Umfrage
Die Fallzahlen steigen, die Unsicherheit auch, darum die Frage an die Aargauer Unternehmen: Homeoffice oder nicht?

Bürostuhl oder Sofa, das ist die Frage, die sich viele Unternehmen stellen müssen. Denn Homeoffice ist nicht Pflicht, sondern empfohlen. Wir haben bei Aargauer Unternehmen nachgefragt, wie sie mit dieser Empfehlung umgehen.

Sébastian Lavoyer 3 Kommentare
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Im Büro arbeitet man am Bürotisch. Daheim tuts auch das Sofa.

Im Büro arbeitet man am Bürotisch. Daheim tuts auch das Sofa.

Sandra Ardizzone

Gehen Sie wieder ins Büro oder arbeiten Sie immer noch von Zuhause? Homeoffice oder nicht, das ist hier die Frage. Eine Frage, die mit den steigenden Fallzahlen an Brisanz gewinnt. Der Bundesrat hat die Pflicht zu einer Empfehlung gemacht und es zeigt sich, dass kaum ein Unternehmen mehr seine Mitarbeitenden ausschliesslich von daheim arbeiten lässt.

Die Frage aber nach dem Homeoffice ist brennend aktuell. Denn wie Christoph Wyder, Präsident des Verbandes der Aargauer Raiffeisenbanken, sagt:

«Aus dem ursprünglichen Gesundheitsthema ist eine gesellschaftliche Zerreissprobe geworden.»

Entsprechend stehe für Arbeitgeber zurzeit nicht ausschliesslich und primär der Gesundheitsschutz im Vordergrund, sondern vermehrt auch das psychische Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Umgang mit der Pandmie.

Die Raiffeisenbanken geben deshalb ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, je nach Funktion und Aufgabe bis zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit ortsunabhängig leisten zu können. Das habe wesentlich zur Entspannung beigetragen, so Wyder. Genauso wie die Impfung, die Stress rausgenommen habe.

Banken und Verwaltung ermöglichen Homeoffice, wo dies möglich ist

Bei den anderen befragten Banken tönt es ähnlich, sei es nun die UBS, die CS oder die AKB: Wo immer möglich, wird im Homeoffice gearbeitet. Wo das nicht möglich ist, hält man sich strikt an die Vorgaben der Behörden. Abstände,Masken, Händewaschen ­– Pflicht für all jene, die ins Büro gehen.

Es zeigt sich, dass die Möglichkeit der Heim-Arbeit aber auch von den Mitarbeitenden geschätzt wird. Es gehe in den neuen Konzepten darum, den Mitarbeitenden möglichst die Flexibilität zu bieten, eine Balance zwischen ihrem Berufs- und ihrem Privatleben zu schaffen, so Ronnie Petermann von der CS.

Alle ins Büro – aus Solidarität

Adrian Schoop lässt alle Mitarbeitenden ins Büro kommen.

Adrian Schoop lässt alle Mitarbeitenden ins Büro kommen.

Britta Gut

Chemiezulieferer Siegfried hat die Homeoffice-Pflicht ebenfalls aufgehoben. VR-Vizepräsident Peter Gehler sagt: «Wir haben weiterhin alle Corona-Massnahmen – Verhaltens- und Hygiene-Regeln sowie Maskenpflicht - in Kraft und setzen diese intern durch. Wir haben Fälle, die Anzahl ist aber nach wie vor überschaubar.»

Im Unternehmen von Adrian Schoop arbeiten 90 Prozent auf der Baustelle, da ist Homeoffice kein Thema. Genauso wenig wie bei den 10 Prozent, die das könnten. Schoop sagt: «Bei uns macht niemand Homeoffice, wir haben genug Platz im Büro. Und wir kommen alle zur Arbeit, auch aus Solidarität.»

3 Kommentare
Robert Müller

Nicht die steigenden Fallzahlen sind das Problem - welche übrigens auch durch steigende Testzahlen zu erklären sind - es sind die Hospitalisierungen und die Intensivstationen welche dafür massgebend sind, ob wir ein Problem haben oder nicht. Die meisten positiv getesteten sind praktisch nicht krank und haben keine Probleme.  Deshalb wäre es nun wirklich an der Zeit objektive Berichterstattung zu betreiben und nicht immer die Horrorszenarien zu pflegen. 

Gehrig Karin

Ja, es wäre wirklich an der Zeit zu unterscheiden, wer nur eine leichte Coronaerkältung und wer wirklich ein Problem hat. Natürlich soll niemand die Viren weiterverbreiten - es gibt ja viele ungeipfte - aber die Zahlen müssen relativiert werden. Wichtig sind die schweren Verläufe.

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