Bellach

Weiterer Prestigeauftrag: Hess AG liefert Elektrobusse für Bern

Patron Alex Naef im Werk Bellach der Hess AG. (Archiv)

Patron Alex Naef im Werk Bellach der Hess AG. (Archiv)

Der Bellacher Busbauer Hess hat einen weiteren Prestigeauftrag an Land gezogen. Bernmobil hat fünf reine Elektrobusse «Made in Bellach» bestellt – mit Aussicht auf Folgeaufträge.

Ab Ende 2018 werden die Verkehrsbetriebe der Stadt Bern, Bernmobil, auf einer Linienstrecke reine Elektrobusse einsetzen. Dazu wurden für einen vierjährigen Pilotbetrieb fünf Gelenkbusse mit einer Länge von 18,7 Metern inklusive Ladeinfrastruktur bei der Carrosserie Hess AG in Bellach bestellt. Wie Bernmobil am Dienstag bekannt gab, habe Hess auf eine öffentliche Ausschreibung hin das «beste Angebot» eingereicht.

Die Elektrobusse sind nicht zu verwechseln mit Trolleybussen. Sie sind nämlich ohne Fahrleitungen unterwegs. Die Batterie wird jeweils an der Endhaltestelle während der Wartezeit über einen Stromabnehmer geladen, der sich von der Ladestation auf das Fahrzeug absenkt. Eine Schnellladung reicht für die gesamte Strecke von der Endhaltestelle Köniz Weihermatt an den Bahnhof Bern und zurück. Über Nacht wird die Batterie in der Garage jeweils wieder voll aufgeladen.

Zweites Elektrobus-Projekt

Nach der Stadt Genf handle es sich beim Auftrag für die Stadt Bern für Hess um das zweite Projekt mit Elektrobussen in der Schweiz, erklärt auf Anfrage Alex Naef, Chef des Busbauers. «Deshalb ist es ein sehr wichtiger Auftrag für unser Unternehmen.»

Der Unterschied zum Tosa-Bus in Genf bestehe darin, dass die Batterie nur an der Endhaltestelle und nicht zusätzlich an weiteren Haltestellen unterwegs aufgeladen werden müsse. Das hänge damit zusammen, dass die Wartezeit an der Endhaltestelle in Bern sieben bis zehn Minuten betrage, was ausreiche, um die Batterie genügend nachzuladen.

Mögliche Folgeaufträge

Die Bellacher haben Aussichten auf Folgeaufträge. Denn Bernmobil will künftig auch auf anderen Buslinien einen möglichst hohen Anteil an Elektrobussen einsetzen. Das sei aber kein Automatismus, so Naef. Neue Aufträge würden öffentlich ausgeschrieben und man werde sich bewerben. Insgesamt stehe man als Entwickler und Bauer von Elektrobussen aber gut da. Derzeit ist Hess europaweit bei rund zehn Ausschreibungen für Elektrobusse mit dabei.

Das Marktpotenzial sei am Wachsen. Denn Naef geht davon aus, dass bis in zehn Jahren europaweit Dieselbusse durch Elektrobusse ersetzt werden. «Der Markt für Elektrobusse im öffentlichen Verkehr ist erwacht.» Hess ist noch der einzige Busbauer in der Schweiz. In Bellach arbeiten rund 250 Mitarbeitende. «Die Auftragslage für die Bussparte ist gut», so Naef.

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