Staatsanwaltschaft

William W. wird wegen sexueller Handlungen mit Kindern angeklagt

William W. befindet sich in Untersuchungshaft. (Symboldbild)

William W. befindet sich in Untersuchungshaft. (Symboldbild)

Die Solothurner Staatsanwaltschaft klagt einen 46-jährigen Schweizer wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, sexueller Nötigung, mehrfacher Schändung und weiterer Delikte an. Es handelt sich um William W.

Am 20. November 2018 wurde der damals 45-jährige Schweizer in Olten festgenommen und die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Strafuntersuchung wegen sexueller Handlungen mit Kindern. Das Haftgericht setzte den Beschuldigten auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hat nun die Strafuntersuchung abgeschlossen und erhebt Anklage, wie sie mitteilt. Dem Mann werde insbesondere vorgeworfen, «zwischen Juli und November 2018 mit drei Kindern in Olten sexuelle Handlungen vollzogen zu haben». Der Beschuldigte wird zudem wegen sexueller Nötigung und mehrfacher Schändung angeklagt. «Bei diesen Vorwürfen handelt es sich um zusätzliche rechtliche Qualifikationen derselben Sachverhalte», so die Staatsanwaltschaft.

Weitere Anklagepunkte: Der Beschuldigte hat sich zusätzlich wegen mehrfacher sexueller Belästigung zu Lasten von zwei Teenagern und wegen mehrfacher harter Pornographie vor Gericht zu verantworten.

Die Staatsanwaltschaft nennt zwar keinen Namen, die Umstände machen aber klar, um wen es hier geht: William W. 1999 war der gebürtige Südamerikaner verurteilt worden, weil er fünf Kinder sexuell missbraucht hatte. Er kam frei und wurde 2006 rückfällig. In Starrkirch-Wil verging er sich an einer Achtjährigen. 2016 kam er auf freien Fuss, kassierte sogar noch eine Entschädigung von 52'000 Franken, weil er zu unrecht hinter Gitter sass. Nach dem Beginn seiner ambulanten Behandlung mit Bewährungshilfe – ab Mitte November 2016 – wurde er erneut rückfällig. Wie im Sommer herauskam, gab es mehrere Übergriffe und mutmassliche zusätzliche Opfer. Die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Untersuchung. Ende November wurde die Untersuchungshaft verlängert, um der Anklagebehörde mehr Zeit zu geben, die Untersuchung abzuschliessen. Auf Anfrage bestätigt die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft Cony Brand, dass es in diesem Fall tatsächlich um William W. geht.

Der 46-Jährige befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft.

Der Termin der Hauptverhandlung vor dem Richteramt von Olten-Gösgen steht noch nicht fest. Welches Strafmass die Staatsanwaltschaft fordert und ob auch eine Verwahrung Thema ist, wird noch nicht kommuniziert. «Das geforderte Strafmass geben wir wie üblich im Rahmen der Gerichtsverhandlung bekannt», so Brand. Die Mediensprecherin erklärt aber bereits jetzt, dass man beim Gericht den Antrag gestellt habe, hängige Verfahren mit dem aktuellen zusammenzunehmen. Das heisst, die Verfahren, in welchen es um die Verlängerung der Massnahme von William W. geht – und eben auch darum, ob diese in eine Verwahrung umgewandelt werden soll.

Derzeit wird von politischer Seite gefordert, dass der Bericht über die Administrativuntersuchung publiziert wird. (ldu/nka)

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