Persönlich

Verzogene Weihnachten

SBB verteilt Wiedergutmachungsgutscheine für Verspätungen.

SBB verteilt Wiedergutmachungsgutscheine für Verspätungen.

Wie oft ich mich in diesem Jahr über die Bundesbahnen geärgert habe, kann ich nicht rekonstruieren. Weniger die Anzahl temporärer Verstimmungen über zu spät oder gar nicht fahrende Züge ist mir in Erinnerung geblieben als dieses dumpfe Gefühl, auf einem Perron schlicht und ergreifend stehen gelassen worden zu sein.

Auch wenn ich mich gegenüber den SBB nicht offiziell, sondern bloss innerlich fluchend geäussert habe: Meine stillen Verwünschungen scheinen den Weg ins Unternehmen gleichwohl gefunden zu haben. Binnen weniger Tage wurde ich gleich vierfach Adressat von Wiedergutmachungs-Aktionen. Das fing mit dem Hundertfranken-Gutschein an, der bei der nächsten GA-Rechnung eingelöst wird, ging weiter mit einem 127 Franken starken Mitreise-Gutschein für eine Person meiner Wahl, setzte sich fort mit einer 20-Franken-Gutschrift für den (ehemaligen) Halbtax-Besitz und kulminierte in der Abgabe eines 10-Franken-Bons für den Speisewagen-Besuch durch einen freundlichen Bistro-Mitarbeiter.

Nun, da kam man einfach nur Danke sagen. Was ich denn auch aufrichtig tue. Und mit dem Dank die Hoffnung verbinde, die Bahnen hätten tatsächlich etwas für erlittene Unbilden getan und nicht auf Vorschuss um Verständnis für künftige Störungen geworben. Doch halt: Solche wird es in Zukunft nicht mehr geben, weil jetzt ja alles besser wird. Dafür danke ich den SBB im Voraus nicht minder herzlich.

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Balz Bruder

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