Internet-Plattform
Zehn Sportprojekte aus dem Kanton dank Crowdfunding realisiert

Nicht nur der FC Solothurn sondern auch zahlreiche andere Sportler aus dem Kanton Solothurn versuchten bereits, ihre Projekte mithilfe der Internetgemeinde zu finanzieren. Einige hatten Erfolg, andere nicht.

Lea Schreier
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Sportler von www.ibelieveinyou.ch
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Sandro Perrenoud konnte sich dank der finanziellen Unterstützung ein neues Snowboard sowie zwei Paar neue Boardschuhe kaufen.
Die Nachwuchs-Spitzenfechterin Noah Aegerter hat ihr Ziel - 2500 Franken für ein GA der SBB, das sie an die Trainings bringen soll - souverän erreicht.
Romano Mombelli durchquerte die Strasse von Gibraltar - die Kosten für das Begleitboot, die Crew und die Ausrüstung konnte er dank dem Crowdfunding decken.
Auch den Unique Dancers aus Solothurn wurde ein spezielles Erlebnis ermöglicht: Sie konnten an der WM in Rom 2014 teilnehmen.
Dieses Projekt läuft noch: Der FC Solothurn sammelt via Internet Geld für die Ausrüstung der Nachwuchsteams.

Sportler von www.ibelieveinyou.ch

Zur Verfügung gestellt

www.ibelieveinyou.ch ist eine Schweizer Crowdfundig-Plattform, welche die Finanzierung von Sportprojekten zum Ziel hat. Einzelsportler wie auch Vereine aller Niveaus können auf der Webseite ihre Projekte bekannt machen und spendierfreudige Unterstützer suchen.

Dies versucht zurzeit auch der FC Solothurn. Er möchte mittels der Website 40'000 Franken für neue Trikots sammeln. Doch der Fussballverein ist bei weitem nicht die erste Gruppe aus dem Kanton Solothurn, welche die Plattform nutzt. Neben ihm haben sich bereits insgesamt 15 Vereine, Einzelsportler und Mannschaften aus unserer Region bei www.ibelieveinyou.ch angemeldet.

Der Co-Founder der Plattform, Mike Kurt, erklärt, dass ein paar wesentliche Punkte für den Erfolg eines Projekts massgebend seien. «Erstens muss der Athlet natürlich ein konkretes Vorhaben mit einem entsprechenden Bedarf haben, das ist entscheidend», so Kurt.

«Zweitens muss man das Projekt dann wie eine Kampagne aufgleisen und vermarkten. Das Projekt sollte regelmässig aktualisiert und durch Social Media verbreitet werden.»

Ausserdem seien auch die Gegenleistungen, die ein Initiant anbietet, sehr wichtig. «Dabei zeigt sich ganz klar, dass nicht gebettelt wird. Der Athlet kann den Unterstützern etwas zurückgeben und ihn an seinem Sporttraum teilhaben lassen», sagt Kurt, der selber Profisportler (Kanu-Weltmeister) ist.

Auf der Crowdfunding-Plattform bieten die Sportler als Dankeschön verschiedenstes an: von der Postkarte aus dem Trainingslager bis zum Firmenlogo auf dem Ski-Helm gibt es je nach gesponsertem Betrag fast alles.

Alles in allem müsse es eine emotionale und coole Story sein, dass sei gerade auch für die Medien ansprechend, erklärt Kurt.

Als Beispiel dafür nennt er den Solothurner Schwimmer Romano Mombelli, der im letzten Sommer als schnellster und jüngster Schweizer die Strasse von Gibraltar durchschwommen hat. Für dieses Unterfangen sammelte Mombelli via www.ibelieveinyou.ch 3150 Franken.

Alles oder nichts

Nicht alle haben aber das gleiche Glück wie Romano Mombelli. Die Sportler müssen nämlich wählen, ob sie 50 oder 80 Tage Zeit für die Finanzierung ihres Projekts möchten. Es gibt immer wieder Projekte, die innerhalb dieser vorgegebenen Frist nicht den zu Beginn festgelegten Betrag erreichen - und dann keinen Rappen erhalten. Denn auf der Plattform gilt das «Alles oder nichts»-Konzept.

Die gescheiterten Sportprojekte auf www.ibelieveninyou.ch aus dem Kanton Solothurn

- «Ride with me to Rio2016!»: Doris Schweizer, Radfahrerin, wollte 4'000 CHF für das Olympische Strassenrennen 2016 in Rio sammeln, erreichte aber nur 2'360 CHF.

- «Ohne Schutzmaterial läuft nichts!»: Admir Jakupovic wollte für die Shaolin Kung-Fu Schule Olten 3'500 CHF für eine neue Ausrüstung sammeln, erreichte aber nur 310 CHF.

- «Westernreiten – Mit Cowboyhut zum Erfolg»: Jasmina Hunziker, Westernreiterin, wollte 2'500 CHF für den Start in die neuen Westernturnierreitsaison 2014 sammeln, erreichte aber nur 1'060 CHF.

- «Zusammen an die Junioren EM im Distanzreiten»: Nathalie Miller, Reiterin, wollte 3'200 CHF für die Junioren EM in Distanzreiten sammeln, erreichte aber nur 400 CHF.

Haben die Sportler in diesen Fällen zu wenig Zeit, um Leute zum Spenden zu mobilisieren? «Die Zeit von 50 oder 80 Tagen ist nicht wirklich relevant. Meistens hat ein Projekt entweder gar keinen Erfolg oder läuft sehr gut», meint Mike Kurt.

Insgesamt liegt die Erfolgsquote bei zwei Drittel. «Das ist ein sehr guter Wert», findet der Kanufahrer. Im Kanton Solothurn betrage die Quote gar 70 Prozent.

Auch im Allgemeinen zieht der Co-Founder eine positive Bilanz. «Die Seite ist jetzt ein gutes Jahr online. Sie läuft sehr gut und hat noch riesiges Potential. Wir wollen weiterhin Gas geben», berichtet Kurt.

www.ibelieveinyou.ch habe bereits die Verwirklichung von über 150 Projekten mit Kosten von über 750'000 Franken möglich gemacht. Vor ein paar Monaten ist die Seite auch in der Westschweiz gestartet. «Dort wollen wir sie noch mehr vorantreiben», so Mike Kurt.

Die Website richtet sich ausdrücklich nur an Projekte im Bereich Sport. «Ohne Bezug zum Sport wird eine Idee bei uns abgelehnt», hält Kurt fest. Für die Finanzierung von kulturellen, sozialen oder kreativen Projekten gibt es aber durchaus andere Crowdfunding-Plattformen wie beispielweise www.100-days.net oder www.wemakeit.com.

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