Wahlen 2019
Wahltalks im Newsroom: Von Puder, PET-Flaschen und Politik

Für einen Tag und mehrere Wahltalks von Tele M1 wird der AZ-Newsroom in Aarau zum Fernsehstudio. Auch die Solothurner Präsidenten der kantonalen Parteien wetzten die Säbel. Ein Making of.

Nora Güdemann
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Aufzeichnung «Talk Täglich spezial» mit den Aargauer Ständerats-Kandidierenden der kleineren Parteien: Um einen der beiden frei werdenden Ständerats-Sitzen kandidieren am 20. Oktober 2019 (v.l.) Ruth Müri (Grüne), Beat Flach (GLP), Maya Bally (BDP) und Roland Frauchiger (EVP).
24 Bilder
Ständerat Aargau: die kleinen Parteien.
Ruth Müri ist Aargauer Grossrätin und Stadträtin in Baden.
Beat Flach sitzt bereits in Bern – als Nationalrat.
Maya Bally steht nicht für die Regierungsratswahlen zur Verfügung und will stattdessen Ständerätin werden.
Ruth Müri (Grüne), Beat Flach (GLP), Maya Bally (BDP) und Roland Frauchiger (EVP).
Roland Frauchiger ist Co-Präsident der kantonalen EVP und sitzt ebenflals im Grossen Rat.
Auch der Kameramann muss wissen, wer wer ist.
Die Aufzeichnungen fanden in der Redaktion in Aarau statt.
Sind sich die Kandidierenden wirklich alle immer einig wie auf diesem Bild? Ausgestrahlt wird «Talk Täglich spezial» mit den Aargauer Ständerats-Kandidierenden am 1. Oktober 2019 auf «Tele M1».
Weiter geht's: Vor der Aufzeichnung instruiert Moderator und AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli die Gäste für sein «Talk Täglich spezial» zu den Aargauer Regierungsratswahlen, die ebenfalls am 20. Oktober stattfinden. Die Kandidierenden sind (v.l.): Yvonne Ferie (SP), Severin Lüscher (Grüne), Doris Aebi (GLP), Janine Glarner (FDP) und Jean-Pierre Gallati (SVP).
Moderator Rolf Cavalli vor der Aufzeichnung.
Sie wollen den frei gewordenen Sitz der zurückgetretenen Regierungsrätin Franziska Roth ergattern (ehemals SVP): v.l. Yvonne Ferie (SP), Severin Lüscher (Grüne), Doris Aebi (GLP), Janine Glarner (FDP) und Jean-Pierre Gallati (SVP).
Aufzeichnung «Talk Täglich spezial» mit den Aargauer Ständerats-Kandidierenden der grösseren Parteien: Um einen der beiden frei werdenden Ständerats-Sitzen kandidieren am 20. Oktober 2019 (v.l.) Cédric Wermuth (SP), Marianne Binder (CVP), Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP).
Dass das Treiben im Newsroom wie gewohnt vonstatten ging, brachte niemanden der Gesprächsteilnehmerinnen und -nehmer aus der Ruhe.
Ausgestrahlt wird «Talk Täglich spezial» mit den Aargauer Ständerats-Kandidierenden am 1. Oktober 2019 auf «Tele M1».
Reden macht durstig!
Aufzeichnung «Talk Täglich spezial» zu den Nationalratswahlen mit den Aargauer Parteipräsidenten. V.l.: Daniel Hölzle (Grüne), Gabriela Suter (SP), Marianne Binder (CVP), Lukas Pfisterer (FDP) und Thomas Burgherr (SVP).
Überparteilicher, ja interkantonaler Plausch an der Redaktions-Bar: Franziska Roth, SP-Präsidentin Kanton Solothurn, unterhält sich mit Thomas Burgherr, SVP-Präsident Kanton Aargau.
Die Solothurner Kantonalpräsidentinnen und -präsidenten warten auf ihren Auftritt.
Ein nettes Pläuschchen mit den Damen: SVP-Kantonalpräsident Christian Imark am Stehtisch mit Laura Gantenbein (Präsidentin Grüne), Franziska Roth (Präsidentin SP) und Sandra Kolly (Präsidentin CVP). Nicht im Bild: FDP-Kantonalpräsident Stefan Nünlist.
Kopie von Das Making of: «Talk Täglich spezial» zu den Wahlen im Aarauer Newsroom.

Aufzeichnung «Talk Täglich spezial» mit den Aargauer Ständerats-Kandidierenden der kleineren Parteien: Um einen der beiden frei werdenden Ständerats-Sitzen kandidieren am 20. Oktober 2019 (v.l.) Ruth Müri (Grüne), Beat Flach (GLP), Maya Bally (BDP) und Roland Frauchiger (EVP).

Sandra Ardizzone

Aus dem Newsroom von CH Media in Aarau wird täglich über den Wahlkampf berichtet. Dass der Wahlkampf im Newsroom selbst stattfindet, ist hingegen selten. Seit zwei Tagen stehen mitten in der Redaktion vier grosse Scheinwerfer, mehrere Kameras und Stehpulte. Grund dafür: Tele M1 zeichnet mehrere Talks zu den Regierungs-, Stände- und Nationalratswahlen auf, die später ausgestrahlt werden.

Aufgebaut wurde das provisorische Studio schon am Mittwoch. Am Donnerstag um 9 Uhr morgens beginnen die Vorbereitungen für die Sendung. Kameramänner checken ihre Einstellungen, die Beleuchtung wird angepasst. Im Newsroom ist es lauter als sonst. Normal weitergearbeitet wird trotzdem. Einige Journalisten helfen sich mit Kopfhörern.

Sandwiches, Muffins und Feuchttücher

Die ersten Politiker, die vor der Kamera glänzen wollen, sind die Aargauer Ständeratskandidaten Ruth Müri (Grüne), Beat Flach (GLP), Maya Bally (BDP) und Roland Frauchiger (EVP). Sie stehen an der Bar im Newsroom, dort, wo sich die CH-Media-Mitarbeiter sonst mit Kaffee versorgen und Zmittag essen. Sandwiches und Muffins, Feuchttücher und PET-Flaschen stehen auf dem Tresen, ausdrücklich reserviert für die Politiker. Bei der Kaffeemaschine klebt ein Zettel: «Kein Kaffee wegen Talk.»

Bei den letzten Checks am Set vertreiben sich Müri, Flach, Bally und Frauchiger die Wartezeit mit Selfies. Dann werden die vier verkabelt, mit Mikrofonen ausgestattet, eine Visagistin verteilt Puder auf gerötete Wangen. Glänzen sollen die Kandidierenden nur mit ihren Aussagen, vor der Kamera ist matte Haut gefragt. Beat Flach putzt noch rasch seine Brille, Roland Frauchiger hilft mit, das wackelnde Stehpult mit Bierdeckeln zu unterstützen.

Teamwork der Konkurrenten. Nach der ersten Talkrunde kehrt etwas Ruhe im Newsroom ein, bis kurz nach zwei Uhr die nächsten Politiker eintreffen. Jetzt sind die Regierungsratskandidaten Jean-Pierre Gallati (SVP), Jeanine Glarner (FDP), Doris Aebi (GLP), Yvonne Feri (SP) und Severin Lüscher (Grüne) an der Reihe.

Die Politiker wirken etwas nervös, im folgenden Gespräch mit AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli schenken sich die Kandidaten nichts. Jeanine Glarner sagt, sie bekomme Ausschlag von einer Aussage Gallatis. Dieser belohnt sich nach dem Talk mit einem Sandwich.

Wer ist in der Maske? Kommen alle pünktlich?

Der Ablauf der Aufzeichnungen ist eng getaktet, Mitarbeiter von Tele M1 laufen auf und ab. Kommt Thierry Burkart pünktlich? Wer ist momentan in der Maske? «Wir müssen Gas geben», tönt es durch den Newsroom. Burkart (FDP), kam pünktlich und debattierte mit den anderen Ständeratskandidaten Hansjörg Knecht (SVP), Marianne Binder (CVP) und Cédric Wermuth (SP) vor der Kamera.

Noch während der Aufzeichnung trifft bereits die nächste Gruppe Politiker ein, dieses Mal sind es die Aargauer Parteipräsidenten Thomas Burgherr (SVP), Lukas Pfisterer (FDP), Gabriela Suter (SP) und Daniel Hölzle (Grüne). Marianne Binder (CVP) hat ein strengeres Programm: Sie muss als Parteipräsidentin bereits zum zweiten Mal vor die Kamera, während Burkart noch an der Bar sitzt und sich unterhält und Wermuth den Newsroom schon verlassen hat.

Gegen 17.30 Uhr sind die Kameramänner schon seit mehreren Stunden auf den Beinen, haben vier Talkrunden aufgezeichnet. Noch können sie aber nicht in den Feierabend: Der letzte Talk mit den Solothurner Parteipräsidenten muss auch noch aufgenommen werden. Die Diskussion ist ausgesprochen lebhaft – und danach stellt sich noch heraus, dass eine Tele-M1-Praktikantin gleich heisst, wie die Solothurner SP-Präsidentin und die zurückgetretene Aargauer Regierungsrätin: Franziska Roth.

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