Vorstoss der Grünen
Dicke Luft im Ratssaal: Regierung will Tractorpulling in Etziken nicht verbieten

Nur an einem Ort, nur einmal im Jahr, aber ein Politikum: das Traktorpulling in Etziken. Am Mittwoch wurde im Kantonsrat darüber beraten.

Urs Moser
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Aus ökologischer Sicht ein zweifelhaftes Vergnügen: Tractorpulling.

Aus ökologischer Sicht ein zweifelhaftes Vergnügen: Tractorpulling.


Sabine Kuster

Es ist laut, es werden Russwolken in die Luft ausgestossen und mit dem Grundsatz einer bodenschonenden und nachhaltigen Bodenbewirtschaftung lasse sich das jährlich in Etziken stattfindende Traktorpulling auch kaum vereinbaren, räumte der Regierungsrat in der Stellungnahme zu einem Vorstoss der Grünen ein.

Es handelte sich dabei lediglich um eine Interpellation, also keine konkrete Forderung, doch die Grünen zielten damit darauf ab, die Regierung dazu zu bewegen, sich für ein Verbot solcher Anlässe auszusprechen. Tat sie aber nicht, auf langfristige Sicht sei die Durchführung solcher Anlässe zwar auch im Licht der Klimaziele kritisch zu überprüfen, das Traktorpulling in Etziken solle aber auch künftig «toleriert» werden. Ein Ausweichen auf andere Flächen würde aber nicht bewilligt, so der Regierungsrat.

Interpellant nicht zufrieden mit Antwort

Das massive Russemissionen zulässig sein sollen, wenn- heute jede kleine Baumaschine mit einem Partikelfilter ausgestattet sein muss, dass hier andere Massstäbe gelten sollen, sei nicht nachvollziehbar, rüffelte Heinz Flück (Grüne, Solothurn) am Mittwoch in der Kantonsratssitzung den Regierungsrat.

Ganz klar: Er war «nicht befriedigt» von der Antwort. Insbesondere, dass man eine Praxisänderung wenn überhaupt erst im Hinblick auf die Klimaziele von 2050 ins Auge fassen will, brachte ihn in Rage. Derweil die Ausführungen Mathias Racine (SP, Mühledorf) immerhin dahin gehend hoffnungsvoll stimmten, dass man das aus ökologischer Sicht zweifelhafte Vergnügen künftig kritischer zu beurteilen gedenke und zumindest keine neuen Bewilligungen für solche Anlässe in Frage kommen. Da nehme man den Regierungsrat beim Wort.

Im bürgerlichen Lager schien man dagegen die Aufregung nicht ganz zu verstehen. Auch unter dem Motto «ein bisschen Spass muss sein» begrüsse man den behördlichen Umgang mit dem Anlass in Etziken, der immer auf der gleichen Fläche stattfinde und eine zeitlich und räumlich eng begrenzte Belastung von Boden und Umwelt darstelle, meinte Edar Kupper (CVP, Laupersdorf). Und Roberto Conti (SVP, Bettlach) fand, einmal im Jahr sollte so etwas doch möglich sein, verglichen mit den ganzen 1.-August-Feuerwerken sei die Umweltbelastung «nicht der Rede Wert».

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