert werden. «Wir hatten das in der Planung und rechneten mit Kosten in der Höhe von 5,5 Millionen Franken. Einen Minergie-Standard hätten wir nicht hingebracht und die Gebäude haben diverse Niveaus. Da drängte sich ein Neubau auf.»

Die neue Dreifachturnhalle im westlichen Teil des Areals ist in Betrieb und kostete weniger, als die von der Gemeindeversammlung gesprochenen 7,8 Millionen Franken. Nachdem Kritiker monierten, am Ende werde die Halle mehr kosten als budgetiert, übernahm der damalige Gemeindepräsident Anton Probst gleich selber das Präsidium der Arbeitsgruppe, welche das Projekt betreute.

Eine Einsprache

Die neue Halle wurde 2013 eingeweiht. Schon damals war der Abbruch der alten Turnhalle mit einer halben Million Franken im Finanzplan der Gemeinde. Danach kam die Verteuerung wegen den Asbestmassnahmen. Am Ende wird an der Stelle der alten Turnhalle wieder eine Wiese und allenfalls ein Hartplatz, vielleicht gar teilweise gedeckt für die Schülerinnen und Schüler des Schulhauses 3, zur Verfügung stehen. Der Rückbau soll in den Sommerferien erfolgen. «Ziel ist es, dass nach fünf Wochen das Bauloch wieder aufgeschüttet werden kann.»

Der von Anton Probst aufgestellte Zeitplan ist aber in Gefahr. Der Start war ursprünglich gleich nach dem Regionalturnfest anfangs Juni geplant. Zum Baugesuch für den Rückbau der alten Turnhalle ist aber eine Einsprache eingetroffen. Die Einsprache richtet sich nicht gegen den Rückbau. Befürchtet wird Baulärm, zudem wird der Abbau während der Sommerferien kritisiert, berichtet der neue Gemeindepräsident Roland Stadler.

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