Egerkingen

Langjähriger Firmenmitarbeiter zweigte rund 2 Millionen Franken ab

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Rund zwei Millionen veruntreute der Buchhalter einer Egerkinger Baufirma

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Ein 56-jähriger Buchhalter schleuste über mehrere Jahre Geld an den Firmenkonten seines Arbeitgebers vorbei. Die in Egerkingen ansässige Bauunternehmung muss mit einem Schaden von rund 2 Millionen Franken rechnen. Nun läuft ein Verfahren.

Am 6. September klingelte es an der Haustür eines 56-jährigen in der Region wohnhaften Schweizers. Vor der Tür standen Beamte der Solothurner Kantonspolizei, welche den Mann in der Folge festnahmen und zum Verhör abführten. In Gewahrsam genommen wurde der Mann wegen des dringenden Verdachts der Unterschlagung von Firmengeldern in Millionenhöhe.

Fast 30 Jahre Buchhalter

Betroffen ist eine in Egerkingen ansässige Bauunternehmung, in welcher der Mann fast 30 Jahre als Buchhalter tätig war. Der Firmeninhaber wollte zum Fall keine Stellung nehmen, bestätigte aber, dass Geld veruntreut worden ist. Der Arbeitsplatz samt Computer des beschuldigten Buchhalters wurde übrigens am Tag der Verhaftung von der Staatsanwaltschaft konfisziert.

Drei Wochen in Haft genommen

Inzwischen ist gegen den 56-Jährigen eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung eingeleitet worden, wie die stellvertretende Oberstaatsanwältin Sabine Husi auf Anfrage bestätigte. Wegen Kollusionsgefahr war der Beschuldigte rund drei Wochen in Untersuchungshaft. Er befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuss. «Mittlerweile besteht keine Kollusionsgefahr mehr», so Husi.

Aufgrund des Ermittlungsstandes gehen die Untersuchungsbehörden von einer Deliktsumme von rund 2 Millionen Franken aus. Dem Vernehmen nach erstreckt sich die Untersuchung auf einen Zeitraum von rund dreieinhalb Jahren. Wie hoch die Schadenssumme effektiv ist, kann deshalb noch nicht genau beziffert werden. Die Ermittlungen seien nach wie vor im Gange und würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, meinte die stellvertretende Oberstaatsanwältin dazu lediglich. Über den Zeitpunkt des Verfahrensabschlusses könnten derzeit keine näheren Angaben gemacht werden.

Spielsucht als Hintergrund?

Ans Licht gekommen sind die Unregelmässigkeiten offenbar dank eines Hinweises einer für die Firma tätigen Bank. In der Gemeinde Egerkingen ist die Verhaftung des Buchhalters derzeit das Gesprächsthema Nummer eins. Die Runde macht offenbar auch das Gerücht, dass der 56-Jährige spielsüchtig sein soll und das Geld dafür abgezweigt habe.

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